80/20 Fitness – so funktioniert das Workout | EAT SMARTER
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Fitnessprogramm: nur 20 Prozent Einsatz für 80 Prozent ErfolgDurchschnittliche Bewertung: 3.51551

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Fitnessprogramm: nur 20 Prozent Einsatz für 80 Prozent Erfolg

80/20-Fitness

Mit nur wenig Training besonders fit werden – was wie absolutes Wunschdenken klingt, soll mit dem neuen Workout „80/20 Fitness“ ganz leicht sein. Wie das funktioniert? Wir haben das Sportprogramm unter die Lupe genommen und mit seinem Erfinder Christian Zippel gesprochen.

Wenig investieren, viel erreichen – das ist das Motto des „80/20 Fitness“-Programms. Doch was steckt hinter diesem Workout und dem nur zu schön klingenden Versprechen? Das 80/20-Prinzip ist weder neu noch etwas Sportspezifisches. Es geht auf den italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto zurück.

Christian ZippelDer fand heraus, dass sich viele Aufgaben mit einem Mitteleinsatz von 20 % so erledigen lassen, dass 80 % aller Probleme gelöst werden. Um die restlichen 20 % zu erreichen, benötigt man die meiste Arbeit – nämlich 80 %. Und nur selten rechtfertigen die fehlenden 20 % Erfolg den immensen Aufwand. Christian Zippel hat nun ein neues Fitnessprogramm nach diesem altbekannten Prinzip entwickelt. EAT SMARTER hat mit dem Autor gesprochen und nachgefragt:

20 % Einsatz 80 % Erfolg – das klingt verlockend. Wie kann das funktionieren?

Übungen wirken unterschiedlich. Manche wirken ein bisschen, manche gar nichts und manche eben viel. Und nur auf Letztere sollte man sich konzentrieren. Sie bestehen aus natürlichen Bewegungen – so kann jeder mit nur sechs Übungen alle Muskeln trainieren. Das geht bei Isolationsübungen an typischen Fitnessgeräten nicht. Dort trainiert man einzelne Muskeln, kann die Kraft aber nicht im Alltag nutzen. Der Grund: Wenn wir eine Bewegung ausführen, entfaltet der Körper immer nur so viel Kraft, dass der schwächste beteiligte Muskel nicht überlastet wird. Daher bringt es nicht viel, wenn nur ein Muskel stark trainiert ist, seine Nachbarn jedoch nicht. Aber noch wichtiger ist, dass Sie sich auch im Alltag viel bewegen. Ein aktiver Alltag ist wirksamer als eine Stunde Fitnesstraining!

Und wie kann ich meinen Alltag aktiver gestalten?

Das Problem ist der Büroalltag und das ständige Sitzen. Wenn Ihre Firma etwas liberaler ist, fragen Sie Ihren Chef, ob Sie ein Stehpult anstatt eines Schreibtisches haben können. Es gibt aber auch genug andere Möglichkeiten, sich mehr zu bewegen. Zum Beispiel: Rufen Sie Ihre Kollegen nicht an, sondern gehen Sie zu ihnen hin, um etwas zu besprechen. Bunkern Sie keine Wasserflasche auf Ihrem Schreibtisch. Holen Sie sich jedes Glas Wasser einzeln vom Wasserspender. Wenn Sie einige Male pro Stunde aufstehen, bewirkt dies in der Summe einiges .Radeln Sie – soweit möglich – zur Arbeit und gehen Sie insgesamt mehr zu Fuß.

Für wen ist 80/20-Fitness geeignet?

Für jeden! Aber am meisten spricht das Konzept Menschen an, die beruflich sehr eingespannt sind oder viel reisen müssen und daher nur wenig Zeit zum Trainieren haben. Auch wer kaum Muskeln aufbauen möchte, sondern nur etwas fitter werden will, kann nach dem 80/20-Prinzip trainieren und hauptsächlich Intervall-Übungen ausführen. Zum Beispiel: viele kurze Sprints laufen oder im Schwimmbad mehrere Male eine Bahn so schnell wie möglich schwimmen.

Was muss man beim Training beachten?

Dass es Spaß macht! Denn sonst hört man schnell wieder auf. Das ist auch der Vorteil von 80/20 gegenüber klassischen Trainingsplänen: Mein Workout wird nicht so schnell langweilig. Jeder kann die Übung machen, auf die er Lust hat. Wichtig ist nur, dass Sie immer fünf der sechs Grundbewegungen (Ziehen und Drücken, Beugen und Strecken, Schreiten oder Beugen) trainieren – mindestens zweimal pro Woche, am besten jedoch täglich. Sie können die Übungen auch über den Tag verteilt absolvieren: zum Beispiel zwei am Morgen, eine mittags und zwei am Abend – wie es Ihnen am besten passt. Fitness ist nichts Lebensfremdes, es sollte genauso alltäglich wie Zähneputzen sein! Viele Trainer predigen immer, dass man ganz asketisch leben muss und auf vieles verzichten sollte. Ich sehe das anders: Wichtig ist, dass das "Fitnesskonto" im Plus ist. Ausgaben kann man durch Einnahmen wieder gutmachen und kleine Sünden kann man ausgleichen. Niemand muss verzichten!

Cover 80/20 FitnessWollen Sie 80/20-Fitness probieren? Mehr Infos sowie alle Übungen finden Sie in diesem Buch: Christian Zippel: „80/20 Fitness – Wenig investieren, viel erreichen“, riva Verlag, 19,99 Euro.

(bor)

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habe mir -leider- das buch auch gekauft. von der ersten bis zur letzten seite enttäuschend. es strotzt vor nichtssagenden allgemeinplätzen im sinn der früheren "lebenshilfebücher", deren wiedergabe ich mir hier erspare. dass eine von 4 (!) übungseinheiten an ringen in einer sporthalle auszuführen sind, grenzt an unverschämtheit. die bessere alternative als das buch ist zu finden bei wikipedia : fitnessübungen wikifit
 
Den Ansatz, den Alltag aktiver zu gestalten als Fitnesstraining zu verkaufen ist mutig ... vielleicht ist sogar was dran. Werde es probieren.
 
Habe das Buch gelesen. Das mit dem Fitnesskonto ist ein super Prinzip: das Leben genießen und es durch seine Tipps und sein Training wieder ausgleichen.
 
der bericht ist interessant, überzeugt und macht nugierig.
 
interessanter artikel, der überzeugend wirkt und neugierig macht.

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