Metabolisches Syndrom – das gefährliche Krankheits-Quartett | EAT SMARTER
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Metabolisches Syndrom – das gefährliche Krankheits-QuartettDurchschnittliche Bewertung: 1.5152

Mit Lebensstiländerungen die Risikofaktoren ausbremsen

Metabolisches Syndrom – das gefährliche Krankheits-Quartett

Bluthochdruck ist Teil des Metabolischen Syndroms. © Photographee.eu - Fotolia.com Bluthochdruck ist Teil des Metabolischen Syndroms. © Photographee.eu - Fotolia.com

Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und ein gestörter Zuckerstoffwechsel zählen zu den typischen Wohlstandserkrankungen. Bereits jede Erkrankung für sich gilt als Risikofaktor für Herz und Kreislauf. Als Vierer-Kombination – „Metabolisches Syndrom“ genannt – potenziert sich die Gefahr beträchtlich. Höchste Zeit, den Gesundheitsrisiken mit einem gesunden Lebensstil den Wind aus den Segeln zu nehmen!

Wohlstand hat seinen Preis: Wir essen zu viel, vor allem das Falsche und bewegen uns zu wenig. Solch ein „Lotterleben“ bleibt oft nicht ohne Folgen. Der Zeiger der Waage wandert immer weiter nach oben, Blutdruck und Blutfettwerte klettern in ungesunde Höhen und der Zuckerstoffwechsel gerät aus dem Lot. Metabolisches Syndrom nennen Mediziner diese Stoffwechselentgleisung auf gleich mehreren Ebenen, an der in Deutschland schätzungsweise ein Viertel der Bevölkerung leidet. Und die keinesfalls nur „Best-Ager“ und Senioren betrifft, auch wenn sie besonders häufig daran erkranken. Selbst bei 5 bis 10% der Kinder diagnostizieren Ärzte hierzulande nämlich mittlerweile ein Metabolisches Syndrom.

Eine erbliche Veranlagung spielt bei dieser auch als „tödliches Quartett“ bezeichneten Krankheitskombination zwar durchaus mit hinein, die Hauptschuld trägt jedoch zweifelsfrei eine ungesunde Lebensweise.

Erfreulich dabei ist, dass jeder verschiedene Möglichkeiten an der Hand hat, entstehende gesundheitlichen Probleme durch ein Metabolisches Syndrom selbst auszubremsen. Eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie kann Lebensstilveränderungen zwar in der Regel nicht ersetzen, aber ideal unterstützen (bitte keinesfalls eigenmächtig Medikamente absetzen oder reduzieren!). Das Gesundheitsprogramm in Eigenregie steht beim Metabolischen Syndrom auf vier Säulen:

  • Gewichtsabnahme
  • Körperliche Bewegung
  • Entspannung
  • Verzicht aufs Rauchen sowie Alkohol in Maßen

Die Diplom-Oecotrophologin und zertifizierte DGE-Ernährungsberaterin Uta C. Wandelt aus Hamburg (www.lebenschmeckt.de) hat EAT SMARTER entscheidende Tipps dazu gegeben.

Runter mit den Kilos

Vor allem das Bauchfett muss weg, denn es birgt weit mehr gesundheitliche Gefahren als ein paar Pfunde zuviel auf den Hüften oder am Po. Von sogenannten „Crashdiäten“, die mit mehreren Pfunden Gewichtsverlust pro Woche locken, hält die Ernährungsexpertin dabei wenig. „Der Körper passt sich sehr schnell an das verringerte Energieangebot an und legt dann nach solch einer Diät alles, was an Kalorien reinkommt, sofort wieder in Fettzellen an“, warnt Uta C. Wandelt vor dem sogenannten „JoJo-Effekt“. Viel mehr bringt ihrer Meinung nach ein alltagstauglicher und genussvoller Ernährungsplan wie die mit gesundem Rapsöl angereicherte „Ölreiche Reduktionskost“, die sich auch langfristig beibehalten lässt und daher dauerhaften Gewichtsverlust verspricht.

In Bewegung kommen

Besonders gut klappt es mit der Gewichtsabnahme, wenn mehr Bewegung ins Spiel kommt. „Ideal sind 150 Minuten wöchentlich, mindestens aber 3x 30 Minuten; am besten in einer Kombination aus langsam ansteigender Ausdauerbelastung wie Joggen, Walking oder Radfahren und Muskelkrafttraining“, weiß Diplom-Oecotrophologin Wandelt. Mit solch einem Bewegungsprogramm schlägt man nämlich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die Fettverbrennung steigt, andererseits sinken der Blutzuckerspiegel, das schlechte LDL-Cholesterin und der Blutdruck.

Auch im Alltag kann übrigens jeder ganz nebenbei mehr in Schwung kommen und ein paar Extra-Kalorien verbrennen: Treppensteigen statt Aufzug fahren, eine Busstation vorher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen, einen Verdauungsspaziergang statt ein Verdauungsnickerchen machen.

Entspannung gegen Stress

Dass Stress, speziell Dauerstress, der Gesundheit schadet, ist kein Geheimnis. Dennoch gelingt es nicht immer, ihm zu entfliehen. Verschiedene Entspannungstechniken verhelfen dann zu mehr Ruhe und Gelassenheit und bauen überschüssige negative Energien ab, die dauerhaft verschiedene Faktoren des Metabolisches Syndroms ungünstig beeinflussen. „Auf starken Stress oder schlechte Stressbewältigung antwortet der Körper mit Stresshormonen wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin“, erläutert Uta C. Wandelt. „Eine längerfristig vermehrte Cortisol-Ausschüttung beispielsweise erhöht den Blutdruck, den Blutzucker, das Bauchfett und den Muskelabbau und senkt das gute HDL-Cholesterin sowie die Immunabwehr.“

Regelmäßig in den Alltag eingebaute Wohlfühl-Momente und wirkungsvolle Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Yoga oder die Progressive Muskelrelaxation sorgen dafür, dass der Stress nicht Überhand nimmt – viele Krankenkassen beteiligen sich daher inzwischen an den Kosten für entsprechende Kurse.

Genussgifte: Die ungesunde Stress-Spirale

Als wenn der Stress an sich nicht schon ungesund genug wäre! Zur scheinbaren Beruhigung greifen viele in Belastungssituationen zur Zigarette oder auch dem ein oder anderen Glas Alkohol. Das mag zwar vordergründig helfen, ist aber natürlich genau die falsche Strategie – nicht nur hinsichtlich der Risikofaktoren beim Metabolischen Syndrom!

Alkohol schadet im Übermaß nämlich nicht nur der Leber, sondern vor allem auch der schlanken Linie (1 Gramm Alkohol enthält mehr Kalorien als 1 Gramm Zucker!). Und das Gefäßgift Nikotin sorgt unter anderem dafür, dass der Körper mehr Adrenalin – also eins der Stresshormone – freisetzt.

Nikotinverzicht und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol gehören daher bei Lebensstiländerungen unbedingt mit dazu!

Buchtipp: Pölt, Andrea: Die richtige Ernährung bei Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Gicht, Cholesterin. Gräfe & Unzer 2013 (ca. 7 Euro).

Übersichtliche Lebensmitteltabellen in Ampelfarben, die signalisieren, welche Nahrungsmittel sich bei welcher Erkrankung eignen.

(JH)

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