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Rotes Fleisch erhöht das Risiko für DiabetesDurchschnittliche Bewertung: 4151

Die Lust auf Fleisch

Rotes Fleisch erhöht das Risiko für Diabetes

Viele Menschen lieben Fleisch, doch zuviel Fleisch kann auf Dauer krank machen. Amerikanische Wissenschaftler haben nun einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und Diabetes Typ 2 nachgewiesen. Sie raten daher, den Verzehr deutlich einzuschränken.

Konsum von rotem Fleisch einschränken

Ernährungswissenschaftler raten schon seit längerer Zeit, den Konsum von rotem Fleisch einzuschränken. Und es gibt zahlreiche Studien, die diese Empfehlung unterstützen. Zu viel rotes Fleisch soll das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen – und sogar die Gefahr von Krebserkrankungen steigern. Nun berichten Forscher der "Havard School of Public Health", dass rotes Fleisch auch das Risiko für Diabetes Typ 2 erhöhen könne. Die Ergebnisse beziehen sich vor allem auf verarbeitetes Fleisch, also Salami, Würstchen oder Fleisch aus Fertiggerichten.

Kleine Portionen erhöhen das Risiko

Für ihre Untersuchung hatten die Wissenschaftler die Daten von rund 400 000 Menschen ausgewertet. Bei der späteren Berechnung nahmen sie alle bekannten Risikofaktoren zu Diabetes heraus. Das Ergebnis: Wer täglich 100 Gramm rotes Fleisch esse, steigere sein Risiko um 19 Prozent. Jede täglich mehr gegessene 50-Gramm-Portion erhöhe das Risiko noch einmal um bis zu 50 Prozent. Bei der Analyse griffen die Wissenschaftler auf Daten der ersten und zweiten „Nurses' Health Study“ (167 074 Frauen) und der „Health Professionals Follow-Up Study“ (37 083 Männer) zurück. Die Teilnehmer hatten 14 bzw. 28 Jahre lang Angaben zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten gemacht. In der Zeit waren 13 759 Personen an Diabetes Typ 2 erkrankt. Zusätzlich machten die Wissenschaftler eine Metastudie aller Untersuchungen zu diesem Thema. Insgesamt kamen so die Daten von 422 101 Menschen zusammen.

Volkskrankheit Diabetes

Diabetes ist eine der größten Volkskrankheiten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind derzeit rund 346 Millionen Menschen erkrankt, neun von zehn Erkrankten leiden an Diabetes Typ 2. Dieser Diabetes wurde früher auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, weil er vor allem bei älteren Menschen festgestellt wurde. Mittlerweile sind aber auch junge Menschen oder Kinder betroffen. Neben dem vererbbaren Risiko gilt vor allem eine zu fett- und zuckerhaltige Ernährung und das daraus resultierende Übergewicht als Grund für eine Erkrankung: die falsche Ernährung erhöht den Zuckerspiegel im Blut, das körpereigene Insulin kann den Zucker auf Dauer nicht mehr abbauen. Es kommt zu einer Insulinresistenz. Mögliche Folgen der Erkrankung sind Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenleiden oder Augenkrankheiten. Derzeit sind rund 1,5 Milliarden Menschen übergewichtig, 500 Millionen sogar fettleibig.

Krankmacher rotes Fleisch

Wie genau rotes Fleisch mit dem Diabetesrisiko zusammenhängt, war nach Angaben der Forscher bislang noch unklar. "Unsere Studie zeigt nun eindeutig, dass rotes Fleisch mit einem erhöhten Risiko von Diabetes Typ 2 zusammenhängt", sagt Studienleiter An Pan, "das gilt besonders für verarbeitetes Fleisch." Doch auch unverarbeitetes Fleisch erhöhe das Risiko. Zwar lebten die Fleischesser insgesamt ungesünder – sie bewegten sich weniger, rauchten und aßen mehr und hatten einen höheren BMI. Aber auch nachdem diese Faktoren herausgerechnet worden waren, blieb der Zusammenhang zwischen Diabetes und rotem Fleisch bestehen. Die Forscher nannten auch mögliche Gründe. Der hohe Eisenanteil und bestimmte Nitrite und Nitrate können vor allem die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreifen.

Empfehlung der Forscher: mehr Nüsse

Frank Hu, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, empfiehlt, auf rotes Fleisch weitgehend zu verzichten. Wer für die Proteinaufnahme Fleisch beispielsweise durch Nüsse ersetze, könne das Diabetes-Risiko um 21 Prozent senken. Gleiches gelte für Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte oder Hülsenfrüchte. Die Studie ist online im „American Journal of Clinical Nutrition“ erschienen. Insgesamt essen die Deutschen laut Nationaler Verzehrstudie etwa 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Pro Woche sind dies etwa 1,2 Kilo. Dabei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gerade einmal 300 bis 600 Gramm pro Woche. Auch wenn Fleisch für viele Menschen wichtig ist, lässt sich die Menge in der Regel ohne Probleme leicht reduzieren. EAT SMARTER verrät, wie Sie Ihren Fleischkonsum Schritt für Schritt reduzieren können.

(wil)

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Ja klar, Fleischverzehr reduzieren, das ist doch logo!
 
Hm, aber ein bisschen Bündner Fleisch wird schon nicht schaden :)