Vitamin-D-Mangel: Tageslicht hilft | EAT SMARTER
26
6
Drucken
6
Tageslicht hilft bei Vitamin-D-MangelDurchschnittliche Bewertung: 3.61526

Fit im Frühjahr

Tageslicht hilft bei Vitamin-D-Mangel

Tageslicht hilft gegen Vitamin-D-Mangel. © solominviktor - Fotolia.com Tageslicht hilft gegen Vitamin-D-Mangel. © solominviktor - Fotolia.com

Der Körper ist schlapp, der Akku leer. Wintermüdigkeit, denkt man und schlurft gereizt um den Spiegel herum, weil die Hose viel zu knapp sitzt. Dabei ist nicht die Jahreszeit schuld, sondern der Vitamin-D-Mangel!

Knapp 50 Prozent der Bundesdeutschen, Kinder wie Erwachsene, sind unterversorgt, weitere 15 bis 30 Prozent leiden unter ausgeprägten Defiziten. Sie bekommen zu wenig von dem vielleicht wirkungsvollsten und vielseitigsten Vitamin, das wir kennen. Ein ausreichend hoher Spiegel schützt vor Krebs, Herzinfarkt, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Virusgrippe und seelischen Schieflagen, härtet die Knochen und – kaum zu glauben – macht schlank.

Vitamin-D-Mangel tritt bei vielen Menschen auf

Es geht um Vitamin D und einen Vitamin-D-Mangel, dessen Folgen kaum ein Arzt im Blick hat. Dabei zählt Vitamin-D-Mangel bereits zu den verbreitetsten Gesundheitsstörungen der Welt. Das sagt nicht etwa ein Vitaminpillenhersteller, sondern der seit Jahrzehnten weltweit führende Experte auf diesem Gebiet, Michael F. Holick, Medizinprofessor und Biophysiker an der Universität Boston.

Vitamin-D-Mangel: Tageslicht hilft

Wie konnte es dazu kommen? Schließlich stellt der Körper seinen Bedarf an dem Vielzweckvitamin locker selbst her, wenn man ihm die Chance dazu gibt. Man muss dafür nur an zwei, drei Tagen die Woche seine bloßen Arme und Beine für 15 bis 30 Minuten ins Tageslicht halten. Schon diese kurze Zeit reicht, um genug von dem fettlöslichen Vitamin zu produzieren und dem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen.

Vitamin-D-Mangel: Stubenhocker sind gefährdet

Wer morgens vom Auto an den Schreibtisch geht, die Mittagspause in der Kantine verbringt oder zum Shoppen nutzt und auch den Rest des Tages in geschlossenen Räumen lebt, dessen Vitamin-D-Produktion sinkt selbst im Hochsommer auf null. Die Folge: ein Vitamin-D-Mangel. Weil viele Frauen Angst vor Falten haben, tragen sie auf die wenigen freien Hautflächen auch noch Pflegecremes mit Lichtschutzfaktor auf. Keine gute Idee! Denn ein LSF von 8 reduziert die Vitaminproduktion um 97,5 Prozent, beim durchaus üblichen LSF 15 sind es 99,5 Prozent. Auch überzogene Warnungen vor Hautkrebs haben an dem Fiasko mitgewirkt, denn Sonnencremes verhindern die Vitaminproduktion.

Vitamin-D-Mangel: Ärzte und Experten warnen davor

Als Gesundheitswächter der Bundesregierung warnt das Robert-Koch-Institut schon lange, US-Wissenschaftler sprechen von einer neuen Epidemie. Eine europäische Studie errechnete bei besserer Vitamin-D-Versorgung Milliardenersparnisse für die Gesundheitssysteme. Allein in Deutschland könnte sich die Summe auf knapp 40 Milliarden belaufen. Die deutsche EU-Parlamentarierin Antje Weißgerber dazu: „Vitamin-D-Mangel ist ein Problem in allen Mitgliedstaaten der EU. Gerade darum sollten wir die europäische Ebene nutzen, um auf das Problem aufmerksam zu machen.“

Vitamin-D-Mangel hat auch Einfluss auf die Ernährungsweise

Im Blut lichtscheuer Bürohocker, Computer-Kids und Sonnenschutz-Fans schwimmt nicht genug Vitamin D. Aber macht das dick? Bekannt ist schon lange, dass die meisten Menschen ihre Stoffwechselrate verringern, wenn sie nicht nach draußen ans Licht kommen. Darüber hinaus blockiert der Vitaminmangel den wichtigsten Appetitzügler des Körpers, das Leptin. Nur wenn die Vitaminspeicher voll sind, funkt dieser Botenstoff seinen Befehl rechtzeitig ans Gehirn. Und der heißt: Essen einstellen! Ab sofort Energie aus den Fettdepots holen! Gleichzeitig reguliert das blitzschnelle Sättigungssignal als Gegenspieler des Insulins auch noch den Zuckerstoffwechsel – allerdings nur, wenn genug Vitamin D vorhanden ist.

Vitamin-D-Mangel: ein Grund für Gewichtsprobleme?

Wie tief das Vitamin in den Energiestoffwechsel eingreift, konnten Molekularbiologen der Universität Chicago an Mäusen zeigen. Bekamen die Nager genug, bildeten sie in der Jugend weniger Fettzellen und verbrannten lebenslang mehr Kalorien. Umgekehrt fanden kanadische Forscher hohe Fetteinlagerungen in den Muskeln junger Frauen, wenn ihr Vitaminspiegel niedrig war. Vitamin D ist also wahrscheinlich das beste natürliche Schlankheitsmittel, das wir uns wünschen können. Unser Körper produziert es kostenlos, wenn wir oft genug in die Sonne gehen.

Vitamin-D-Mangel: ein gesellschaftliches Problem

Überhaupt: Könnte es sein, dass nicht ungezügelter Appetit, sondern Vitamin-D-Mangel am rasant ansteigenden Übergewicht der Industrienationen schuld ist? Dafür spricht einiges! Also ab nach draußen, mehr Licht ins Leben bringen!

So vermeiden Sie Vitamin-D-Mangel!

  • Radeln, Laufen, Skaten und Herumspielen in der Sonne ist jetzt im Frühling wichtiger als jedes Workout im Fitness-Studio. Nur draußen bekommt der Körper den Energiekick, den er braucht.
  • Langes „Braten“ in der Sonne ist unnötig und schadet der Haut. Dagegen produzieren schon kurze Lichtbäder im Freien Vitamin D, selbst wenn der Himmel bedeckt ist. Wer in der Mittagspause draußen eine Runde in strammem Tempo marschiert, wird mit einem frischen Teint und einer netten kleinen Dosis Euphorie belohnt. Also nicht dick einmummeln und keinen Sonnenschutz verwenden!
  • Lassen Sie auch in der kühlen Jahreszeit regelmäßig für ein paar Minuten Tageslicht an die Körperhaut. Das gelingt am besten nach der Sauna, in einer geschützten Ecke des Balkons oder am weit geöffneten Fenster. Nicht nur Sonne, auch zehn bis zwanzig Minuten helles Tageslicht füllen die Vitaminspeicher.
  • Verwenden Sie Sonnenschutzcreme nicht – wie es auf der Packung steht – bevor sie in die Sonne gehen. Lassen Sie – je nach Hauttyp – erst für fünf bis zehn Minuten Licht an die Körperhaut und cremen Sie erst dann. Übrigens schützt ein optimaler Vitamin-D-Spiegel vor Hautkrebs.

Gründe für Vitamin-D-Mangel

  • Mit gesundem Essen lässt sich der Bedarf kaum decken.
  • Von November bis Mai reicht das Tageslicht in ganz Nordeuropa nicht.
  • Übergewicht entzieht dem Stoffwechsel Vitamin D; im Vergleich zu Schlanken benötigen Dicke die doppelte bis dreifache Menge.
  • Mit steigendem Alter sinkt die Fähigkeit, das Vitamin herzustellen, bis auf ein Viertel.
Ähnliche Artikel
Vitamin-D-Mangel bei Kindern
Neuere Studien zeigen: Es gibt einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern, besonders ausgeprägt ist dieser im Herbst und Winter.
Vitaminmangel äußert sich je nach Vitamin sehr unterschiedlich. Verantwortlich für den Mangel sind meist falsche Ernährung oder Krankheiten.
Menschen, die viel Sport treiben, haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen, da ihr Stoffwechsel auf Hochtouren läuft.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Bin leider übergewichtig und hoffe,dass auch bei mir Vitamin hilft. Bin sehr selten an der Luft,da viele Skelett Leiden mich von der Bewegung abhalten.Würde gern ,wenigstens durch die Einnahme von Vitamin D,etwas daran ändern.
 
Ich habe jetzt das gleiche Problem. Durch Zufall wurde entdeckt, daß mein Vitamin-D3 fast auf Null war. Da reichen aber die Vitamin-D-Gaben aus den Supermärkten überhaupt nichts. Außerdem MUßT Du dringends Dein Vitamin-D-Mangel vom Arzt ganz genau feststellen lassen (Blutuntersuchung muß man verlangen; kein Arzt macht das von sich aus). Ansonsten kann sich das ganze ins Gegenteil umschlagen und dann geht es Dir richtig schlecht. Wenn der Wert ermittelt wurde, dann das entsprechende Mittel und die Dosis errechnen lassen. Ich nehme seit einer Woche ein vom Arzt verschriebenes Präparat. Nach einem Tag stellte ich schon eine positive Veränderung meines Wohlbefindens fest. Muskel- und Gelenkschmerzen sind auf der Flucht. Bin Asthmatiker und kann leichter atmen. Vorhofflimmern und Gleichgewichtsstörungen u., s. w. fast vergessen. Vor zehn Jahren hatte ich in drei Wochen fast 30 Kilo zugenommen, nachdem ich Herzbeschwerden bekam. Dann die ärztlichen unnützen Empfehlungen von den Ärzten; Laufend "Stammgast" in Krankenhäuser und Intensivstationen. Irgendwann hab ich gar nichts mehr abgenommen. Jetzt nach einer Woche geht wieder zögerlich was. Bitte vorher Mangel feststellen lassen, nicht auf eigene Faust therapieren wollen. Viel Erfolg...
 
Wie dämlich manche Leute sind ist einfach unglaublich. Da scheint der Name tatsächlich Programm zu sein. Es geht nicht darum, dass man zwei mal im Jahr einen ausgedehnten "Sonnenurlaub" macht, es geht auch nicht darum, dass man "viel draußen" ist. Sondern es geht darum, dass man JEDEN TAG ca. 30 MINUTEN TAGESLICHT an den Körper lässt. Und zwar nicht nur an den Kopf, der im allgemeinen im Winter das einzige Körperteil ist, das Tageslicht sieht (vielleicht mal abgesehen von den Händen, die aber oft genug auch in Handschuhen stecken), sondern an ARME und BEINE!!! Das heißt im T-Shirt und in kurzen Hosen. Und am besten STRAMM LAUFEN, das heißt NICHT spazieren gehen!!! Und wenn jemand denkt sein Arzt tagt nichts: es gibt freie Arztwahl für jeden! Und wenn trotz alledem noch ein Vitamin D-Mangel vorliegt, dann würde ich mal, vor allem, wenn es die ganze Familie betrifft, nach Erbkrankheiten suchen. Ich für meinen Teil würde behaupten, dass der Artikel keineswegs dem Boulevard entspringt und durchaus gut recherchiert, fundiert, und - vorallem - gut gescheieben und verständlich formuliert ist. Sofern man gelernt hat zu lesen ... und auch zu verstehen ^^ ...
 
Hallo,war 4 Wochen im Krankenhaus, dort bekam ich täglich Vitamin D 20.000 i.E. Stehe dem sehr skeptisch gegenüber und bin an Ihrer Meinung interessiert. Vielen Dank
 
Das Tageslicht reicht das ganze Jahr über nicht, es sei denn man kann 5x im Jahr Urlaub in der Südsee machen. Vitamin D Wert messen lassen, bei Werten unter 40 auffüttern mit Dekristol und nach einigen Wochen Erhaltungsdosis nehmen. Nach 4 Monaten erneut messen und ggf anpassen. Alles andere ist Humbug. Wer das alles selbst in die Hand nehmen will, dem sei Literatur von Dr. med. Raimund von Helden ans Herz gelegt. Vitamin D Tests gibt es sogar bei Amazon, wenn der eigene allwissende Hausarzt mal wieder nur höhnisch lächelt, den Bedarf verneint, den Test und das Dekristol verweigert. Ich habe meine gesamte Familie testen lassen, der jeweilige Arzt hatte auch immer nur dämliche Sprüche auf Lager, der selbst bezahlte Test zeigte bei uns allen dramatisch schlechte Werte unter 20 an (unter 30 kommt es zu neurologischen Ausfällen, Migräne etc). Danach war Ruhe im Karton. Ganz nebenbei: Wir lieben die Sonne, sind viel draußen und machen mindestens 2 Sonnenurlaube im Jahr. Soviel also zum Text oben. Ich sehne mich nach fundierten und gut recherchierten Artikeln abseits des Boulevards.

Seiten