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Aktivkohle in Kosmetika

Kohle heißt der neue Trend im Kosmetikbereich. Das Magazin Öko-Test hat 15 Produkte getestet, die mit der reinigenden Wirkung von Kohle werben. Das ernüchternde Ergebnis: Keines der Produkte hält, was es verspricht. Dafür fanden die Tester Schadstoffe.

Aktivkohle Trend Als Wundermittel für Gesundheit, Wohlbefinden und Schönheit wird Aktivkohle schon lange gehandelt; spätestens seit Hollywood-Star Gwyneth Paltrow auf kohlschwarze Smoothies steht, ist Kohle wieder en vogue.

Nun ist der pechschwarze Trend auch auf die Kosmetik-Industrie übergeschwappt. Hersteller von Zahncremes, Peelings und Masken versprechen, dass Kohle in ihren Produkten wahre Wunder wirkt. Die Logik dahinter: Aktivkohle wird eingesetzt, um Schadstoffe zu filtern. Die stark absorbierende Wirkung von Aktivkohle soll also auch Zähne weiß machen und Poren von Ablagerungen befreien können. 

Das Magazin "Stiftung Ökotest" hat den Trend genauer unter die Lupe genommen und 15 Produkte mit Aktivkohle untersucht. Das Ergebnis: Von einer reinigenden oder heilsamen Wirkung kann keine Rede sein. Viele Produkte enthielten zudem polyzyklische aromatische Wasserstoffe (PAK), die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. 

In den Inhaltsstoffen der schwarzen Kosmetika fanden die Tester Kohlenstoffverbindungen wie "Charcoal Powder" sowie "Carbon Black" und "CI 77266".

"Dass sich bei der Herstellung von Charcoal Powder und Carbon Black polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bilden können, haben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf Nachfrage von ÖKO-TEST bestätigt", 

heißt es auf der Website von Ökotest. 

Bedenkliche PAK-Werte bei Peeling von LUSH 

Fast alle getesteten Produkte enthielten PAKs, allerdings in sehr geringen Dosierungen. 

In der Lush "Coalface" Peelende Gesichtsseife und dem Lush "Dark Angels" Gesichts- & Körperreiniger allerdings wies das Labor Konzentrationen des als krebsverdächtig eingestuften Naphthalin (auch: Steinkohlenteerkampfer) nach, die Öko-Test für bedenklich hält. 

Von der Zeitschrift Öko-Test befragt, konnte oder wollte übrigens keiner der getesteten Anbieter eine Wirksamkeitsstudie für die kohlschwarzen Kosmetikprodukte vorlegen. 

Das Fazit der Tester:

"Wenn man sich mit einem Reinigungsprodukt aufgrund der enthaltenen Schadstoffe fast noch mehr Schmutz auf die Haut reibt, als man herunterwäscht, läuft etwas gehörig schief."

(lin)

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