Genuss mit gutem Gewissen | EAT SMARTER
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"Corporate Social Responsibility"

Genuss mit gutem Gewissen

Whollees nimmt seine Corporate Social Responsibility ernst Whollees nimmt seine Corporate Social Responsibility ernst

Die eigene Idee verwirklichen und sich selbstständig machen – davon träumen viele. Doch das alleine reicht manchmal nicht zum Glücklichsein. EAT SMARTER stellt Menschen vor, die den Gewinn ihrer Food-Produkte teilen.

Corporate Social Responsibility (CSR)? Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Firmen, die einen Teil Ihrer Gewinne spenden, übernehmen eine Corporate Social Responsibility (deutsch: Unternehmerische Sozialverantwortung). Dass das nicht immer riesige Firmen sein müssen, die eh hohe Gewinne erwirtschaften, zeigen wir Ihnen.

Christian Wiebe lacht. "Ja, unser Gründungsmythos stimmt." Denn diese Geschichte hätte Hollywood sich kaum besser ausdenken können: Der junge Profifußballer Benjamin Adrion sieht im Trainingslager auf Kuba, wie schlecht die Einheimischen mit Trinkwasser versorgt sind. Zurück in Hamburg beschließt der St.-Pauli-Spieler zu helfen. Er organisiert einen Infoabend, zu dem auch Christian Wiebe ging: "Ich war begeistert." Sofort bietet er Unterstützung an und hilft, den Verein, "Viva con Agua" zu gründen. "Helfen soll Spaߨ machen, das ist unsere Philosophie", erklärt Christian Wiebe, "wir wollen nicht in der Fußgängerzone stehen und den Menschen mit einem Überweisungsträger auflauern. Entwicklungsarbeit muss sexy sein." 2007 wurde für die "Viva con Agua Wassertage" ein eigenes Flaschenwasser produziert. Das kam so gut an, dass der Verein das Wasser dauerhaft verkaufen wollte. Es hat jedoch drei Jahre gedauert, bis es so weit war. "Das war ein sehr steiniger Weg", sagt Wiebe, "die rechtliche Lage war kompliziert." Und wie geht es jetzt weiter? Wiebe: "In den letzten Jahren sind wir sehr gewachsen. Wir wollen mit regionalen Abfüllern zusammenarbeiten, um in ganz Deutschland unser soziales Wasser anbieten zu können."

Corporate Social Responsibility – am Beispiel Viva con Agua

Christian Wiebe (40) ist Gründungsmitglied und Pressesprecher von Viva Con Agua e. V. 2010 hat der Verein eine GmbH und eine Stiftung gegründet, um sein Wasser ("Laut" mit Kohlensäure und "Leise" ohne Kohlensäure) verkaufen und den Gewinn spenden zu können. So fließen 60 Prozent der Gewinne ab "Break Even" in Wasserprojekte der Welthungerhilfe. Das Business-Modell: 40 Prozent Anteil an der GmbH hält die Stiftung, nur 20 Prozent der Verein.

Corporate Social Responsibility – am Beispiel Whollees

Florian Jung (28) und James Kothanikkel (28) wussten schon während ihres Wirtschaftsstudiums: "Wir wollen etwas Eigenes machen – aber etwas anders, als es uns hier beigebracht wird." Auf einer Afrika-Reise traf Jung einen Einheimischen, der lokale Entwicklungshilfe mit Wirtschaft kombiniert hat. Der Deutsche war begeistert: "Das wollte ich auch: eine Firma gründen, mit der ich helfen kann, soziale Probleme zu lösen." Den beiden war schnell klar, dass sie ein Food-Produkt verkaufen wollten. "Das konnten wir in unserer WG-Küche selbst entwickeln", sagt Florian Jung. Das Ergebnis: Whollees – drei leckere und vor allem gesunde Säfte, von deren Umsatz ein Prozent an lokale Hilfsorganisationen gespendet wird.

Corporate Social Responsibility – am Beispiel Salatfritz

"Schon als Neunjähriger war ich in meiner Familie für die Salatsaucen zuständig", sagt Jan Daniel Fritz (44), "Ich habe schon damals gerne experimentiert und zum Beispiel anstatt Zucker Marmelade verwendet." Seit Mai 2011 gibt es seine Bio-Kreationen wie zum Beispiel "Sesamapfel" oder "Nussbeere" nicht mehr nur für die Fritz-Familie, sondern für alle. Zehn Prozent des Gewinns spendet Jan Daniel Fritz: "Da ich aber noch keinen Gewinn erwirtschafte, zahle ich im Moment aus eigener Tasche." Woher kommt die soziale Ader? Er lacht: "Paul Newman ist mein Vorbild." Der Schauspieler hat vor dreißig Jahren eine Salatsauce entwickelt, deren Gewinn seitdem gespendet wird. Doch Salatfritz hilft auch direkt: Für die Verpackung und den Versand der Salatsaucen beschäftigt er zwei Frauen mit geistiger Behinderung. (bor)
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