Küchenmaterialien im Check | EAT SMARTER
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Küchenmaterialien im CheckDurchschnittliche Bewertung: 3152

Marmor macht Messer stumpf

Küchenmaterialien im Check

Holz, Edelstahl, Stahl, Teflon, Plastik, Kupfer, Eisen, Gummi - im Wirr-Warr der modernen Küchenmaterialien blickt kaum jemand durch. Welche Materialien sind die besten? EAT SMARTER hat beim Profi nachgefragt.

Der Markt bietet heute fast jedes Küchenutensil aus jedem Material: Schneidebretter aus Holz, Glas, Edelstahl, Kunststoff oder Marmor; Pfannen aus Edelstahl, Eisen oder Aluguss – mit oder ohne Teflonbeschichtung, mit und ohne Versiegelungen. Die Auswahl ist unüberschaubar, die Kaufentscheidung fällt schwer. Rostfreie Messer? Klingt doch super! Was aber viele nicht wissen: Im Geschirrspüler können auch sie rosten, weil die Salze des Spülmittels den Rostschutz auf den Klingen aufheben. Wir baten Rolf Jehring, Gründer und Inhaber des Küchenzubehörhandels Cucinaria in Hamburg zum Gespräch.

Holz- oder Kunststoffbrett?

Das ist bei Schneidebrettern die alte und große Frage. Rolf Jehring weiß die Antwort: „Holz ist eindeutig besser, vorausgesetzt, man beachtet die Pflegeanleitungen für derartige Naturprodukte. Holz wirkt antibakteriell und ist hygienischer, als Kunststoffprodukte.“ Tests haben sogar ergeben, dass sich Keime in den unvermeidbaren Schneiderillen von Kunststoffbrettern besonders lange halten. Aber warum benutzen Profiköche dann Kunststoffbretter? „Weil es offiziell in der Gastronomie nicht erlaubt ist, Holz zu verwenden“, erklärt Rolf Jehring. „Es geht sogar so weit, dass Köche für jedes Lebensmittel (Gemüse, Fleisch, Fisch usw.) unterschiedliche Plastik-Bretter verwenden müssen. Diese sind farbig sortiert – blau für Fisch, grün für Gemüse. Diesen Unsinn haben sich unsere Gewerbeämter einfallen lassen,“ klagt der Küchenprofi über die Gepflogenheiten der Bürokratie. Übrigens: Schneidebretter aus Marmor und Glas sind derzeit zwar in Mode, aber ganz schön unsinnig: sie machen die Messer stumpf.

Edle Stahl-Töpfe

Bei Kochtöpfen ist Edelstahl das beste Material. „Es ist vielseitig, robust und hygienisch“, so Rolf Jehring. Der Nachteil: Edelstahl ist im Vergleich beispielsweise zu Kupfer ein schlechter Wärmeleiter. „Dafür speichert es die Wärme gut. Jeder, der Edelstahltöpfe besitzt, weiß wie lange das Gargut darin warm bleibt.“ Auch Kupfertöpfe eignen sich, sind aber etwas teurer. Und sie haben einen kleinen Haken: Kupfer ist nicht lebensmittelecht. In Verbindung mit verschiedenen Säuren kann giftiger Grünspan entstehen. Deshalb sind viele Kupfergeschirre auch innen speziell beschichtet, auf diese Ausstattung sollte man beim Kauf achten.

Woks für kaum einen Herd geeignet

Für aromatische Krusten beim Braten müssen Pfannen Wärme besonders gut leiten können. „Und das funktioniert am besten mit Pfannen aus Eisen“ sagt Rolf Jehring. „Im Wok wird mit möglichst hoher Temperatur sehr kurz gegart. Das Kochen im Wok sollte am Besten auf Gas geschehen, da Ceranfelder zu wenig Leistung haben und die Form des Wok-Bodens für Ceranfelder meist völlig ungeeignet ist. Bei Induktionsherden gibt es spezielle Wokkocher. Auf einem normalen Induktionsfeld ist das Wokkochen ebenfalls nur eingeschränkt sinnvoll.“

Küchenmaterialien im Überblick

Bambus

Vorteil: wächst schnell, ist hart, verzieht sich nicht, pflegeleicht, für Bretter, Löffel Heber, Steamer, Skimmer Nachteil: optisch nicht aufregend

Eisen

Vorteil: preiswert, stabil, gute Bratergebnisse (Pfannen), günstig, robust (Formen) als Gusseisen nicht verformbar Nachteil: rostet, schwer

Gummi

Vorteil: Naturprodukt, hochelastisch und stabil Nachteil: teuer, nicht dauerhaft, färbt durch Öle

Holz

Vorteil: vielseitig einsetzbar, Naturprodukt, nachwachsend, eines der besten Materialien für die Küche, preiswert, leicht, stabil, schön, vielfältig Nachteil: die meisten können damit nicht umgehen, nicht für die Geschirrspülmaschine geeignet, reißt bei falscher Behandlung

Kunststoffe

Vorteil: teilweise sinnvoll, pflegeleicht, günstig Nachteil: kein Naturprodukt, teilweise Weichmacher, nicht recyclingfähig

Marmor

Vorteil: als Mörser und Pastaunterlage sinnvoll Nachteil: schwer, bricht leicht

Glas

Vorteil: für Gefäße hervorragend, säurebeständig, teilw. hitzebeständig, transparent, Universalwerkstoff Nachteil: bricht leicht, nicht immer hitzebeständig, kalt, hart

Kupfer

Vorteil: bester Wärmeleiter (Kochtöpfe) Nachteil: nicht lebensmittelecht, nur mit Oberflächen wie Edelstahl, Zinn usw. verwendbar, teuer, schwer

Stahl

Vorteil: Als Edelstahl extrem vielseitig, für fast alle Küchenprodukte verwendbar, robust, hygienisch Nachteil: schlechter Wärmeleiter

Teflon

Vorteil: antihaftend Nachteil: nicht beständig

 
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Bei der Aufzählung wurde Aluminium (gepresst und auch gegosen) vergessen.
 
Zu Teflon: "Nachteil: Nicht beständig". Was heißt das?