Übergewichtige Menschen diskriminiert | EAT SMARTER
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Besonders Frauen

Übergewichtige Menschen fühlen sich diskriminiert

Übergewichtige Menschen fühlen sich benachteiligt Übergewichtige Menschen fühlen sich benachteiligt

Menschen mit Übergewicht haben in der Gesellschaft leider häufig mit Vorurteilen zu kämpfen. Dieses Schubladendenken scheint bei ihnen Spuren zu hinterlassen: Laut einer aktuellen Studie fühlen sich übergewichtige Menschen diskriminiert. Besonders Frauen seien davon betroffen. EAT SMARTER stellt Forschungsergebnisse vor.

Die Studie

Nachdem bereits Forschungen in den USA und Großbritannien ergeben haben, dass sich übergewichtige Menschen diskriminiert fühlen, wurde dieses Empfinden nun erstmals für Deutschland von der Universität Leipzig untersucht. Hierfür wurden rund 3.000 Menschen telefonisch danach befragt, ob sie in ihrem Leben Benachteiligungen aufgrund ihres Körpergewichts erfahren haben. Dies beinhaltete sowohl unsensible und respektlose Kommentare sowie konkrete Diskriminierungen auf dem Wohn- oder Arbeitsmarkt. Zusätzlich wurden das Alter, Bildung, Geschlecht und das aktuelle Körpergewicht notiert.

Das Ergebnis

Je stärker das Übergewicht, desto mehr Diskriminierung haben die Menschen erfahren. Etwa sieben Prozent der Befragten sind schon einmal mit Ablehnung aufgrund ihres Körpergewichts in Berührung gekommen. Betroffene mit schwerer Adipositas (BMI über 40) berichten zu fast 40 Prozent über eine Benachteiligung in ihrem sozialen Leben. Bei denen mit mittlerer Adipositas (BMI 30-39,9) waren es 10 bis 18 Prozent. Übergewichtige Menschen (BMI 25-29,9) fühlten sich zu etwa sechs Prozent diskriminiert, so die Ergebnisse der Studie.

Bauchumfang messenIm sozialen Leben haben vor allem Frauen mit ihrem Übergewicht zu kämpfen: Etwa 21 Prozent der Betroffenen geben an, bereits Benachteiligungen aufgrund ihres Körpergewichts erfahren zu haben. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es acht Prozent. "In dieser Studie wird zum ersten Mal das Ausmaß gewichtsbedingter Diskriminierung in Deutschland deutlich. Es handelt sich also nicht nur um ein Einzelphänomen, sondern betrifft vor allem Frauen mit höherem Gewicht", erklärt Dr. Claudia Luck-Sikorski, Leiterin der IFB-Forschungsgruppe „Stigmatisierung bei Adipositas“ an der Universität Leipzig.

Weltweit nimmt die Zahl der von Adipositas betroffenen Menschen zu. Um dem Stressfaktor und der Diskriminierung entgegenzuwirken, wird bereits über eine gesetzliche Regelung gegen die Benachteiligung nachgedacht. Das Ziel der Forschungen ist es, ein besseres Verständnis und die Entwicklung von Gegenmaßnahmen.

(jbo)

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