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Diplom-Psychologe Rolf Schmiel gibt Tipps

So halten Sie Ihre Vorsätze fürs neue Jahr durch!

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Mehr Sport treiben, fünf Kilo abnehmen oder endlich mit dem Rauchen aufhören: neues Jahr – neue Vorsätze. Unser Motivationsexperte verrät, wie Sie Ihre Vorsätze fürs neue Jahr auch erreichen.

Warum ist der Jahresbeginn der beliebteste Zeitpunkt, um etwas zu verändern?

Inhaltlich gibt es dafür keine Gründe. Aber Menschen tendieren dazu, ritualisierte Hand­lungen zu bevorzugen – zum Beispiel beginnen wir einen neuen Job immer am 01. oder 15. eines Monats. Rein technisch könnten wir das an jedem beliebigen Tag. Außerdem hat der Jahresbeginn für viele Menschen einen beson­deren Zauber, den sie sich zu Nutzen machen wollen. Denn wer an den Zauber glaubt, dem kann er zusätzliche Kraft geben. Doch oft ver­puffen die guten Vorsätze so schnell wie die Raketen in der Silvesternacht.

Warum halten wir unsere Vorsätze fürs neue Jahr oft nicht durch?

Meistens werden die guten Vorsätze nicht ernst genug genommen. Sie sind eher ein Spiel und gehören zu Silvester wie zum Bei­spiel das Bleigießen. Alljährlich beliebt sind: mit dem Rauchen aufhören oder ein paar Kilo ab­nehmen. Eigentlich sind das vernünftige Ideen, die trotzdem sehr oft in der Umsetzung scheitern. Doch wenn Sie sich ernsthaft vornehmen, etwas zu verändern und einige Tipps beachten, wird es viel eher funktionieren.

Was wäre denn der erste Tipp zum Durchhalten?

Definieren Sie ein klares Ziel, zum Beispiel: Bis zum Frühlingsbeginn am 20. März 2013 will ich fünf Kilo abnehmen! Und nicht nur allgemein: Ich möchte etwas abnehmen. Je exakter Sie das Ziel vorgeben, desto eher können Sie es auch erreichen.

Ich habe mir ein festes Ziel gesteckt – was nun?

Entwickeln Sie einen Plan mit festen Hand­lungsschritten. So gehört zum Beispiel zum Abnehmen immer auch eine Ernährungsum­stellung und viel Bewegung. Planen Sie des­halb, wann Sie Sport treiben: beispielsweise mittwochs um 19 Uhr Joggen. Für das Einkau­fen brauchen Sie Listen mit gesunden und leichten Lebensmitteln. Schreiben Sie außer­dem in den Plan, bis zu welchem Datum Sie Ihre Zwischenziele erreicht haben wollen.

Und wie stelle ich sicher, dass ich mich an meinen Plan halte?

Suchen Sie sich einen Verbündeten, der Ihr Verhalten objektiv kontrolliert und protokol­liert. Vereinbaren Sie mit ihm fixe Termine für den Rapport, zum Beispiel jeden Sonntag-abend. Der Verbündete darf und muss Sie er­mahnen, wenn Ihr Engagement nachlässt. Wichtig: Schließen Sie mit Ihrem Verbündeten einen Vertrag. Und wie bei jedem Vertrag muss auch in dieser Verein­barung stehen, wie ein Vertragsbruch bestraft werden soll. Zum Beispiel: einen Monat die Hausarbeit übernehmen, einen bestimmten Betrag an den Tierschutzverein spenden oder das Auto des Verbündeten waschen. Je ärger­licher die Strafe ausfällt, desto besser – denn mit nötigem Druck zeigen die meisten Men­schen ungeahnte Einsatzbereitschaft. Der Ver­bündete kann Sie auch auf Ihrem Weg zum Ziel begleiten – zum Beispiel indem er mit Ihnen zum Sport geht, Ihnen beim Aufräumen hilft oder Sie beim Kochen unterstützt.

Wie gehe ich mit kleinen Rückfällen um?

Überlegen Sie sich vorher genau, ob die guten Vorsätze auch wirklich zu Ihnen passen oder ob Sie nur aus einer Laune heraus entstanden sind. Denn dann wird es Ihnen keinen Spaß machen und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass Sie den Vorsatz nicht durchhalten werden. Wenn der Vorsatz aber zu Ihnen passt, dann müssen Sie sich nicht demotivie­ren lassen, wenn Sie einen kleinen Rückfall er­leiden. Machen Sie einfach weiter. Passen Sie nur auf, dass Sie nicht dem „Dreisatz des Ver­sagens“ verfallen: erst ablenken lassen, dann schleifen lassen und schließlich ganz bleiben lassen. In solchen Situationen sollte Ihr Ver­bündeter aufpassen, dass Sie nicht aufgeben.

 

Rolf SchmielRolf Schmiel (www.rolfschmiel.de) ist Diplom-Psychologe und Motivationstrainer aus Essen. Er zählt zu den führenden deutschen Experten der Erfolgspsychologie. 1999 gründete Rolf Schmiel sein wirtschaftspsychologisches Coaching-Institut. Er berät große Unter-nehmen wie zum Beispiel Audi, Siemens, Lufthansa oder die AOK. Außerdem hat er vier Bücher allein zum Thema Motivation veröffentlicht.

Interview: Katharina Borgerding

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