Warum träumen wir? Ein Schlafmediziner klärt auf | EAT SMARTER
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Traumforschung

Warum träumen wir? Ein Schlafmediziner klärt auf

Eine gute Frage: Warum träumen wir? © Anton Maltsev - Fotolia.com Eine gute Frage: Warum träumen wir? © Anton Maltsev - Fotolia.com

Warum träumen wir? Diese Frage beschäftigt viele Menschen – vor allem, weil nicht alle Träume seicht und angenehm sind, sondern teilweise auch Ängste hervorrufen, die uns schweißnass aufwachen lassen. Was bedeuten unsere schlimmsten Albträume und wie können wir aus ihnen lernen? Schlafmediziner Prof. Dr. Schredl erklärt, was es mit dem Träumen auf sich hat.

Immer wieder der gleiche Traum: Mein kleiner Bruder rutscht eine endlose Wasserrutsche vor mir hinab und droht zu ertrinken. Ich schaffe es nie, ihn einzuholen – egal wie sehr ich mich anstrenge. Jahrelang hing ich in diesem Albtraum fest. Jede Nacht. Ursache war wohl, dass mein Bruder im Tunesienurlaub beinahe wirklich vor mir im Hotelpool ertrunken wäre und ich ihn nicht gerettet hatte, obwohl ich schwimmen konnte. Wie ich den Albtraum schließlich besiegte? Ich lernte auch im Schlaf endlich zu erkennen, dass alles ein gutes Ende genommen hat und es meinem Bruder bis heute bestens geht.

Warum träumen wir?

Es ist eine Frage, die bereits die Menschen in der Antike umtrieb: Warum träumen wir? Inzwischen ist klar: „Wir wissen, dass das Gehirn während der Nacht nicht stillsteht“, sagt Prof. Dr. Michael Schredl, Leiter des Schlaflabors am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Im Schlaf speichern wir tagsüber Gelerntes. Aber: Welche Rolle Träume bei dieser Gedächtniskonsolidierung spielen, so Schredl, sei ungewiss.

Erinnern oder vergessen

„Inwieweit man sich an seine Träume erinnert, ist sehr variabel.“ Die Traum-erinnerung reicht von fast nie bis jeden Morgen. Frauen haben ihre Träume in der Regel häufiger präsent als Männer. Kreativität spielt eine Rolle. Der Hauptfaktor ist die Aufmerksamkeit: Wem Träume viel bedeuten, bei dem steigt die Traumerinnerung erheblich an.

Flucht, Nacktheit oder freier Fall – Traumsymbole deuten

„In der Wissenschaft bezeichnet man diese Dinge eher als Themen, wohingegen Symbole ein Baum oder ein Auto sind“, erklärt Traumforscher Schredl. Die Bedeutung dieser Themen sei vielfältig, deshalb sei mit pauschalen Deutungen vorsichtig umzugehen. Wenn man sich aber bei einem Fluchttraum oder dem freien Fall die Grundmuster anschaue, erkenne man gewisse Bedeutungen, die auf Themen im Wachzustand hinweisen können – zum Beispiel die Angst vor Kontrollverlust.

Können wir unsere Träume positiv beeinflussen?

„Leider ist das kaum möglich“, dämpft Michael Schredl zu hohe Erwartungen. Träume greifen auf, was uns am Tag beschäftigt. Sie lassen sich nicht bewusst steuern oder beeinflussen. Was ist also die beste Methode für süße Träume? Schredl rät: „Verbringen Sie einfach einen entspannten und positiven Tag!“

Schnelle Hilfe bei Albträumen

Dennoch: Fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter Albträumen. Was können Betroffene tun? Schlafmediziner Prof. Dr. Schredl erklärt die Vorstellungs-Wiederholungs-Therapie/Imagery-Rehearsal-Therapy (IRT).

Schritt 1: Konfrontation – Der Traum wird zunächst am Morgen aufgeschrieben oder die wichtigste Traumszene gezeichnet.

Schritt 2: Bewältigung – Jetzt suchen Sie nach alternativen Lösungswegen für die belastende Traumsituation und schreiben so ein neues Ende für den Albtraum.

Schritt 3: Training/Wiederholung – Die neue Bewältigungsstrategie wird dann zwei Wochen lang 3-mal pro Tag 5 bis 10 Minuten lang innerlich wiederholt.

Werden alls Maßnahmen befolgt, sind Sie dem ruhigen und erholsamen Schlaf schon ein Stück näher gekommen...

(leu)

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Warum steht da als Feststellung, es sei kaum möglich, Träume zu beeinflussen? "Sie lassen sich nicht bewusst steuern oder beeinflussen." Natürlich ist das möglich. Es ist eine Sache der Übung und es hilft nicht nur, keine Alpträume mehr zu haben, sondern auch, sich selbst besser kennen zu lernen und mit Grundthematik (oder -problematik) zu arbeiten. Mich ärgern solche 'wissenschaftlichen' Aussagen.