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29. Januar 2016

Wie gefährlich ist das Zika-Virus?

Die wichtigsten Antworten zum Zika-Virus: Wie gefährlich ist es, wie kann man sich anstecken, wie schützen, und was sollten Schwangere beachten?

Mücke sitzt auf der Haut und sticht zu

Ein seltsames Virus beunruhigt Frauen auf der ganzen Welt: Das Zika-Virus. Es steht im Verdacht, bei Föten zu Mikroenzephalie führen. Die Säuglinge haben dabei einen verminderten Kopfumfang und unterschiedlich stark ausgeprägte geistige Behinderungen.

Mikroenzephalie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden: genetische Defekte, Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft, aber auch Infektionen bei der Mutter. 

Der Verdacht, dass das Zika-Virus diese Fehlbildung verursachen kann, hängt mit einer Häufung von Mikroenzephalie-Fällen in Brasilien zusammen. Nach Informationen des brasilianischen Gesundheitsministeriums wurden in den Jahren 2010 bis 2014 in Brasilien jährlich zwischen 150 und 200 Kinder mit Mikroenzephalie geboren. Seit vor knapp einem Jahr das Zika-Virus massenhaft in Amerika und im Südpazifik-Raum auftritt, ist die Zahl der mit zu kleinem Kopf geborenen Kinder auf 3530 in die Höhe geschnellt. 

Einige betroffene Länder raten Frauen derzeit davon ab, Kinder zu bekommen – Guatemala gar bis 2018.

Wie wird das Virus übertragen?

Das Zika-Virus wird durch die Tigermücke (Aedes aegypti bzw. Aedes albopictus) übertragen. Auch eine Übertragung durch sexuelle Kontakte oder Blut sei möglich, aber unwahrscheinlich, wird der Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit (Bernhard-Nocht-Tropeninstitut Hamburg) von "ZDF Heute" zitiert. Insgesamt sind in Mittel- und Südamerika mitterweile 21 Länder betroffen, darunter beliebte Urlaubsziele wie Martinique, Barbados und die Dominikanische Republik. 

„Auch in Südeuropa ist mit Fällen zu rechnen, da die asiatische Tigermücke, die das Zika-Virus überträgt, dort in weiten Teilen inzwischen heimisch ist", sagt Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit. Für Deutschland sei die Gefahr als gering einzuschätzen, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden worden sei. "Ein Ausbruch wie in Brasilien ist nicht zu erwarten“, so Schmidt-Chanasit. 

In den vergangenen Jahren ist eine Infektion mit dem Virus vereinzelt bei deutschen Reiserückkehrern diagnostiziert worden. Seit 2013 hat das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zehn Fälle festgestellt.

Für wen ist eine Infektion gefährlich? 

Die Symptome der Zika-Virus-Infektion fallen meist milde aus: Erkrankte haben nur leichtes Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschlag, nach 2 bis 7 Tagen ist die Infektion im Regelfall überstanden. Oft bemerken Betroffene die Infektion gar nicht. 

Reiserückkehrer mit Verdacht auf eine Zika-Virusinfektion sollten sich dennoch in ärztliche Behandlung begeben.

Ein Zusammenhang zwischen einer Zika-Virus-Infektion und Mikroenzephalitis ist noch nicht endgültig bewiesen. Dennoch lautet die Empfehlung von Gesundheitsorganisationen weltweit: Schwangere Frauen und Frauen, die ein Kind bekommen möchten, sollten bis auf weiteres keine Länder besuchen, in denen es zu Infektionen mit dem Zika-Virus kommt.  

Ist eine Reise nicht zu vermeiden, ist auf peniblen Schutz vor Mücken zu achten. 

Frauen, die schwanger sind und die betroffenen Gebiete bereist haben, suchen am besten ihren Hausarzt oder Frauenarzt auf. 

Wie beugt man einer Infektion vor? 

Gegen das Zika-Virus gibt es kein spezielles Medikament, und auch ein Impfstoff ist noch nicht auf dem Markt, obwohl zurzeit fieberhaft daran geforscht wird.

Der einzige wirksame Schutz: Wer in betroffene Gebiete reist, sollte sich vor Stichen der Tigermücke schützen. Da die Mücke anders als andere Arten auch tagsüber zusticht, reicht ein Mückennetz für das Bett nicht aus. Tagsüber sollte lange, helle Kleidung getragen und zusätzlich ein Mückenschutzmittel aufgetragen werden. 

Detaillierte und hilfreiche Tipps zum Mückenschutz gibt es auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin.

Das Auswärtige Amt hat ein Merkblatt für Reisende zum Zika-Virus herausgegeben. 

 

Die wichtigsten Infos zum Zika-Virus kurzgefasst

✔︎ Übertragung
Der Zika-Virus wird durch die Tigermücke übertragen. Welche Rolle eine Infektion durch Sex oder Blut spielt, ist noch offen. 

✔︎ Verbreitung
Afrika, Amerika, Asien und Pazifik-Region. 

✔︎ Symptome
Leichtes Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung. Die Symptome klingen nach 2 bis 7 Tagen ab. 

✔︎ Behandlung
Gegen das Zika-Virus gibt es weder einen Impfstoff noch spezielle Medikamente.

✔︎ Risiko für Schwangere
Der Zusammenhang zwischen einer Zikavirus-Infektion im 1. Trimenon der Schwangerschaft und dem Auftreten von Mikroenzephalie ist zwar nicht eindeutig bewiesen, scheint aber durchaus möglich zu sein. Schwangere sollten Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen möglichst vermeiden. Sollte eine Reise nicht zu vermeiden sein, ist auf einen konsequenten Mückenschutz zu achten.

✔︎ Vorbeugung
Die beste Vorbeugung vor einer Ansteckung mit dem Zika-Virus ist, sich vor Mückenstichen zu schützen. Dazu gehören ein imprägniertes Mückennetz über dem Bett ebenso wie ein wirksames Mückenmittel und das Tragen langer, heller Kleidung.  

(lin)

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