Entdecken Sie Paris! | EAT SMARTER
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Kulinarische Reise

Entdecken Sie Paris!

Frankreich ist die Heimat der Haute Cuisine, gutes Essen gehört hier zum guten Ton. Und wo kann man am besten essen wie Gott in Frankreich? Natürlich in Paris! Kommen Sie mit auf eine einzigartige kulinarische Reise und entdecken Sie die Metropole der Gourmets. Auch wenn Gott in den Restaurants der Seine-Metropole beim Bezahlen manchmal etwas blass wird – denn die himmlische Qualität hat ihren Preis.

Kulinarische Reise in Paris

Die Stadt der Liebe

Stadt der Liebe, Stadt der Mode, Stadt der Kultur – Paris hat viele Facetten. Vor allem aber ist die Metropole an der Seine eines: die Stadt der Gourmets. Kein anderes Land zelebriert gutes Essen und Genuss so sehr wie Frankreich. „Wir haben die beste Küche der Welt!“, behauptete vor einigen Jahren stolz der damalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Und steht mit seiner Meinung nicht allein da – die französische Küche wird weltweit für ihre Vielfalt und ihr Niveau verehrt. 2010 gab es dann den ultimativen Ritterschlag, als die „Cuisine française“ von der UNESCO offiziell zum Weltkulturerbe erklärt wurde. So etwas hatte es bis dahin noch nicht gegeben.

Essen als Lebenseinstellung

Wer in die Welt der französischen Küche eintauchen möchte, muss nach Paris reisen. Das Klischee vom Mann mit Ringelshirt und Baskenmütze, der lässig ein Baguette unter dem Arm trägt, bestätigt sich vielleicht nicht an jeder Ecke. Trotzdem merkt man hier sofort: Essen, das ist für Franzosen weit mehr, als nur den Hunger zu stillen. Es ist ein soziales Event, Geschäftsabschlüsse, Familienangelegenheiten, alles wichtige wird hier am liebsten im Restaurant erledigt. Dabei hat Pwaris kulinarisch gesehen ganz unterschiedliche Gesichter: vom kleinen familiengeführten Bistro bis zum Sternerestaurant, vom einfachen Crêpe bis zum Zehn-Gänge-Menü, findet man in den 20 Pariser Arrondissements, den Stadtbezirken, für jedes Bedürfnis und jeden Geschmack etwas. Aushängeschild der Metropole sind die vielen vom Guide Michelin ausgezeichneten Sternerestaurants. Neben den Stars der Gourmetszene wie Alain Ducasse und Paul Bocuse kochen sich inzwischen auch immer mehr junge Pariser wie Akrame Benallal in die Top-Liga der Küchenchefs. Benallal erhielt 2014 für das „Akrame“ erstmals zwei Michelin-Sterne.

Zu den mit der Bestnote von drei Sternen ausgezeichneten Gourmettempeln gehören zum Beispiel das „Ambroisie“, „Meurice“, „Arpège“ und „Ledoyen“. Ein Besuch in einem der Sternerestaurant ist auf jeden Fall ein Erlebnis – allerdings ein teures. Doch Paris wäre nicht Paris, wenn es nicht auch dafür eine kulinarische Lösung gäbe. „Bistronomie“ heißt ein Trend, der gerade die Stadt erobert: Restaurants bieten High-Class-Küche in zwanglosem Rahmen und zu vergleichsweise moderaten Preisen. So zum Beispiel das „Le Comptoir du Relais“ am Odéon im Viertel Saint-Germain-des-Prés, dessen Küchenchef Yves Camdeborde als Vorreiter des „Bistronomie“-Trends gilt.

Noch ein wenig lässiger und vor allem familiärer präsentieren sich die klassischen Brasserien und gemütlichen Bistros, die man in Paris an jeder Straßenecke findet. Zu den bekanntesten Delikatessen, die hier serviert werden, gehören Foie gras (Gänsestopfleber), Escargots (Weinbergschnecken) und ja, auch Froschschenkel (Cuisses de Grenouilles) stehen oft auf der Karte. Caneton à l’Orange (Ente in Orangensauce), Bœuf bourguignon (geschmortes Rind in Burgundersauce), Steak tartare (rohes Rinderhack mit Ei und Gewürzen) und Moules marinières (gedünstete Muscheln in Weißwein) sind weitere typische Gerichte, die übrigens genauso gut schmecken, wie sie klingen. Tipp: Die traditionelle französische Küche schmeckt am besten im „Chardenoux-des-Prés“. Chefkoch Cyril Lignac kredenzt hier bestes Sea Food und Steaks, und ein 3-Gänge-Menü gibt es bereits für unschlagbare 39 Euro.

Fleischgenuss statt vegetarisch

Apropos Steak: Während die halbe Welt den Trend fleischloser Ernährungsformen lebt, zelebrieren die Franzosen demonstrativ ihre Liebe zum Fleisch. Natürlich gibt es auch einige gute vegetarische Restaurants (Tipp: das „Le Potager du Marais“), aber die Vielzahl reiner Fleischrestaurants ist beachtlich. Und wer einmal im „Charbon Rouge“ ein Chateaubriand vom Charolais-Rind probiert hat, wird das Wort „Tofu“ wahrscheinlich für immer aus seinem Wortschatz streichen. „Merveilleux“ – wunderbar –, seufzen die Gäste hier zufrieden.

Monothematische Restaurants gibt es aber auch für andere Spezialitäten. Im „Le Soufflé“ stehen nur Soufflés auf der Karte, im „La Maison de la Truffe“ gibt es Feines mit Trüffeln, im „Maison Prunier“ Kaviar. Auch wer es süß liebt, kommt in Paris voll auf seine Kosten: Tarte Tatin, ein gestürzter Apfelkuchen, Crème brûlée oder Crêpes Suzette, ein dünner Pfannkuchen mit Orangenfilets und Grand Marnier – Frankreich ist auch für seine Desserts berühmt. Einen Abstecher in eine der Filialen der vielen Luxuskonditoreien wie „Ladurèe“ (75 Avenue des Champs-Élysées), „Pierre Hermé“ (72 Rue Bonaparte) oder „Gérard Mulot“ (76 Rue de Seine) sollte man unbedingt einplanen. Denn Éclairs, Petits Fours und Macarons schmecken nirgendwo so gut wie hier. Schokoladenliebhaber steuern dann noch schnell die Chocolatiers „Patrick Rogers“ (108 Boulevard Saint-Germain) oder „Jean-Paul Hévin“ (231 Rue Saint-Honoré) an oder gönnen sich nach ausgiebiger Shoppingtour im Herzen der Stadt an der Schokoladen-Bar des Juweliers Mauboussin auf den legendären Champs-Élysées eine kleine Pause.

Wer es nicht ganz so schick mag, der besucht in Paris eines der vielen traditionellen Cafés am Boulevard Saint-Germain im 6. Arrondissement, die Märkte, Käsereien und Bistros im quirligen Künstlerviertel Montmartre oder einen der bunten Wochenmärkte wie den „Marché Mouffetard“ (5. Arrondissement), wo es von frischen Schnecken über Obst, Gemüse und Käse bis hin zu Fisch und Fleisch alles gibt, was Genießerherzen höherschlagen lässt.

Internationale Gaumenfreuden

In vielen Stadtteilen findet man außerdem sehr gute internationale Restaurants – mitunter sind sogar ganze Viertel auf eine einzige Länderküche spezialisiert, so wie in Little India (rund um die Metro-Station La Chapelle), in China Town im 13. und Little Africa im 18. Arrondissement. Geheimtipp: In der Rue Sainte-Anne in der Nähe vom Louvre gibt es eine ganze Reihe fantastischer japanischer Lokale. Ein wenig klingt das alles so, als wäre an der Seine die Zeit stehen geblieben. Doch bei aller zelebrierten Tradition: Auch in Paris erobern zusehends moderne Restaurantkonzepte die Stadt; junge Pariser feiern Burger-Bars und Food Trucks und entdecken den schnellen Snack zwischendurch. Die alte kulinarische Elite von Paris sieht das wahrscheinlich gar nicht gern. Immerhin hat Genuss in Frankreich seit jeher vor allem mit einem zu tun: Zeit.

Geht es nach den alteingesessenen Feinschmeckern, dann sieht ein klassischer Tag so aus: Er beginnt mit dem Petit Déjeuner, dem Frühstück, das eher bescheiden ausfällt. Ein Croissant, ein Café au Lait – fertig. Das Mittagessen, Déjeuner, hat deutlich mehr Gewicht: Es dauert gern einmal zwei Stunden und ein Glas Wein gehört in jedem Fall dazu. Am Abend geht es dann zum Dîner in eines der vielen Restaurants, wo auf Apéritif und Amuse-gueule (kleiner Appetithappen) ein Menü aus Entrée (Vorspeise), Plat (Hauptgericht) und schließlich Fromage (Käse), Dessert und ein Café folgen. Zum Essen trinkt der Franzose natürlich Wein – schließlich hat Frankreich auch die besten Weine der Welt.

Tipp: Wer etwas mehr zu Bordeaux, Burgunder, Merlot und natürlich auch Champagner erfahren möchte, dem sei ein Besuch im Musée du Vin, dem Weinmuseum in der Nähe des Eiffelturms, ans Herz gelegt. Und wenn das noch nicht reicht, findet man in der Buchhandlung „Librairie Gourmande“ nahe dem Amüsierviertel Montmartre reihenweise Lesestoff zur französischen Kulinarik und eine Riesenauswahl an guten Kochbüchern. Und hier treffen sich dann auch alle wieder – die jungen Leute, die sich über stylishe Sandwich-Bars freuen und abends Burger essen, und die alteingesessenen Pariser, die ihre Traditionen am Leben erhalten. Und inmitten der vielen Kochbücher merken sie: Am Ende geht es hier allen doch um dasselbe – die Freude am puren Genuss. Und der wartet in Paris immer noch an jeder Ecke.

Nicole Benke

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