Absinth | EAT SMARTER
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Absinth

Absinth war lange Zeit verboten Absinth war lange Zeit verboten

Der französische Absinth war bei Künstlern Kult - und bei uns lange verboten. Nun gibt es ihn wieder, und wir verraten, was den Kräuterlikör so besonders macht.

Das sollten Sie über Absinth wissen

Um Absinth, einen hochprozentigen Schnaps aus Kräutern, ranken sich viele Gerüchte, Skandale und Legenden. Viele berühmte Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts ließen sich von ihm inspirieren. Der französische Dichter Alfred de Musset schwärmte sogar von Absinth als der „grünen Muse“. In Verruf kam Absinth dann aber Mitte des vorigen Jahrhunderts, als es unter seinen Liebhabern auffallend viele schwere geistige und körperliche Erkrankungen sowie Todesfälle gab. Daraufhin wurden die Herstellung und der Verkauf von Absinth in den meisten Ländern verboten.

Inzwischen hat man den Absinth aber sozusagen rehabilitiert und das Verbot aufgehoben. Moderne Forscher fanden heraus, dass nicht der Likör selbst die Schuld an den sich häufenden Unglücksfällen unter den „Wermutbrüdern“ trug, sondern die früher schlechtere Qualität des nicht ausreichend reinen Alkohols. Davon enthielt Absinth mehr als reichlich: Bis zu 90 % Alkohol waren die Regel.

Viel geändert hat sich daran nicht – auch heute kann es Absinth je nach Hersteller und Sorte noch auf bis zu 90 % bringen; gängige Sorten enthalten etwa 45 % Alkohol. Das ist der Hauptgrund, warum man den Schnaps stets mit Wasser verdünnt genießt. Seine in der Flasche intensiv grüne Farbe verändert sich dann zu einem milchigen Hellgrün oder Gelb. Die „giftgrüne“ Farbe verdankt der Absinth übrigens nicht etwa Farbstoffen, sondern dem Chlorophyll aus den bei der Herstellung großzügig verwendeten Kräutern.

Klassischerweise nimmt man für Absinth vor allem Wermut und Anis, ersatzweise auch Fenchel oder Sternanis. Dieser Mix wird in reinem Alkohol eingeweicht und anschließend destilliert. Je nach Land und Hersteller färbt und aromatisiert man dieses Destillat dann noch mit Minze, Melisse oder anderen Kräuter.

Saison: Eine spezielle Saison für Absinth gibt es nicht.

Geschmack: Absinth schmeckt stark nach Anis und leicht bitter.

Herkunft & Geschichte: Als der Erfinder von Absinth gilt ein gewisser Franzose namens Dr. Pierre Ordinaire, der das Getränk erstmals im 18. Jahrhundert zusammenbraute.

Die Ähnlichkeiten mit einem anderen berühmten französischen Kult-Drink sind übrigens nicht zufällig: Monsieur Ordinaire verkaufte sein Rezept im Jahr 1797 an einen Landsmann namens Pernod.

Wie gesund ist eigentlich Absinth?

Auch wenn sein Erfinder den Absinth als Allheilmittel gegen Beschwerden jeder Art anpries: Der Kräuterlikör kann wie alles Hochprozentige nicht als gesund bezeichnet werden. Bestenfalls lässt sich sagen: Wer gesund und erwachsen ist, kann ohne Schäden für seine Gesundheit ruhig mal ein Glas Absinth (mit reichlich Wasser verdünnt) trinken.

Fakt ist: Absinth taugt nicht als Medizin und weder zur „Behandlung“ von einem allzu vollen Magen noch gegen andere Beschwerden.

Eine gewisse Zurückhaltung bei Absinth ist außerdem für Figurbewusste sinnvoll, denn der Likör liefert jede Menge (leere) Kalorien plus reichlich Kohlenhydrate bzw. Zucker.

Nährwerte von Absinth pro 100 ml
Kalorien 430
Eiweiß 0 g
Fett 0 g
Kohlenhydrate 10 g
Ballaststoffe 0 g

Einkaufs- und Küchentipps für Absinth:

Einkauf: Absinth bekommen Sie in jeder Getränkeabteilung bzw. jedem Supermarkt. Um auszuschließend, dass Sie gepanschten bzw. nicht einwandfreien Absinth ins Glas bekommen, sollten Sie ihn ausschließlich von Markenherstellern kaufen.

Lagerung: Wegen des hohen Alkohol- und Zuckergehalts hält sich Absinth auch in der geöffneten Falsche praktisch unbegrenzt.

Zubereitungstipps für Absinth

Nur sehr Hartgesottene mögen und vertragen Absinth pur – mischen Sie ihn also am besten immer mit reichlich frischem Wasser oder stillem Mineralwasser. Eiswürfel sind natürlich außerdem erlaubt.

In Frankreich mag man Absinth auch so: 1-2 Stück Würfelzucker auf einen Löffel legen, über das Glas halten und langsam kaltes Wasser über den Zucker träufeln. Oder man beträufelt den Zucker mit etwas Absinth, zündet ihn an und gießt das Ganze nach dem Löschen ins Glas.

Übrigens: Das Aroma der für Absinth verwendeten Kräuter macht ihn auch tauglich als Gewürz. Wenn keine Kinder mitessen, können Sie z.B. Fischsoßen und Rindfleischragouts oder Desserts mit einem kleinen (!) Schuss Absinth abrunden.

(Koe)

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