Anis | EAT SMARTER
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Anis

Anis das Allroundtalent - nicht nur in der Küche! Anis das Allroundtalent - nicht nur in der Küche!

Wer Lakritz mag, wird auch Anis lieben – und wer das Gewürz nicht anders kennt als in weihnachtlichem Gebäck, der hat was verpasst. Lesen Sie hier, wie gut sich Anis als Allroundtalent in Küche und Hausapotheke bewähr

Das sollten Sie über Anis wissen

Die Heil- und Gewürzpflanze zählt zu den ältesten der Welt überhaupt. Die alten Griechen kannten und nutzten Anis bereits im 16. Jahrhundert v. Chr.; die alten Kreter würzten ihren Wein damit. Von Pythagoras ist überliefert, dass er mit Anis gewürztes Brot als köstliche Delikatesse schätzte. Im Alten Rom kam süßes Anisgebäck zu hohen Festtagen auf die Tafel, und anscheinend waren die Früchte auch eine beliebte Knabberei: Jedenfalls fand man bei Ausgrabungen im römischen Kolosseum Anisfrüchte, die Zuschauer zwischen den Sitzreihen verloren hatten.

Nach Deutschland kam dieses traditionsreiche Gewürz erst im Mittelalter, wo Mönche und Nonnen es in ihren Kloster-Kräutergärten kultivierten. Damals lagen die Hauptanbaugebiete in der Gegend um Erfurt, Magdeburg und Mühlhausen. Dort brachten es Anisöl-Brenner zu Wohlstand, indem sie mit Hilfe von Wasserdampf-Destillation das ätherische Öl Anethol aus den eiförmigen graugrün bis graubraun gefärbten und fein behaarten Früchten des Anis gewannen und zu Heilzwecken verkauften. Bis heute kennt man bei uns Anis hauptsächlich als Heilpflanze.

Anders im Mittelmeerraum: Hier ist Anis buchstäblich in aller Munde, und vor allem als Basis hochprozentiger Getränke wie griechischem Ouzo, türkischem Raki oder auch französischem Pernod und Anisette. In Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder der Türkei und Griechenland schätzt man Anis aber auch als Gewürz für süße und herzhafte Gerichte.

Herkunft: Ursprünglich stammt Anis aus Ägypten, wo er schon vor rund 3.600 Jahren als Heilpflanze zum Einsatz kam.

Geschmack: Das intensive süßliche Anis-Aroma erinnert stark an Lakritze, weswegen es zumindest bei Kindern meistens beliebt ist.

Wie gesund ist eigentlich Anis?

Anis enthält ein ätherisches Öl, das nachweislich Krampfzustände lindern kann.  Als besonders wirksam gilt Anistee darum zu Recht bei Magen- und Darmbeschwerden, aber auch äußerlich angewendet (in Form von Öl) hilft es gegen Schmerzen und Krämpfe. Das ätherische Öl in Anis als Gewürz macht außerdem fette und schwerverdauliche Speisen bekömmlicher. Inhalieren von heißem Anistee oder in Wasser aufgelöstem Anisöl kann auch trockenen Husten lindern.

Anis - gut zu wissen!

Kommt zwar nicht allzu oft vor, aber kann passieren: Manche Menschen reagieren mit allergischen Symptomen auf Anis und sollten dann natürlich darauf verzichten. Vorsicht auch mit reinem ätherischem Anisöl: Bei unverdünnter Einnahme können schon kleine Mengen zu Erbrechen und Übelkeit führen. Wer unter Asthma leidet, muss mit dem Arzt besprechen, ob er Anis zum Inhalieren oder als Tee und Gewürz verwenden darf. Besonders empfindlich reagieren auch gesunde Säuglinge und Kleinkinder auf Anisöl – sie können darauf mit Atemnot reagieren, wenn es im Mund- und Nasenbereich angewendet wird! Das Einreiben von Kinderbäuchen mit verdünntem Anisöl ist aber harmlos und bei Bauchweh sehr hilfreich.

Einkaufs- und Küchentipps für Anis

Einkauf: Anissamen bekommen Sie im Bioladen oder Gewürzfachgeschäft. Bevorzugen Sie generell Bioware, denn wie andere Gewürzen könnte Anis aus herkömmlichem Anbau schädliche Rückstände – zum Beispiel von Pflanzenschutzmitteln – oder giftige Schimmelpilze enthalten. Sie können Anis natürlich auch gemahlen kaufen, allerdings verliert das Pulver selbst bei sachgemäßer Lagerung sehr viel schneller Duft und Aroma als ganze Samen.

Lagerung: Am besten bleiben die ätherischen Öle von Anis erhalten, wenn man die kümmelartigen Samen in einer Dose oder in einem dunklen Glas mit fest verschließbarem Deckel aufbewahrt. So gelagert, hält sich Anis etwa 1 Jahr.

Vorbereitung: Wer nicht gerne auf Körnern herum beißt, kann die Samen vor der Verwendung im Mörser zerstoßen oder in einem Blitzhacker mahlen.

Zubereitungstipps für Anis

Anis gibt vorweihnachtlichen Klassikern aus der heimischen Backstube erst den „richtigen“ Geschmack und gehört zu den traditionellen Gewürzen für Plätzchen, Leb- und Honigkuchen sowie für Glühwein und Punsch. Wer mag, kann auch dem Rotkohl zur Gans oder Ente mit Anis das gewisse Extra geben.

Doch Sie können mit Anis auch ganz wunderbar Fleisch, Geflügel, Fisch und Gemüse würzen. Sein Aroma passt zum Beispiel perfekt zu Köstlichkeiten wie Kaninchen in Gewürzkruste, Lamm-Bolognese zur Pasta, geschmortem Hähnchen oder Snapper in Kürbiskernkruste.

Rezepte mit Anis:

Rezepte mit Anis finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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