Beifuß | EAT SMARTER
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Beifuß

Beifuß – ein vielseitiges Kraut Beifuß – ein vielseitiges Kraut

Was man über Beifuß wissen muss und warum das Kraut so gesund ist erfahren Sie von EAT SMARTER

Sein Zweitname „Gänsekraut“ verrät es gleich: Beifuß gehört zur Gans wie der Rotkohl oder die Klöße. Doch das Kraut kann noch mehr als den Weihnachtsbraten zu verfeinern – lesen Sie selbst!

Das sollten Sie über Beifuß wissen

Dass manche dieses würzige Kraut auch „gemeinen Beifuß“ nennen, bezieht sich zum Glück nicht auf seine Eigenschaften in Sachen Geschmack und gesundheitlichem Wert, sondern nur auf sein (all-)gemeines Vorkommen. Tatsächlich erfreute sich Beifuß denn auch bereits vor vielen Jahrhunderten größter Beliebtheit als Heilpflanze und als Würzkraut, das besonders kräftige und fette Speisen wie Gänse-, Enten- oder Schweinebraten bekömmlicher macht. Botanisch ist Beifuß eng verwandt mit dem Wermut, was ihm als weiteren Namen die Bezeichnung „wilder Wermut“ eingetragen hat. Obwohl auch Blätter und Stängel des Krauts intensiv würzig duften, sammelt man nur die Blütenknospen vom Beifuß, die in der Regel getrocknet, gerebelt und dann verpackt werden. Der Rest der Pflanze enthält so viele Bitterstoffe, dass er praktisch ungenießbar ist.

Die Liste der Legenden, die sich um das uralte Kraut ranken, ist lang. In Europa glaubte man früher an seine angeblich magischen Kräfte und nannte den Beifuß auch Sonnwendgürtel, Johannisgürtel und Jungfernkraut. Dahinter stecken zum Teil kuriose Kulte wie zum Beispiel das Schmücken bei den alten germanischen Sonnwendfeiern mit Beifußbüscheln oder das Brauen von Zaubertränken für mehr Fruchtbarkeit und alle möglichen Beschwerden.

Saison: Frisch gibt es Beifuß in den Monaten von Juli bis September; getrocknet bekommt man das Kraut natürlich rund ums Jahr.

Herkunft: Der Beifuß ist seit Urzeiten in ganz Europa, Asien und Algerien zu Hause; mittlerweile wächst er außerdem in ganz Amerika sowohl wild als auch in Kulturen.

Geschmack: Beifuß schmeckt frisch-würzig mit einer leicht bitteren Note, die dem Geschmack von Wermut ähnelt.

Wie gesund ist eigentlich Beifuß?

Wegen des reichlich enthaltenen ätherischen Öls Cineol und seiner ebenso üppig vertretenen Bitterstoffe hat Beifuß einen guten Ruf als Heilpflanze. In der Naturheilkunde setzt man das Kraut gegen Nervenleiden und vor allem gegen Verdauungsbeschwerden ein.

Einkaufs- und Küchentipps für Beifuß:

Einkauf: Wenn Sie Wert auf größtmögliche Schadstofffreiheit legen, kaufen Sie Beifuß am besten im Bio-Handel oder in der Apotheke.

Lagerung: Wie alle Gewürze reagiert auch Beifuß auf Licht und Luft empfindlich. In einer Metalldose oder in einem dunklen Schraubglas aufbewahrt bleibt das Kraut aber lange aromatisch.

Vorbereitung: Getrockneten und gerebelten Beifuß können Sie ohne weitere Vorbereitung an das jeweilige Gericht geben. Es kann und soll sogar ruhig lange mitgeschmort werden, damit es sein Aroma und seine Wirkung voll entfaltet. Falls Sie frische Beifußblüten auf dem Markt finden oder im eigenen Garten ernten, genügt es, sie kurz abzuspülen und trockenzuschütteln.

EAT SMARTER Tipp für Beifuß:

Übertreiben Sie es nicht – ob Gänsebraten oder anderes Gericht, eine kleine Menge Beifuß genügt. Zu hoch dosiert macht das Kraut den Genuss schnell unangenehm bitter. Vor allem, wenn Kinder mitessen, sollten Sie Beifuß also sparsam einsetzen.

Zubereitungstipps für Beifuß:

Sei es die Weihnachtsgans oder der deftige Eintopf zum Start in den Herbst – sogar ganz Figurbewusste tischen ab und zu mal einen kulinarischen Klassiker auf, der mehr Fett enthält als sonst üblich und erlaubt. Man gönnt sich ja sonst nichts! Und mit Beifuß lassen sich genau solche kleinen Kalorienbomben wunderbar entschärfen. Zwar bleiben sie gehaltvoll – aber sie liegen weniger schwer im Magen und schmecken dazu noch würziger. Das klassische Einsatzgebiet für Beifuß sind folgerichtig deftige Spezialitäten wie zum Beispiel Aalsuppe oder gebratener Aal, gebratene Ente, Kalbs- oder Schweinehaxen, Gerichte mit Speck oder Schmalz, winterliche Eintopfgerichte mit Schweinefleisch und Wildschweinbraten. Wer den Geschmack von Beifuß mag, kann damit aber auch Eierspeisen und Gemüsegerichte probieren.

Rezepte mit Beifuß:

Rezepte mit Beifuß finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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Schon in meiner Kindheit (vor über 70 Jahren!) hörte ich wenn's Gans gab vom Vater zur Mutter sagen: "Vergiss bloß den Beifuß nicht!" Vater kam aus Berlin - Mutter aus Bayern. Vermutlich ist oder war das Gewürz im Norden bekannter als im Süden. Für mich als Kind war Beifuß an der Gans nur sehr komisch! Jetzt ist Beifuß für mich ein MUSS!