Fruchtsaft | EAT SMARTER
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Fruchtsaft

Fruchtsaft ist nicht gleich Fruchtsaft! © margo555 Fruchtsaft ist nicht gleich Fruchtsaft! © margo555

Fruchtsaft oder nicht? Man muss nicht in einem „Saftladen“ stehen, um vor den Regalen ratlos die Achseln zu zucken. Dabei ist echter Fruchtsaft ganz leicht zu erkennen – wir sagen, woran.

Das sollten Sie über Fruchtsaft wissen

Bei der Herstellung von Fruchtsäften sind zwei Methoden üblich und erlaubt:

  • Bei Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat entzieht man dem frisch gepressten Saft unter Vakuum-Bedingungen das Wasser, bis der Saft auf etwa 1/6 seines Volumens verdichtet ist. Durch Rückverdünnung mit besonders aufbereitetem Trinkwasser entsteht wieder ein trinkbarer Fruchtsaft mit 100 % Fruchtanteil. Diese Methode eignet sich natürlich besonders gut für Obst wie Orangen oder exotische Früchte, die lange Transportwege haben und viel Lagerplatz kosten.
  • So genannten Direktsaft gewinnt man aus der Frucht, filtert und füllt ihn ab. Er darf aber auch für eine spätere Abfüllung steril in Tanks zwischengelagert werden. Direktsaft kommt dem selbst gepressten oder entsafteten Fruchtsaft geschmacklich am nächsten und wird teilweise auch in speziellen Kühltheken frisch gepresst und abgefüllt angeboten.

Was als Fruchtsaft ins Regal darf, bestimmen die EU-Fruchtsaftrichtlinie und die deutsche Fruchtsaft-Verordnung. Sie legen unter anderem genau fest, wie viel Fruchtanteil die verschiedenen Varianten enthalten müssen und was sonst noch bei der Herstellung beachtet werden muss. Europaweit müssen Hersteller von Fruchtsaft-Erzeugnissen sich an diese Regeln halten: Fruchtsaft darf nur ein Produkt heißen, das zu 100 % aus Obst (oder aus Fruchtkonzentrat) besteht und weder Zucker noch Farb-, Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe enthält. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen:

  • Bei sauren Früchten ist der Zusatz von bis zu 15 g pro Liter erlaubt, ohne dass dies extra auf der Packung vermerkt werden muss.
  • Saft aus von Natur aus sehr sauren Früchten wie Zitronen, Limetten oder Johannisbeeren darf der Anteil an so genanntem Korrekturzucker sogar noch höher liegen, er muss dann aber angegeben werden.

Deutsche Safthersteller verzichten aber fast immer auf Zuckerzusätze und geben das dann meist auch deutlich an. Wer reinen Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz trinken möchte, achtet also am besten auf den Hinweis „Ohne Zuckerzusatz“ auf der Packung oder Flasche. Nur dieser Hinweis garantiert, dass wirklich kein zusätzlicher Zucker im Saft enthalten ist.

Achtung: Multivitamin-Fruchtsäfte dürfen Vitaminzusätze enthalten, die auf der Verpackung genau aufgelistet sein müssen. Früchte wie Bananen, Aprikosen und Pfirsiche, die ein sehr dickes Konzentrat ergeben, dürfen Hersteller nach dem Verarbeiten mit weißem Traubensaft verdünnen und dann ebenfalls als reinen Fruchtsaft anbieten.

Wie gesund ist eigentlich Fruchtsaft?

Bei Fruchtsaft kommt es auf den Standpunkt an: Er ist auf jeden Fall gesünder als Cola und Co., denn er liefert immerhin Vitamine und Mineralstoffe, wenn auch in kleinen Mengen. Leider enthalten die meisten Fruchtsäfte aber auch relativ viel Zucker (vor allem Fructose) und belasten damit schnell das Kalorienkonto. Als Durstlöscher ist Fruchtsaft also nicht die optimale Wahl; Ernährungsexperten und Wissenschaftler empfehlen, Fruchtsaft pur genauso maßvoll wie ein Glas Wein zu genießen und ihn ansonsten mindestens im Verhältnis 50:50 mit Wasser zu mixen.

Nährwerte von Fruchtsaft pro 100 Gramm (im Durchschnitt)  
Kalorien 55
Eiweiß 0,2 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate

8,5 - 15,5 g
(je nach Sorte

Ballaststoffe 0 g

Fruchtsaft – gut zu wissen:

Auch wenn es fast so klingt – Fruchtsaftgetränke sind kein Fruchtsaft! Der Fruchtanteil darf hier wesentlich niedriger liegen als bei Fruchtsaft: Er liegt nur zwischen 6 % (Zitrusfrüchte) und 30 % (Kernobst). Der Rest in Flasche oder Tetra-Pak ist letztlich Zuckerwasser; die Früchte liefern kaum mehr als Geschmack, der in aller Regel noch durch Zusatzstoffe wie natürliche Fruchtaromen und Säuerungsmittel verstärkt werden muss. Alle verwendeten Zusatzstoffe muss der Hersteller auf der Zutatenliste angeben.

Einkaufs- und Küchentipps für Fruchtsaft

Einkauf: Wenn Sie echten Fruchtsaft möchten, schauen Sie sich die Flasche oder Packung genau an. Achten Sie auf den Vermerk „Ohne Zuckerzusatz“ und auf die Zutatenliste.

Lagerung: In der ungeöffneten Verpackung hält sich Fruchtsaft ohne Kühlung meist bis zu 2 Jahren. Haben Sie die Flasche oder Packung einmal geöffnet, sollten Sie den Inhalt allerdings im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3-4 Tagen verbrauchen.

Zubereitungstipps für Fruchtsaft:

Fruchtsaft ist zum trinken da? Das stimmt, ist aber keineswegs die ganze Wahrheit. Mit Fruchtsaft können Sie nämlich nicht nur mixen und Desserts wie z. B. ein köstliches Eis am Stiel oder unser hinreißendes Erdbeer-Tiramisu zubereiten, sondern auch wunderbar kochen. Ein paar Tipps dazu:

  • Ein Schuss Apfel-, Kirsch- oder Johannisbeersaft peppt Rotkohl fruchtig auf. Für die eher herbe Note können Sie auch Holunderbeersaft nehmen.
  • Roter und weißer Traubensaft ist ein toller Stellvertreter für Wein, zum Beispiel bei Schmorgerichten oder Saucen. Mischen Sie immer etwas Zitronen- oder Limettensaft unter, sonst wird´s schnell zu süß!
  • Mit Orangen- oder Grapefruitsaft bekommen Saucen zu Fisch oder Geflügel, aber auch Salatdressings das gewisse Etwas.

Rezepte mit Fruchtsaft:

Rezepte mit Fruchtsaft finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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