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Schlehen

Schlehen © ExQuisine - Fotolia.com Schlehen © ExQuisine - Fotolia.com

In alten Zeiten trugen Schlehen im obstarmen Winter noch zur Vitaminversorgung bei – heute kennt sie kaum noch jemand. Das ist schade, denn diese Wildfrüchte haben es in sich!

Das sollten Sie über Schlehen wissen

Auf den ersten Blick erinnern Schlehen, die etwa 10-15 mm großen, blauen Steinfrüchte des Schwarzdorns, ein bisschen an Pflaumen. Tatsächlich sind sie auch entfernt mit ihnen verwandt und heißen in einigen Gegenden auch Schlehenpflaumen.

Bekannter sind Schlehen allerdings unter den Namen Schlehdorn oder Dornschlehen, die einen guten Hinweis darauf geben, dass man beim Pflücken besser Handschuhe trägt: Die Zweige der Sträucher, an denen Schlehen wachsen, haben sehr spitze lange Dornen.

Bei der Farbe der graublauen bis schwarzblauen Schlehen hört übrigens die Ähnlichkeit mit Pflaumen auch schon auf. Ihr grünliches Fruchtfleisch schmeckt sehr herb und sauer. Roh genießbar sind Schlehen erst nach den ersten Nachtfrösten: Dann wandelt sich die Stärke in den Steinfrüchten in Zucker um, sodass sie weich und süß werden.

Schlehen werden in der Lebensmittelindustrie manchmal zusammen mit anderen Früchten für Saft und Marmeladen verwendet. Die größte Bedeutung haben sie allerdings bei der Herstellung von Schlehenlikör, Schlehengeist und anderen alkoholischen Spezialitäten.

Herkunft: Schlehen wachsen wild in ganz Zentraleuropa über Vorderasien bis nach Sibirien, aber auch Nordafrika.

Saison: Die beste Zeit für Schlehen beginnt im Oktober und geht bis Ende November.

Wie gesund sind eigentlich Schlehen?

In der alten Volksmedizin galten Schlehen als perfektes Naturheilmittel bei Verstopfung, Nierenproblemen und zur Blutreinigung und Entgiftung. Bei Schwächezuständen – zum Beispiel nach Krankheit – soll ein Saft aus Schlehen kräftigend wirken.

Der Nährstoffgehalt von Schlehen ist nicht sonderlich bemerkenswert. Sie enthalten aber beachtliche Mengen des Vitamins B1 und immerhin 10 mg Vitamin C pro 100 g.

Interessant ist auch der Anteil von Ballaststoffen in Schlehen, der pro 100 g knapp einem Drittel unseres täglichen Bedarfs entspricht.

Nährwerte von Schlehen pro 100 g  
Kalorien 70
Eiweiß 0,7 g
Fett 1 g
Kohlenhydrate 12 g
Ballaststoffe 9 g

Einkaufs- und Küchentipps für Schlehen:

Einkauf: Schlehen gibt es nur sehr selten zu kaufen. Am ehesten findet man sie im Oktober und November auf ländlichen Bauernmärkten. Ansonsten hilft nur, selbst auf die Suche zu gehen und Schlehen zu sammeln.

Lagerung: Einmal gepflückt, halten sich frische Schlehen nicht lange und sollten innerhalb von 1-2 Tagen verbraucht werden.

Vorbereiten: Schlehen gut waschen, abtropfen lassen und trockentupfen. Anschließend mit einem scharfen Messer halbieren und den fest sitzenden flachen Stein am besten mit Hilfe der Messerspitze herauslösen.

EAT SMARTER-Tipp für Schlehen: Falls Sie Schlehen pflücken, die noch keinen Nachtfrost hatten, können Sie die Früchte mit einem Trick schön süß bekommen: Einfach nach dem Vorbereiten über Nacht einfrieren, dann auftauen lassen und nach Wunsch verarbeiten.

Zubereitungstipps für Schlehen:

Frische Schlehen eignen sich super für Gelees und Marmeladen. Wer es gern weniger süß mag, kann dafür auch Schlehen nehmen, die noch keinen Frost abbekommen haben und sie evtl. mit anderen, etwas süßeren Früchten kombinieren.

Aus Schlehen können Sie außerdem ein Kompott kochen oder Saft machen. Durch Frost süß gewordene Schlehen passen perfekt in Obstsalate oder auch in Soßen zu Wild.

Rezepte mit Schlehen:

Rezepte mit Schlehen finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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