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Waldmeister

Waldmeister: der Star der Maibowle Waldmeister: der Star der Maibowle

Der Mai ist gekommen – und damit alle Jahre wieder für Eingeweihte auch die Zeit für Waldmeister. Jetzt schmeckt er am besten und aromatisiert die traditionelle Maibowle. Um das köstliche Kraut ranken sich allerlei Legenden und Geschichten – und es gilt seit Jahrhunderten als im wahrsten Sinn des Wortes dufter Frühlingsbote.

Das sollten Sie über Waldmeister wissen

Kaum ein Kraut ist so geheimnisumwittert wie der Waldmeister: In alten Zeiten glaubte man fest daran, mit dem „Waldmännchen“ Hexen in die Flucht jagen zu können und fütterte damit „verhexten“ Tieren, die nicht fressen mochten. Und als magisches Mittel, Liebe zu wecken, galt Waldmeister natürlich auch.

Ob das nun stimmt oder nicht – fest steht auf jeden Fall, dass auch kein anderes Kraut so betörend duftet wie Waldmeister. Allerdings erst nach dem Pflücken; solange er noch an seinen schattigen, feuchten Lieblingsplätzen in Laub- und Mischwäldern wächst, ist sein Geruch nur schwach. Zu erkennen ist das „Maikraut“ trotzdem leicht: Die hellgrünen länglichen Blätter von Waldmeister stehen quirlig zusammen und sehen wie kleine Lanzen aus. Seine schneeweißen, kreuzförmigen kleinen Blüten wachsen doldenförmig, sind allerdings auch ein Zeichen dafür, dass der Waldmeister seine beste Zeit bereits hinter sich hat – nach der Blüte duftet das Kraut kaum noch.

Man munkelt übrigens, dass die Kreuzform der Waldmeisterblüten Pate gestanden haben soll für das eidgenössische Kreuz der Schweiz – der Pfarrer Johann Künzle stellte diesen Zusammenhang her und versprach beim Anblick von Waldmeister, dass Gott die Schweizer nicht verlassen werde, solange sie sein Kreuz hochhielten.

Saison: Wie sein Zweitname „Maikraut“ schon andeutet, wächst der erste Waldmeister im Mai; je nach Wetterlage kann man ihn aber auch noch im Juni finden.

Herkunft: Die Heimat des Waldmeisters liegt in Eurasien; er soll schon um 850 erstmals von Benediktinermönchen erwähnt worden sein. Heute wächst das Kraut aus der Gattung der Labkräuter in allen Gebieten mit gemäßigtem Klima.

Geschmack: Waldmeister duftet und schmeckt intensiv süßlich und dabei beinahe künstlich. Die meisten kennen seinen Geschmack von Spezialitäten wie Waldmeister-Eis oder -Sirup.

Wie gesund ist eigentlich Waldmeister?

In der Naturheilkunde werden dem Waldmeister seit Jahrhunderten zahlreiche nützliche Eigenschaften nachgesagt. Wegen seiner entkrampfenden Wirkung kam er zum Beispiel früher als "Mariae Bettstroh" zum Einsatz, das man Frauen und ihren neugeborenen Babys als Unterlage ins Wochenbett gab. Als Tee oder in Teemischungen gilt blühender Waldmeister als wirksames Mittel gegen Kopfschmerzen, Migräne sowie Unterleibskrämpfe und soll auch bei Schlaflosigkeit und Nervosität helfen. Da Waldmeister das Blut nachweislich verdünnt, setzt man ihn in der Naturheilkunde außerdem zur Stärkung der Blutgefässe und bei Venenproblemen ein. Die blutverdünnende Wirkung ist nachgewiesen; verantwortlich dafür ist Cumarin.

Dieser Stoff kam kam in den letzten Jahren häufiger ins Gerede, nicht ganz zu Unrecht: Cumarin wirkt in geringer Dosis anregend und kann gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen. Bei zu hohen Mengen allerdings kann der Stoff die Leber schädigen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät daher, die Waldmeisterbowle mit maximal 2-3 Pflanzen bzw. 3 g frischem Kraut pro Liter zuzubereiten. Übrigens: Die Maibowle kann nicht nur wegen des Alkohols zu einem Brummschädel führen, auch Waldmeister verursacht bei größeren Mengen leicht Kopfschmerzen!

Einkaufs- und Küchentipps für Waldmeister

Einkauf: Im Mai und Juni kann man mit etwas Glück Waldmeister auf dem Wochenmarkt oder im sehr gut sortierten Gemüseladen finden. Ansonsten gilt: Auf in den Wald und selber sammeln!

Lagerung: Waldmeister verwelkt extrem schnell – was in diesem Fall sogar erwünscht ist, denn erst angewelkt verströmt er seinen betörenden Duft. Trotzdem sollte man ihn nur ganz kurz luftig und trocken lagern. Natürlich können Sie das Kraut auch trocknen, dann behält es in einem luftdicht verschlossenen Behälter noch eine ganze Weile sein Aroma und seine Wirkstoffe.

Vorbereitung: Frisch gepflückter Waldmeister lässt sich unkompliziert vorbereiten: Einfach kurz abspülen, trockenschütteln und evtl. zusätzlich noch sanft mit Küchenpapier trockentupfen.

Zubereitungstipps für Waldmeister:

Frischer Waldmeister gehört in die traditionelle „Berliner Weiße“ und wird von der Industrie vielen Likören zugesetzt. Vor allem aber ist das Kraut der Klassiker für die echte Maibowle, die man zum Beispiel so ansetzt:

1 Handvoll Waldmeister zu einem Sträußchen binden und anwelken lassen, bis er intensiv duftet. Nun in ein Bowlengefäß mit 1 l trockenem Weißwein hängen (die Stängel dabei nicht mit eintauchen) und je nach gewünschter Geschmackintensität 1-3 Stunden zugedeckt im Kühlschrank ziehen lassen. Zum Schluss den Waldmeister wieder herausnehmen, die Bowle mit 1 Flasche gut gekühltem Sekt aufgießen und servieren.

Es geht übrigens auch alkoholfrei: Dann nehmen Sie statt des Weins den Saft von 2 Zitronen plus 600 ml Apfelsaft und gießen zum Schluss mit Mineralwasser auf.

Theoretisch können Sie mit Waldmeister auch Desserts und Eis aromatisieren; in der Praxis ist das allerdings aufwendig und mühsam – es empfiehlt sich darum, für solche Fälle auf fertig gekauften Sirup aus Waldmeister zurückzugreifen.

Rezepte mit Waldmeister:

Rezepte mit Waldmeister finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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