So heiratet die Welt: Bräuche, Traditionen und exotische Rituale | EAT SMARTER
2
0
Drucken
0
So heiratet die Welt: Bräuche, Traditionen und exotische RitualeDurchschnittliche Bewertung: 3.5152

So heiratet die Welt: Bräuche, Traditionen und exotische Rituale

Bräute, die fast nackt für die Kamera posieren. Männer, die ihre Zukünftige erklettern müssen. Und Gäste, die sich unter dem Ehebett verstecken. Gerade bei den Hochzeitsbräuchen machen sich weltweit erstaunliche Unterschiede bemerkbar. Denn den schönsten Tag in ihrem Leben feiern viele Paare immer noch ganz im Sinne alter Landestraditionen.

Während hierzulande beim Polterabend Geschirr zerdeppert wird, das Brautpaar gemeinsam einen Baumstamm zersägt und die Braut bei der Trauung etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues tragen sollte, gilt eindeutig: Andere Länder, andere Sitten. Die originellsten Bräuche aus aller Welt…

Brasilien

Die südamerikanische Braut feiert ihren Jungeselinnenabschied traditionell feucht-fröhlich. Jede Frau bringt ein verpacktes Geschenk mit. Die Braut muss raten, was wohl drin ist. Hat sie Recht, darf sie es gleich auspacken. Liegt sie aber dreimal falsch, muss sie ein Kleidungsstück ausziehen und einen Schnaps trinken. Nicht selten endet der Abend mit einer entblößten Braut, der für Erinnerungsfotos von ihren Freundinnen eine Schärpe mit der Aufschrift umgebunden wird: „Gut, dass Du morgen heiratest.“ Der Bräutigam sollte übrigens ähnlich trinkfest sein: Der Hauptunterschied zwischen den Feiern ist, dass in seinen Päckchen nur Zubehör für die Hausbar zu erraten ist. Die Feier selbst wird groß begangen: Mit 200-300 Gästen. Auf die Hochzeitstafel gehört gebratener Truthahn.

China

Im Land der Mitte ist eines für die Braut von Anfang an klar: Sie trägt rot, am besten von Kopf bis Fuß. Auch der Bräutigam verzichtet nicht auf eine rote Nelke am Revers. Bei der Feier soll es vor allem ordentlich krachen, es werden reichlich Knall- und Feuerwerkskörper gezündet. Auch ansonsten kann es laut zugehen: Spaß steht an erster Stelle. Das Paar muss sich auf indiskrete Fragen, lustige Spiele – und kichernde Verwandte unter dem Ehebett einstellen. Doch die lieben Gäste meinen es nur gut. Es gilt: Je mehr Schabernack getrieben wird, desto glücklicher wird die Ehe.

Frankreich

Diese Tradition gefällt vor allem den männlichen Gästen: Die französische Braut versteigert ihr Strumpfband meistbietend. Dafür stellen sich alle Gäste im Kreis auf, die Braut tanzt in der Mitte und lüftet immer weiter ihr Kleid. Die männlichen Gäste müssen für jeden Zentimeter mehr Geld bieten. Wenn das Band zu sehen ist, erhält es derjenige, der zuletzt am meisten geboten hat.

Italien

Die Südeuropäer mögen es romantisch, wenn sie um ihre Zukünftige werben. Traditionell singt er ihr ein Abendständchen unter ihrem Fenster. Ein weiteres Antragsritual: Er legt ihr einen Holzstamm oder Holzklotz vor die Tür. Nimmt sie den Antrag an, holt sie das Holz hinein. Lehnt sie ab, rollt sie den Stamm von ihrer Tür weg. Bei der Hochzeit selbst gibt es traditionell ein Buffet mit Spanferkel oder gegrilltem Lamm. Anschließend werden vom Brautpaar gezuckerte Mandeln verteilt – sie symbolisieren das Süße und das Bittere in einer Ehe.

Japan

Im Land des Lächelns hat die Braut echten Klamottenstress: An ihrem Hochzeitstag muss sie sich mindestens dreimal umziehen. Sie soll sich im Verlauf des Tages in einem speziellen Hochzeitsgewand, einem Kimono und einem Abendkleid zeigen. Letzteres trägt sie am Ende ihrer Feier, es steht für ihren Eintritt in das alltägliche Leben einer verheirateten Frau.

Kenia

In dem ostafrikanischen Land können es die Frauen je nach Stammeszugehörigkeit schwer haben. Bei den Massai wird die Braut vor der Zeremonie von nahen Verwandten beleidigt und beschimpft – als Vorbereitung auf die ehelichen Belastungen. Ganz anders ergeht es den Swahili-Bräuten: Für sie gibt es ein Verwöhnprogramm, sie werden mit Kokosnussöl massiert und Sandelholzduft besprüht. Dazu werden ihre Arme, Hände und Füße mit Henna bemalt.

Marokko

In Marokko ist Heiraten vor allem teuer. Die Verlobungszeit dauert zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, das kann sich vor allem für die geduldige Braut lohnen: In dieser Zeit überreicht ihr nämlich ihr Zukünftiger an jedem Feiertag Geschenke – Kleidung, Schmuck, Parfum. Auch die Ketten, Armbänder und Ringe, die sie für die Hochzeit bekommt, sollten aus Gold sein. Dafür muss der Brautvater die Mitgift vor einem Notar zahlen.

Mexiko

Der Bräutigam schenkt seiner Braut traditionell 13 Goldmünzen, sie stehen jeweils für ein Eheversprechen. Damit soll auch gezeigt werden, dass der Mann seiner Frau die Kontrolle über sein Vermögen gibt. Das gleiche Ritual gibt es übrigens auch in Spanien. Bei der Feier an sich werden in Mexico Pinjatas geschlagen, große Figuren aus Pappmaché, in die Geld, Süßigkeiten und kleine Geschenke gefüllt sind. Mit verbundenen Augen versucht das Paar gemeinsam mit Stöcken die Figur zu zerschlagen, bis deren Inhalt zu Boden fällt.

Neuseeland

Bei den Maori muss die Braut bei ihrer Hochzeit auf eine wichtige Unterstützerin verzichten: Ihre Schwester darf bei der Zeremonie und der anschließenden Feier nicht anwesend sein. Sonst, so sagt es der Aberglaube, könnte sie unfruchtbar werden.

Rumänien

Hier hat der Bräutigam eine echte Herausforderung zu bewältigen: Die Freunde der Braut hängen den Brautkranz in einen hohen Baum, er muss ihn wieder herunter holen. Das geschieht auf geradezu akrobatische Art und Weise: Seine Verwandten und Freunde bilden wie im Zirkus eine Pyramide. Der Bräutigam muss erst sie erklimmen, dann den Kranz zu Boden bringen und ihn seiner Braut aufsetzen.

Sahara (Tuareg)

Sieben Tage und sieben Nächte dauert die Hochzeitsfeier bei dem Nomadenvolk der Tuareg, das die Sahara-Wüste zwischen Libyen, Niger und Algerien durchwandert. Zuerst wird der Brautpreis anhand von Ziegen oder Kamelen ermittelt. Den Hausstand inklusive Zelt müssen die Brauteltern beisteuern, es bietet der Braut langfristig Schutz und Absicherung. Denn auch im Verlauf der Ehe gilt der Mann als Gast im Zelt seiner Frau.

USA

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist bei Hochzeiten alles möglich. Beliebtester Ort für das Yes-Wort ist natürlich Las Vegas mit seinen zahllosen Wedding Chapels. Sie stehen auch für eine gewisse Kürze US-amerikanischer Trauungsrituale: Diese enden nämlich inklusive Feier häufig bereits nach drei Stunden. Was aber nicht heißt, dass nicht beachtlicher Aufwand betrieben wird. Neben den Brautjungfern gibt es noch die so genannten „Groomsmen“, die den Bräutigam unterstützen und ihre Kleidung mit der Riege der Brautjungfern abstimmen. Besonders beliebt sind auch Themenhochzeiten, bei denen die Gäste verkleidet erscheinen.

Ähnliche Artikel
Liebesschlösser, Baby-Moon oder Holi-Fest – immer mehr neue Bräuche bieten Anlässe zum Feiern. EAT SMARTER stellt 6 schräge Rituale vor.
Hochzeitsplaner
So viel steht fest: Eine Hochzeit vorzubereiten, das ist jede Menge Arbeit. Aber eine, die Spaß macht. Schließlich ist die Vorfreude bei jeder Entscheidung, die getroffen wird, die schönste Freude. Damit die Hochzeitsvorbereitung nicht in Stress ausartet, ist es wichtig, frühzeitig zu beginnen. Damit Sie entspannt und ganz auf den großen Moment konzentriert "Ja" sagen können, hat EAT SMARTER eine To-Do-Liste vor der Hochzeit zusammengestellt. Sie beginnt ein gutes Jahr vor dem Tag der Tage.
Hochzeitsmenü
Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Damit dieses Sprichwort auch für die eigene Hochzeit gilt, sollte das Brautpaar im Vorfeld ein paar Dinge beachten. Denn an ein gutes Essen werden sich alle Hochzeitsgäste noch lange gerne erinnern. Dabei ist es egal, ob das Festmenü in den eigenen vier Wänden, im Ballsaal oder in einem Restaurant stattfindet.
Schreiben Sie einen Kommentar