Käse - eine rundum gesunde Sache | EAT SMARTER
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Käse - eine rundum gesunde Sache

Gesunde Käsevielfalt Gesunde Käsevielfalt

"Es ist schwer, ein Volk zu regieren, das 246 Sorten Käse hat", beklagte sich vor rund 50 Jahren der französische Staatsmann Charles de Gaulle. Darüber können inzwischen nicht nur die Franzosen lediglich müde lächeln. Allein "La belle France" produziert heutzutage schätzungsweise rund 1.000 der weltweit mindestens 5.000 verschiedenen Käse, die nicht zuletzt wegen ihres wertvollen Innenlebens in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln gehören.

Käse hat etliche tausend Jahre auf dem Buckel! Der früheste bildliche Beweis über das älteste Verfahren, Milch haltbar zu machen und daraus gesunden Käse herzustellen, stammt aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Aus den einfachen Anfängen der Käserei hat sich inzwischen eine hohe Kunst entwickelt, die nicht nur Gourmets, sondern auch gesundheitsbewusste Esser erfreut. Denn Käse ist rundum gesund. Schließlich steckt in den runden oder eckigen Genusspaketen die geballte Kraft der Milch: hochwertiges Eiweiß, reichlich Mineralstoffe und viele fettlösliche Vitamine.

Je älter, je besser: Käse trotz Laktoseintoleranz

Von diesen wertvollen Begleitern profitieren übrigens auch all jene, die wegen einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) um viele Milchprodukte einen großen Bogen machen müssen und dadurch manchmal in Nährstoffnöte geraten. Gereifter Käse – dazu zählen Hart- und Schnittkäse, nicht aber Weich- und Frischkäse – lässt den Bauch nämlich üblicherweise zufrieden. Denn der Milchzucker verwandelt sich während des Reifeprozesses in Milchsäure, die reifen Käse enthalten dadurch nur noch recht wenig oder gar keine Laktose. Weitere Infos über Laktoseintoleranz gibt es in unserem EAT SMARTER-Webspecial zum Thema Laktoseintoleranz.

Proteine und Mineralien: Bau- und Schutzmaterial in Hülle und Fülle

In Käse stecken viele wertvolle Proteine. Ohne diese auch als „Eiweiß“ bezeichneten Substanzen träte unser Körper innerhalb kurzer Zeit in den Streik. Schließlich braucht er diese Baustoffe unter anderem für das Immunsystem, das Gewebe, für verschiedene biochemische Reaktionen und die Blutgerinnung.Bauunterstützung gibt es von einer Mineralstoff-Mannschaft der Extraklasse, angeführt von Kalzium und begleitet von Magnesium, Phosphor, Zink und Jod. Ohne Milchprodukte ist es beispielsweise kaum möglich, die täglich empfohlenen 1.000 mg Kalzium zu sich zu nehmen. Mit zwei Scheiben Käse à jeweils 30 Gramm liegt jedoch schon mal rund die Hälfte davon auf dem Teller. Der Kalziumgehalt der einzelnen Käsesorten variiert übrigens recht stark. Faustregel: je härter der Käse, desto mehr Kalzium steckt drin (siehe Tabelle). Auch alle fettlöslichen Vitamine (A, D, E und K) bringt Käse mit. Die Vitamine A und E übernehmen wichtige Funktionen im Zellschutz, Vitamin D sorgt unter anderem dafür, dass der Körper die Knochenstabilisatoren Kalzium und Phosphor optimal verwerten kann. Und Vitamin K wirkt bei der Blutgerinnung mit.

Gesunder Käse: Der Fettfalle ausweichen

Ohne Frage: Käse enthält (tierisches) Fett – sortenabhängig mal mehr oder mal weniger. Wer sich aus gewichtstechnischen oder gesundheitlichen Gründen fettbewusst ernähren möchte, sollte sich an der Käsetheke schlanke Sorten mit einem Fettgehalt von 30% oder weniger (bezogen auf die Trockenmasse – das ist nicht der tatsächliche Fettgehalt!) empfehlen lassen. Nicht jeder mag jedoch diese mageren Vertreter. Fett ist halt ein Geschmacksträger, daher schmecken natürlich die rahmig-üppigen Käsespezialitäten besonders gut. Einfacher Fettspar-Trick: Kaufen Sie den Käse, der Ihnen schmeckt und belegen Sie das Brot einfach mit der halben Menge (aber ohne zu schummeln!). Kalziumgehalt ausgewählter Käsesorten (pro 100 Gramm) Parmesan, 32% Fett: 1.178 mg Emmentaler, 45% Fett: 1.029 mg Tilsiter, 30% Fett: 910 mg Gouda, 48%: 750 mg Edamer, 45%: 678 mg Gorgonzola: 612 mg Camembert, 45%: 570 mg Mozzarella: 450 mg Feta, 45% Fett: 429 mg Frischkäsezubereitung mit Kräutern, 20% Fett: 120 mg Körniger Frischkäse („Hüttenkäse“): 100 mg Milch, 1,5% Fett (zum Vergleich): 123 mg Quelle: Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2008/2009 (JH) Zurück zum Käse-Special

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Ich mache mir meinen Käse sogar selbst. Aus frischer Kuhmilch mache ich Feta, Camembert und Limburger. Ich habe mich auch schon an Hartkäse gewagt. Diesen habe ich jetzt nach 4 Monaten als Parmesan gerieben. Kaufen kann man solche Köstlichkeiten nicht.
 
Ich empfehle jedem die Lektüre der China Study von T. Colin Campbell, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie "gesund" Käse wirklich ist...
 
Lang gereifter Käse entwickelt Histamin, (sehr lang gereifter Käse scheckt zwar sehr pikant, ist aber kein Produkt für Histamin-Intlerante Menschen! Zu einem gut gereiften Käse gehört meistens auch noch gutes Glas Rot oder auch Weisswein, d.h. derlang gereifte Käse und der gute Wein kann bei Histamin-Intoleranten Meinsche von Kopfschmerzen bis zum anaphylaktischen Schock führen. Dann doch lieber zu einem guten Frischkäse greifen, inzwischen gibt es da ja auch eine grosse Auswahl.