Diabetes Typ 1 – Lebenslang spritzen | EAT SMARTER
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Diabetes

Diabetes Typ 1 – Lebenslang spritzen

Diabetes Typ 1 | © DOC RABE Media - Fotolia.com Diabetes Typ 1 | © DOC RABE Media - Fotolia.com

Bei Diabetes Typ 1 werden die insulinbildenden Zellen durch das eigene Immunsystem zerstört, das lebenswichtige Hormon fällt aus.

Was versteht man unter Diabetes Typ 1?

Diabetes Typ 1 ist auch als Jugenddiabetes bekannt, der meistens völlig abrupt beginnt und vor allem in Kindes- und Jugendalter zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr auftritt. Aber auch Erwachsene können an Diabetes Typ 1 erkranken. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das menschliche Abwehrsystem fälschlicherweise gegen die insulinbildenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese nach und nach zerstört. Bei Diabetes Typ 1 wird Insulin nur noch sehr gering bis gar nicht im Körper produziert, es kommt also zum absoluten Insulinmangel. 5% der Diabetiker haben Diabetes Typ 1, sie müssen ihr Leben lang Insulin spritzen.

Wie erkrankt man an Diabetes Typ 1?

Warum sich die körpereigene Abwehr bei Diabetes Typ 1 gegen die Betazellen richtet, weiß man bislang nicht, die Wissenschaft geht allerdings davon aus, dass genetische Einflüsse eine große Rolle spielen. Da aber nicht alle Menschen mit der Anlage Diabetes Typ 1 erkranken, stehen auch Ernährungseinflüsse sowie einige Infektionskrankheiten wie Maser, Mumps, Röteln oder Herpes im Verdacht, die Krankheit auszulösen.

Insulin, lebenswichtig bei Diabetes Typ 1

Da die körpereigene Insulinproduktion bei Diabetes Typ 1 ausfällt, müssen die Betroffenen das Insulin ersetzen. Ein synthetisch oder gentechnisch hergestelltes Humaninsulin wird ins Unterhautfettgewebe gespritzt, da die Magensäure es bei oraler Einnahme zerstören würde. Verschiedene Insuline z.B. Verzögerungsinsuline, kurzwirkende oder langwirkende Insuline können mit Hilfe eines Insulinpens oder -spritze verabreichen, Patienten mit die Diabetes Typ 1 können so recht unkompliziert für einen Insulinausgleich sorgen. Man spricht von konventioneller oder intensivierter konventioneller Insulintherapie (ICT). Vor allem die Ernährung und die damit verbundene Blutzuckerkorrektur sind unkompliziert. Eine Insulinpumpe, die die Betroffenen permanent mit kurzwirkendem Insulin versorgt, lässt sich ideal auf den jeweiligen Bedarf bei Diabetes Typ 1 einstellen. Achtung: Die individuelle Dosisanpassung ist unbedingt gemeinsam vom Patienten und Arzt zu ermitteln.

Worauf ist bei Diabetes Typ 1 zu achten?

Ist die Behandlung bei Diabetes Typ 1 optimal auf den Patienten eingestellt, kann er fast alles essen, Sport treiben und muss sich nicht zwingend einschränken. Doch es kann auch zu Komplikationen kommen:​

  • Unterzuckerung (Hypoglykämie): der Diabetiker hat zuviel Insulin gespritzt, zu wenig gegessen, Alkohol getrunken oder zu intensiv Sport getrieben
  • Überzuckerung (Hypergykämie): Insulinmangel kann zu einer Ketoazidose führen, einer Stoffwechselentgleisung, die bis zur Bewusstlosigkeit (coma diabeticum) führt und sogar tödlich sein kann. 

Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist daher äußerst wichtig für Patienten mit Diabetes Typ 1.

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Hallo, meine Tochter leidet an Typ1 Diabetes und meiner Meinung nach ist die Beschreibung "unkompliziert durch Spritzen oder Ernährung anzupassen" völliger Blödsinn! Viele Eltern mit denen ich Kontakt habe, oder hatte haben gerade bei der Einstellung Schwierigkeiten. Auch Sport und gesunde Ernährung bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Leider sehen wir uns ganz oft damit konfrontiert, das genau diese "unkomplizierte Spritzerei" zu der Meinung führt, das der Zucker kein Grund zum "krankmachen" ist. Das ist oft sehr frustrierend! Gerade auch für meine Tochter, die von einigen Lehrern nicht ernst genommen wird, wenn sie sich schlecht fühlt wegen zu hoher Blutzucker. Man sollte das also nicht ganz so verallgemeinern.