Fructosemalabsorption: Wenn Fruchtzucker nicht korrekt verdaut wird | EAT SMARTER
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Fructosemalabsorption: Wenn Fruchtzucker nicht korrekt verdaut wird

Bei Fructosemalabsorption kann Fructose nicht richtig verdaut werden Bei Fructosemalabsorption kann Fructose nicht richtig verdaut werden

Bei 2 von 3 Kindern und jedem zweiten Erwachsenen kann der Darm Fructose nicht korrekt verdauen. Ein Teil der Betroffenen leidet unter Blähungen und Bauchschmerzen.

Fructosemalabsorption: Eine Frage der Dosis

Im Normalfall wird Fructose (dtsch. Fruchtzucker) im Dünndarm vollständig verdaut und ins Blut aufgenommen. In größeren Mengen von 25 bis 50 g - eine solche Dosis Fructose steckt in etwa 500 ml vieler Softdrinks - allerdings versagt der Dünndarm und lässt Fructose in den Dickdarm durch, wo es zu Gärprozessen mit Gasbildung kommen kann. Bei etwa jedem dritten Erwachsenen und zwei von drei Kindern liegt eine solche Fructosemalabsorption vor, so dass manche Wissenschaftler fordern, dies nicht als krankhaft, sondern als normal anzusehen. Diese Ansicht ist durchaus begründet, da vor allem jene Menschen mit einer Fructosemalabsorption unter Darmproblemen leiden, bei denen zusätzlich ein Reizdarmsyndrom vorliegt. Hohe Fructosemengen lassen sich auch mit natürlichen Lebensmitteln erreichen, allerdings nicht so rasch wie mit einem halben Liter Softdrink. So stecken 25 bis 50 g Fructose beispielsweise in 5 bis 10 mittelgroßen Bananen oder der gleichen Anzahl Birnen, in 20 bis 30 Nektarinen oder 80 bis 110 g Honig.

Softdrinks & Co. erhöhen den Fructosekonsum

Da Fructose aus Maissirup (Glukose-Fruktose-Sirup, „high fructose corn syrup“ (HCFS)) in hohen Dosierungen zum Süßen unter anderem von Softdrinks verwendet wird, hat sich der Fructosekonsum in den vergangenen drei Jahrzehnten extrem erhöht, in den USA bereits von 1970 bis 1990 um 1000 %. Im gleichen Zeitraum ist auch die Zahl jener angestiegen, die unter einer Fructoseintoleranz (Fruchtzucker-Unverträglichkeit) leiden. Mögliche Symptome: Blähungen, Bauchschmerzen, Krämpfe, Koliken, Durchfall, Völlegefühl, Verstopfung. Wird dieser Konsum von Fructose nicht reduziert, so können zusätzliche als Symptome Depressionen, Müdigkeit, Übelkeit, Sodbrennen und Kopfschmerzen auftreten.

Einfacher Test entlarvt Fructosemalabsorption

Mit einem sogenannten Fructose-Wasserstoffatomtest lässt sich eine Fructosemalabsorption feststellen. Dabei darf der Patient zunächst 12 bis 14 Stunden keine Nahrung aufnehmen. Dann wird der Wasserstoffgehalt in seiner Atemluft gemessen. Nun muss er ca. 20 bis 25 Gramm Fructose gelöst in Wasser trinken. Anschließend wird alle 15 bis 30 Minuten der Wasserstoffgehalt der Atemluft gemessen. Steigt der Wasserstoffgehalt an, so liegt eine Fructosemalabsorption vor. Um den Test aussagekräftiger zu machen, sollte er mit einem Test auf eine Milchzuckerunverträglichkeit kombiniert werden. Da die reine Fructosemalabsorption keinen Krankheitswert besitzt, ist sie auch nicht behandlungsbedürftig. Sollte gleichzeitig eine symptomatische Fructoseintoleranz vorliegen, hilft nur eine Diät, wobei alle Speisen und Getränke zu meiden sind, die zu Symptomen führen.

Bei einer Fructosemalabsorption kann der Dünndarm die in Lebensmitteln enthaltene Fructose nicht vollständig verdauen, weshalb sie teilweise oder vollständig in den Dickdarm übergeht und dort zu gären beginnt. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es vor dem Hintergrund der Fructosemalabsorption und eines Reizdarmsyndroms zu Symptomen wie Blähungen und Bauchschmerzen. Gegen diese sogenannte Fructoseintoleranz hilft nur das Meiden der auslösenden Lebensmittel.

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