Ganz oder gar nicht: mit der Gluten-Diät zu Beschwerdefreiheit | EAT SMARTER
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Ganz oder gar nicht: mit der Gluten-Diät zu Beschwerdefreiheit

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Zöliakie ist innerhalb Europas die häufigste Nahrungsmittelintoleranz. Mediziner haben bisher kein Heilmittel gefunden. Daher ist die einzige Form der „Gegenwehr“ eine strikte Gluten-Diät.

Ganz oder gar nicht: mit einer Gluten-Diät zu Beschwerdefreiheit

Die Lebensmittelunverträglichkeit Zöliakie ist innerhalb Europas die häufigste Intoleranz auf Nahrung. Insbesondere Getreide wie Weizen und Gerste lösen bei Betroffenen Entzündungen im Darm aus, bewirken Durchfall, Erbrechen und große Müdigkeit. Mediziner haben bisher kein Heilmittel gefunden. Daher ist die einzige Form der „Gegenwehr“ eine strikte Gluten-Diät.

Was genau ist Zöliakie?

Eine Gluten-Intoleranz ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf der Unverträglichkeit von Gluten, einem Klebereiweiß. Nehmen Betroffene Gluten zu sich,  schädigt das die Dünndarmschleimhaut und der Körper kann die Nahrung nicht mehr richtig verdauen. Dr. med. Sigrid Steeb, Fachärztin für Ernährungsmedizin, erklärt: „Da eine Zöliakie ernsthafte Folgen haben kann, ist unbedingt eine seriöse Diagnostik erforderlich.“ Betroffene sollten sich dem Problem mit ärztlicher Hilfe stellen.

Diät statt Arznei

Bis heute gibt es keine ideale Arznei zur Behandlung der Zöliakie. Die einzige Therapie ist eine lebenslange, strenge Gluten-Diät. Verboten sind dabei alle glutenhaltigen Getreidesorten: Weizen, Roggen und Gerste gehören dazu, aber auch Dinkel, Emmer und Kamut. Folgerichtig landen sämtliche Produkte aus diesen Getreidesorten auf der roten Liste: Brot, Gebäck und Kuchen, Nudeln, Mehl, Grieß, Graupen und Paniermehl. Leider sind sogar alle Biersorten einschließlich Malzbier glutenhaltig und damit verboten. Gluten versteckt sich häufig in Lebensmitteln. Es kann beispielsweise in Fertigsuppen, Schmelzkäse, Ketchup und Schokolade enthalten sein. Die Fachärztin Sigrid Steeb rät deshalb dazu, die Zutatenlisten auf den Verpackungen stets gut zu studieren.

Mit der Gluten-Diät genießen

Allerdings hat sich die Lebensmittelindustrie bereits gut auf Zöliakie und die Gluten-Diät eingestellt. Es gibt glutenfreies Bier, Brot und Pasta. Diese Produkte sind in der Regel mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre versehen. Viele Nahrungsmittel sind außerdem von Natur aus glutenfrei. Dazu gehören unter anderem:

  • Milch, Naturjogurt und Butter
  • Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte
  • Zucker, Honig, Konfitüre und Ahornsirup
  • Wein und Sekt

Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft erklärt: „Unverarbeitet und ohne Zusätze können diese Nahrungsmittel bedenkenlos gegessen werden.“

Maismehl in der Suppe

Viele Kochbücher und Ratgeber bieten Betroffenen Hilfestellungen und einfache Rezepte. In ihrem Buch „Lebensmittelunverträglichkeiten“ beschreibt Expertin Steeb zum Beispiel, wie man Soßen und Suppen ohne glutenhaltige Produkte binden kann: mit Kartoffelmehl. „Es muss in die kalte Flüssigkeit eingerührt werden, damit es nicht klumpt“, schreibt die Expertin. „Alternativ können Sie auch Maisstärke verwenden.“ Guten Appetit!

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