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Besonderer Wirkstoff

Das Antihistamin: Hilfe für Allergiker

Antihistamin schwächt die Wirkung des körpereigenen Histamins. © luna - Fotolia.com Antihistamin schwächt die Wirkung des körpereigenen Histamins. © luna - Fotolia.com

Antihistamin kann die Wirkung des körpereigenen Histamins schwächen oder sogar aufheben Es soll allergische Reaktionen unterbinden.

Das Antihistamin: Hilfe für Allergiker

Ein Antihistamin ist ein Stoff, der die Wirkung des körpereigenen Histamins schwächt oder aufhebt. Er blockiert zu diesem Zweck die sogenannten Histamin-Rezeptoren. Antihistamin ist therapeutisch wichtig, weil es der Bekämpfung von Allergien und Magenschleimhautentzündungen dient.

Der Körper schüttet Histamin aus

Histamin ist ein körpereigenes Hormon. Es taucht vor allem in den menschlichen Mastzellen und in den Leukozyten auf, die zum Immunsystem gehören. Sieht sich der Körper Antigenen ausgesetzt, also allergieauslösenden Stoffen, setzen sich diese an den Leukozyten fest. Die Leukozyten werden zerstört, das darin gespeicherte Histamin freigesetzt. Das kann zu negativen Reaktionen des Körpers führen. Um die Folgen zu mindern und einem Fortschritt der Ausschüttung vorzubeugen, verschreibt der Arzt in solch einem Fall häufig Antihistaminika.

H1- und H2-Rezeptoren sorgen für Probleme

Ein Antihistamin soll allergische Reaktionen unterbinden. Um das zu erreichen, blockiert es Rezeptoren des Körpers. Diese teilen sich auf in vier Gruppen: H1-, H2-, H3- und H4-Rezeptoren. Jede Gruppe ruft andere Reaktionen hervor, wobei bisher H1 und H2 negative Auswirkungen nachgewiesen wurden.

  • H1-Rezeptoren: Die Blutgefäße erweitern sich, es kommt zu einem Blutdruckabfall. Die Gefäßwände werden durchlässiger. Hautrötungen und Ödeme treten auf. Während sich die Blutgefäße weiten, rufen die H1-Rezeptoren bei den Bronchien die gegenteilige Wirkung hervor. Deshalb sind besonders Asthmatiker gefährdet, da sich ihre Bronchien lebensbedrohlich verengen können.
  • H2-Rezeptoren: Reaktionen im Herz-Lungen-Kreislaufsystem treten auf. Die Herzfrequenz erhöht sich, die Lungengefäße erweitern sich. Die Magenschleimhaut kann sich entzünden, weil die Magensäureproduktion angeregt wird.
  • H3-Rezeptoren: Die Histaminausschüttung wird gehemmt.
  • H4-Rezeptoren: Diese Stoffe sind noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass H4-Rezeptoren eine Wirkung auf allergisches Asthma haben.

H1- und H2-Antihistaminika helfen dem Körper

Es gibt ebenfalls verschiedene Arten von Antihistamin: H1- und H2. H1-Antihistaminika verschreiben Ärzte bei Heuschnupfen, Nesselsucht und anderen allergischen Reaktionen wie zum Beispiel Atemnot. H1-Antihistaminika haben eine krampflösende Wirkung. Die geweiteten Blutgefäße verengen sich, die Durchlässigkeit ihrer Wände verringert sich. So können sich Ödeme und Hautrötungen zurückbilden. H2-Antihistaminika blockieren die H2-Rezeptoren, so dass keine Entzündungen im Magen entstehen.

Linderung setzt schnell ein

Je nach Wirkstoff tritt die lindernde Wirkung von Antihistamin zwischen 30 und 60 Minuten nach der Einnahme auf. Nach gut drei Stunden ist die optimale Wirksamkeit erreicht und hält etwa einen Tag lang an. Neben der Behandlung von allergischen Reaktionen setzen Spezialisten Antihistaminika auch zur Behandlung von Magengeschwüren, Schlafstörungen und Alzheimer ein.

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