Histaminunverträglichkeit – was ist das? | EAT SMARTER
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Symptome & Co.

Histaminunverträglichkeit – was ist das?

Histaminunverträglichkeit: Die Diagnose ist nicht immer einfach. © rangizzz - Fotolia.com Histaminunverträglichkeit: Die Diagnose ist nicht immer einfach. © rangizzz - Fotolia.com

Eine Histaminunverträglichkeit ist nicht immer leicht zu diagnostizieren. Erfahren Sie mehr über die häufigsten Symptome und die Hintergründe der Unverträglichkeit von histaminhaltigen Nahrungsmitteln.

Histaminunverträglichkeit – was ist das?

Die Histaminunverträglichkeit ist keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeit von histaminhaltigen Nahrungsmitteln. Bei manchen Betroffenen kann der Körper das aufgenommene Histamin nicht in ausreichendem Maß abbauen – darauf folgen typische Symptome einer Art „Vergiftung“.

Fünf Prozent leiden an Histaminintoleranz

Etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer Histaminunverträglichkeit betroffen, schätzt die Ernährungsmedizinerin Dr. med. Sigrid Steeb. „Zu 80 Prozent handelt es sich bei der Erstdiagnose um Frauen ab etwa 40 Jahren“, schreibt sie in ihrem Ratgeber „Lebensmittelunverträglichkeiten“. Eine Ursache dafür könnte die Abnahme des Östrogenspiegels beim Einsetzen der Menopause sein. Sigrid Steeb vermutet, dass weit mehr Menschen von der Intoleranz betroffen sind, als die genannten fünf Prozent. Viele wüssten aber nichts von ihrer Histaminose, weil die Symptome schwach ausgeprägt sind.

Ein Enzym verweigert den Dienst: Diaminoxidase

So reagiert der Körper bei Betroffenen auf Histamin: Bakterien bauen einen Stoff namens Histidin in der Nahrung durch Bakterien oder Hefe zu Histamin ab. Dieses wird im menschlichen Körper durch die Enzyme Diaminoxidase (im Dünndarm) beziehungsweise N-Methyl-Transferasse (unter anderem in der Leber) abgebaut. Bei einer Histaminunverträglichkeit ist die Aktivität der Diaminoxidase-Enzyme jedoch eingeschränkt. Deshalb kann der Körper mit der Nahrung aufgenommenes Histamin nicht oder nur teilweise verarbeiten. So kommt es zu einer „pseudoallergischen“ Reaktion. Wird zu viel Histamin zugeführt – zum Beispiel durch verdorbene Nahrung – kann es auch bei gesunden Menschen zu den typischen Symptomen einer Histaminunverträglichkeit kommen. Betroffene der Histaminose allerdings verspüren diese Symptome bereits bei mehr oder weniger geringen Mengen des Stoffs.

Der Hals schmerzt, das Herz rast

Mögliche Symptome einer Histaminunverträglichkeit sind folgende:

  • Hautrötung, Juckreiz
  • Kopfweh
  • Halsschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Herzrasen
  • Müdigkeit, Schlafstörungen

Das „Patienten-Tagebuch“

Beobachten Betroffene eines oder mehrere Symptome bei sich, sollten sie bei einem Arzt um einen Test bitten. Zuvor ist es allerdings ratsam, ein „Patienten-Tagebuch“ zu führen. Wann hat man welche Nahrung zu sich genommen, welche Reaktionen zeigt der Körper? Anhand dieser Informationen kann der behandelnde Arzt leichter eine Eingrenzung der Symptome vornehmen.

So stellt der Arzt die Diagnose Histaminunverträglichkeit

Bei Verdacht auf Histaminunverträglichkeit sind zwei Bluttests in Kombination mit einer Diät ratsam. Der Arzt kann die Tests im Abstand von 2 Wochen durchführen und parallel eine histaminarme Diät verschreiben. Die Laborwerte ergeben sowohl den Histamingehalt als auch den Gehalt am Enzym Diaminoxidase (DAO). Ist nach dieser Zeitspanne der Histaminspiegel im Blut gesunken und der DAO-Spiegel gestiegen, liegt eine Histaminunverträglichkeit vor.

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Liebe Leute. In meiner Familie gibt es Lebensmittelunverträglichkeiten. Seit fast 15 Jahren beschäftige ich mich mit spezieller Ernährung. Ich selbst habe Zöliakie und viele Unverträglichkeiten. Nun habe ich seit 1,5 Jahren eine Kochschule/Lädchen, regelmäßig finden dort Kochkurse statt.(Berücksichtigung der Allergien/Unverträglichkeit). Wenn Ihr mehr wissen möchtet so schaut nach unter http://csernaehrungsberatung-kochschule.de Viele Grüße aus der Genuss-Küche
 
Immerhin ist es möglich, auch mit Histamin-Intoleranz noch jede Menge leckere Rezepte, sogar Wein und Co. zu genießen. Ich gehöre selbst auch zu den Leuten und hab daher auch eine entsprechende Seite dazu gebastelt (http://histavino.com), die vielleicht noch weiteren Betroffenen hilft! Nicht aufgeben, alles ist möglich, es ist nur komplizierter.