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Problem Laktoseintoleranz

Milchgenuss ohne das Enzym Laktase – kaum möglich

Fehlt das Enzym Laktase, kann der Körper den Milchzucker Laktose nicht entsprechend verwerten, es kommt unter anderem zu Durchfall und Übelkeit

Laktase © bit24 - Fotolia.com Laktase © bit24 - Fotolia.com

Was bewirkt das Enzym Laktase?

Das körpereigene Enzym Laktase sorgt in den Dünndarmzellen dafür, dass der Milchzucker aus der Nahrung in seine Bestandteile Glukose und Galaktose zerlegt wird. Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass das Enzym Laktase nur unzureichend bzw. gar nicht im Körper produziert wird und es zu einem Laktase-Mangel bzw. zu einer Laktose-Intoleranz kommt. Dabei gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm, wo Bakterien ihn verarbeiten und verschiedene Gase entstehen. Die Symptome des Laktase-Mangels können Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall aber auch Kopf- und Muskelschmerzen sein.

Laktase-Mangel kann verschiedene Ursachen haben

Ein ganz natürlicher Prozess setzt ein, wenn bei Säuglingen nach Ende der Stillzeit die Laktase-Aktivität herunterfährt. Viele ethnische Gruppen wie Asiaten oder auch die Inuit verlieren bis zum Erwachsenenalter fast vollständig die Fähigkeit Laktase herzustellen. Sie können dann keine Milch- bzw. Milchprodukte beschwerdefrei zu sich nehmen. In Nordeuropa sind etwa 15-20% der Erwachsenen von dieser Laktose-Intoleranz betroffen, die man auch als primären Laktase-Mangel bezeichnet. Auch der angeborene Enzymdefekt, der bereits im Säuglingsalter auftritt, gilt als primärer Laktase-Mangel. Nach Darmoperationen oder -erkrankungen kann es ebenfalls zu einem Laktase-Mangel kommen. Durch die Behandlung oder nach Abklingen der Darmkrankheit bildet sich die Laktose-Intoleranz aber oft wieder zurück. In diesem Zusammenhang spricht man von einem sekundären Laktase-Mangel.

Wie erkennt man einen Mangel an Laktase?

Nimmt man keine Milch oder Milchprodukte mehr zu sich, heißt es trotz Laktase-Mangels nicht, dass die Beschwerden aufhören. Das Problem liegt in der versteckten Laktose in vielen Lebensmitteln, in denen Milchzucker nicht zwangsläufig ausgewiesen sein muss. Zur Diagnose eines Mangels an Laktase wird in vielen Fällen der Wasserstoffatemtest durgeführt. Die Dickdarmbakterien setzen während der Verdauung von Laktose Wasserstoff frei, der über die Atemluft gemessen werden kann.

Ohne Laktase verändert sich der Speiseplan

Fehlt das Enzym Laktase, sollten Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Laktose gemieden werden. Dazu zählen auf jeden Fall Milch, Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Sahne oder Butter. Es gibt aber auch Lebensmittel, denen man nicht ansieht, dass sie Milchzucker enthalten: Brot, Kuchen, Ketchup oder Soßenbinder. Völliger Verzicht ist schwierig, da nicht immer klar gekennzeichnet ist, dass Laktose enthalten ist. Laktase kann auch in Form von Tropfen, Pulver oder Tabletten zusammen mit der Nahrung eingenommen werden. Wie viel Milchzucker ohne Laktase verzehrt  werden kann, ist individuell unterschiedlich und sollte immer wieder getestet werden, da sich die Toleranzgrenzen verschieben können.

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