Laktose: Energielieferant und Störenfried | EAT SMARTER
2
0
Drucken
0
Laktose: Energielieferant und StörenfriedDurchschnittliche Bewertung: 2152

Milchzucker

Laktose: Energielieferant und Störenfried

Laktose ist Milchzucker Laktose ist Milchzucker

Laktose ist ein in Milch enthaltener Zucker. Deshalb nennt man den Stoff auch Milchzucker. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: lac, lactis für Milch und -ose für Zucker.

Molke hat’s in sich

Laktose ist farblos und süß. Sie ist weniger wasserlöslich als andere Zucker. Der Stoff kann aus Sauer- oder Süßmolke gewonnen werden. Dafür muss man die Molke erhitzen und auf diesem Weg von Lipiden, Proteinen und Mineralstoffen befreien. Daraufhin kristallisiert sich die Laktose heraus.

Energielieferant für Babys

Der Laktose-Anteil von Milch beträgt zwischen zwei und sieben Prozent. In natürlicher Form kommt der Zucker nur in der Milch von Säugetieren vor. Er dient als wichtiger Energielieferant für Säuglinge. Laktose ist aber nicht nur in Milch, sondern auch in allen daraus hergestellten Produkten enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Buttermilch, Joghurt und Käse.

Seelöwen säugen laktosefrei

Je nach Säugetier unterscheidet sich der Anteil der Laktose in der Milch (das einzige Säugetier, das laktosefreie Milch produziert, ist der Seelöwe):

  • Menschen: sieben Prozent
  • Kuh und Schaf: bis zu fünf Prozent
  • Ziege: gut vier Prozent
  • Kamel: fünf Prozent

Vorsicht bei Unverträglichkeiten

Viele Menschen leiden an einer Laktoseintoleranz – in Deutschland etwa jeder fünfte, schreibt Ernährungsmedizinerin Sigrid Steeb in ihrem Ratgeber „Nahrungsmittelunverträglichkeiten“. „Im Mittelmeerraum vertragen bis zu 50 Prozent der Menschen keinen Milchzucker“, ergänzt die Expertin. Betroffene müssen darauf achten, den Stoff nicht zu konsumieren. Das ist gar nicht so einfach: Einige „unverdächtige“ Lebensmittel haben es nämlich wortwörtlich in sich. Grund dafür ist die künstliche Zufuhr von Milchzucker im Herstellungsprozess mancher Produkte. Denn Laktose spielt eine wichtige Rolle in der Beeinflussung gewisser Eigenschaften: Es gilt als Trägersubstanz für Aromen und als Geschmacksverstärker. Oft ist Laktose auch in Medikamenten enthalten. Hier dient es als Trägersubtanz für den jeweiligen Wirkstoff.

Zu wenig Laktase führt zu Laktoseintoleranz

Die Medizinerin Sigrid Steeb erklärt, wie eine Milchzuckerunverträglichkeit zustande kommt: Damit der Körper Milchzucker verwerten kann, muss er ihn während der Verdauung in die beiden Bestandteile Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) aufspalten. Dafür zuständig ist das Enzym Laktase. Fehlt es oder ist nur teilweise vorhanden, gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm. Dort zersetzen ihn Bakterien in Milchsäure, Essigsäure und Methan. Eine Laktoseintoleranz entsteht.

Laktose bekämpft Bakterien

Laktose kann zwar Unverträglichkeiten auslösen, hilft dem Körper aber auch bei einigen wichtigen Prozessen. Es unterstützt zum Beispiel die Aufnahme von Kalzium, liefert dem Organismus Energie und hemmt Fäulnisbakterien im Darm.

Ähnliche Artikel
Laktoseintoleranz-Ernährung
Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit löst Laktose Beschwerden wie Blähungen und Durchfall aus. Eine diätetische Therapie kann dabei helfen, wieder beschwerdefrei zu leben. Die Laktoseintoleranz-Ernährung spielt also eine besonders große Rolle.
Laktoseintoleranz
Menschen mit einer Laktoseintoleranz leiden an Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Sie vertragen den Milchzucker nicht.
Laktosefrei kochen
Bei Betroffenen einer Milchzuckerunverträglichkeit löst Laktose unangenehme Beschwerden wie Blähungen und Durchfall aus. Eine ganz spezielle Diät kann dabei helfen, wieder beschwerdefrei zu leben. Der Kern dieser Therapie: laktosefrei kochen.
Schreiben Sie einen Kommentar