Selenmangel - Symptome und Ratgeber | EAT SMARTER
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Mineralstoffreiche Ernährung

Selenmangel

Selenmangel Selenmangel

Selen ist möglichweise ein unterschätzter Mineralstoff. Einige Studien zeigen, dass mehr Selen vor Herzinfarkt und Krebs schützt.

Selenmangel: Noch ein ungeklärtes Phänomen

Die verfügbaren Daten sprechen dafür, dass wir in Deutschland im Schnitt ausreichend Selen zu uns uns nehmen. Dennoch gibt es gute Gründe, die Versorgung mit Selen genauer unter die Lupe zu nehmen und von einem möglichen Selenmangel auszugehen. Zum einen zeigen Studien, dass die korrekte Funktion eines unserer wichtigsten Stoffwechselorgane – der Schildddrüse – nicht nur von Jod, sondern auch von einer ausreichenden Selenzufuhr abhängig ist. Zum anderen gibt es Studien, die einen Selenmangel mit Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs in Zusammenhang bringen. 

Mehr Selen = geringeres Herzinfarktrisiko?

Wir befinden uns aber noch auf dünnem Eis, wenn wir davon mutmaßen, dass eine bessere Versorgung mit Selen Herzinfarkt, Krebs und Störungen der Immunabwehr vorbeugen könnte. Es gibt aber einige Studien, die dafür einen möglichen Selenmangel verantwortilich machen. Solange hier aber keine eindeutigen Belege vorliegen, lässt sich hier guten Gewissens nichts Definitives sagen.

Selen lässt sich nicht so leicht überdosieren

Die tägliche Selenzufuhr über die Ernährung beträgt in Deutschland rund 40 Mikrogramm (µg) pro Tag, wobei die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von einem geschätzten (!) Bedarf von 30 bis 70  µg Tag ausgeht. Doch auch ärztliche kontrollierte Gaben von 200 bis 400  µg – also dem 5- bis 10fachen der aktuellen Versorgung – haben offenbar keine negatven Effekte. Es spricht also nichts dagegen, etwas mehr Selen zu sich zu nehmen um mögliche Selenmangelzustände zu beseitigen. 

Wie können wir mehr Selen aufnehmen?

Fleisch, Fisch und Hühnereier sind unsere Hauptlieferanten für Selen. Hierzulande sind auch Spargel und Linsen gute Selenlieferanten. Anderswo, etwa in Nordamerika und Kanada, enthalten die Böden mehr Selen, sodass man dort auch über Brot und andere Getreideprodukte deutlich höhere Selenmengen zu sich nimmt als in Deutschland.
Natürlich wäre es kein Problem, Selen auch zusätzlich über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen, um einem Selenmangel vorzubeugen. Eine Empfehlung hierfür gibt aber bisher nicht. Wer sich für Selen-Präparate entscheidet, handelt deshalb auf eigene Verantwortung und ohne Netz und doppelten Boden. 
Selenmangel ist ein hierzulande unbekanntes Phänomen. Wissenschaftliche Untersuchungen legen aber nahe, dass eine höhere Selenzufuhr Herzinfarkten und Krebs vorbeugen könnte. Ob diese Annahmen stimmen, müssen weitere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen.

 

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betr.: Selen-Übersosierung Guten Tag! In diesem Text (im vorletzten Absatz) schreiben Sie, zu viel Selen sei nicht schlimm ... Allerdings schreiben Sie im allgemeinen Text über Selen http://eatsmarter.de/thema/mineralstoffe/selen etwas Anderes und auch im Text zur Schilddrüsenunterfunktion http://eatsmarter.de/ernaehrung/bei-krankheiten/ernaehrung-bei-schilddruesenunterfunktion steht, zu viel Selen könnte doch schaden. Freundliche Grüße!
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Liebe Frau K., In Anbetracht der durchschnittlichen täglichen Selenzufuhr in Deutschland besteht ein sehr geringes Risiko für eine Selen-Überdosierung. Trotzdem sollte die tägliche Selenzufuhr von 400 µg auf Dauer und kurzfristig von 1000 µg nicht überschritten werden (was allerdings mit einer normalen Ernährung ohnehin kaum zu schaffen ist).