Biotin-Mangel | EAT SMARTER
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Vitamine

Ein Biotin-Mangel ist nahezu unmöglich

Biotin-Mangel | © svl861 - Fotolia.com Biotin-Mangel | © svl861 - Fotolia.com

Sehr viele pflanzliche und tierische Lebensmittel enthalten Biotin. Ein Biotin-Mangel ist deshalb – außer im Falle extremer Mangelernährung – ausgeschlossen.

Biotin-Mangel: Was ist das denn?

Biotin -  früher auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bezeichnet - ist eines der Vitamine aus dem B-Vitamin-Komplex, die in unserer Ernährung eigentlich reichlich vorhanden sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schätzt den täglichen Biotin-Bedarf für alle Erwachsenen auf 30 bis 60 Mikrogramm (µg) am Tag. Aus der großen Streuung - 30 bis 60 µg/Tag - und der Tatsache, dass es keine gesonderten Angaben der DGE für Schwangere und Stillende gibt, lässt sich ablesen, dass man den tatsächlichen Bedarf schlicht und einfach nicht kennt. Das ist immer dann der Fall, wenn im Normalfall keine Mangelsymptome auftauchen. Wir können also davon ausgehen, dass Biotin-Mangel nur bei extremer Mangelernährung auftritt.

Fast nur im Experiment gibt’s Biotin-Mangel

Wer gern viel rohes Eiklar isst - aber wer macht das schon? - sollte sich vorsehen. Denn dadurch wird die Aufnahme von Biotin aus der Nahrung verhindert. Doch der Wissenschaft zuliebe - und vermutlich für ein wenig Bares - haben Versuchspersonen über mehrere Wochen neben ihrer normalen Ernährung auch jede Menge Eiklar gegessen. Aus diesen Versuchen wissen wir, was bei einem echten Biotin-Mangel geschieht: Nach 3 bis 4 Wochen entwickelten die Versuchspersonen einen nicht juckenden, abschuppenden Hautausschlag. Nach 9 Wochen litten alle Versuchspersonen unter starker Schuppung, leichten Depressionen, Schläfrigkeit und Erschöpfung, Muskelschmerzen sowie Missempfindungen. Nach 10 Wochen litten die Versuchspersonen zudem unter Appetitlosigkeit, zeitweiligem Schwindel sowie einem extremen Anstieg des Cholesterinwerte im Blut.

Verantwortlich für den Plötzlichen Kindstod?

Bei Kindern, die am Plötzlichen Kindstod ( SIDS, Sudden Infant Death Syndrome) gestorben sind, fand sich in deren Leber ein auffallend geringer Biotin-Gehalt. Obgleich dieser Zusammenhang nicht gesichert ist, sollten Eltern besser darauf achten, dass die Folgenahrung auch Biotin enthält.

Wie viel Biotin steckt in unseren Lebensmittel?

Wer keine Erdnussallergie hat, ist klar im Vorteil, denn Erdnüsse enthalten 34 Mikrogramm je 100 Gramm (µg/100 g). Auch Walnüsse (20 µg/100 g) und Mandeln (10 µg/100 g) schneiden nicht schlecht ab. Rinderleber allerdings ist mit 100 µg/100 g der Spitzenreiter, wohingegen Schweineleber mit 30 µg/100 g sogar weniger Biotin als Erdnüsse enthält. Weitere gute Biotinlieferanten sind Haferflocken (20 µg/100 g), Hering (9 µg/100 g), Rotbarsch (4,8 µg/100 g), Brie (6 µg/100 g), Bananen (5 µg/100 g), Erdbeeren und Tomaten (je 3 µg/100 g) und Spinat (2 µg/100 g).
Außer in Extremfällen (z.B. bei Magersucht) kommt in Deutschland Biotin-Mangel nicht vor, da Biotin in vielen Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft enthalten ist.

 

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