Trends erspüren - Genuss (er)leben | EAT SMARTER
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Trends erspüren - Genuss (er)leben

Was bedeutet Genuss heute, wo liegen aktuelle Trends und was sollten genussorientierte Verbraucher im Auge behalten - gerade beim Thema "Wein"? EAT SMARTER befragte dazu Philipp und Robin Struve - zwei Brüder, die in Hamburg zusammen mit ihrem Vater insgesamt 13 EDEKA-Lebensmittelmärkte erfolgreich führen, und die sich mit viel Herzblut und Persönlichkeit an den aktuellen Verbrauchertrends orientieren.

Wie definiert der moderne Verbraucher heutzutage „Genuss“?Robin Struve: Genuss ist unter Verbrauchern mehr denn je ein Thema, wobei es unterschiedliche Ausprägungen gibt. Die klassischen Genussmenschen schauen nicht so sehr auf den Euro, sondern auf die Qualität. Der typische Frische-Einkäufer geht mehrmals pro Woche einkaufen und legt Wert auf frische Ware möglichst ohne Konservierungsstoffe. Marken-Einkäufer vertrauen bei ihrem Einkauf eher auf etablierte Markenwaren, während anspruchsvolle Käufer wie ambitionierte Hobbyköche auf regionale oder handgemachte Produkte und die Geschichte dahinter Wert legen.Inwieweit wirkt sich das auf das Angebot aus?Robin Struve: Wir versuchen, Trends früh zu erspüren und das Sortiment entsprechend darauf abzustimmen. Eine entscheidende Rolle dabei spielt der enge Kontakt zu unseren Kunden, die oft eine Trendsetterfunktion ausüben und uns wichtige Hinweise geben, was gut ankommen könnte.Manchmal sind wir dadurch sogar den Trends voraus oder aber bestimmen sie mit. Zusammen mit Lieferanten erarbeiten wir beispielsweise maßgeschneiderte Produkte, die dann zielgenau den Verbraucherwünschen entsprechen – wie unter anderem mit kleinen ortsansässigen Nudelmanufakturen oder Herstellern von handgemachten Suppen, Wraps, Sandwiches und Salaten. Kaufen die Kunden heute Lebens- und Genussmittel anders ein als vor 10 Jahren?Robin Struve: Durchaus. Der typische Durchschnittsverbraucher hat angesichts der Lebensmittelskandale in der Vergangenheit inzwischen einen höheren Anspruch als noch vor ein paar Jahren. Er ist besser informiert und kritischer geworden und erwartet auch entsprechend gut geschultes Personal. Die Geschichte hinter den jeweiligen Lebensmitteln zählt mehr und mehr und das Thema Kochen und Ernährung gewinnt an Bedeutung. Wie erklären Sie diese neue Lust am Kochen?Robin Struve: Schalten Sie doch einmal den Fernseher an – irgendwo läuft immer eine Kochsendung. Das motiviert die Menschen, sich selbst an die Töpfe zu stellen und ein soziales Event daraus zu machen. Es wird nicht mehr zum perfekt vorbereiteten Essen eingeladen, sondern zusammen mit Freunden gekocht und anschließend gemeinsam geschlemmt. Auch Kostengründe tragen dazu bei, dass viele Genießer ihre Gäste lieber an den eigenen Esstisch bitten als in ein Restaurant. Welche Rolle spielt dabei der Wein als kulinarischer Begleiter?Philipp Struve: Erst die passenden Getränke machen ein Essen wirklich rund. Allerdings erfordert die richtige Weinauswahl zum Essen durchaus Fingerspitzengefühl und eine fundierte Fachberatung. Daher haben wir bei uns neben den Weinfachberatern auch einen Mitarbeiter zum Wein-Sommelier ausbilden lassen und schicken unsere Fachverkäufer regelmäßig zu Fortbildungen, Schulungen, auf Weingüter und Weinmessen. Welche Weintrends sehen Sie derzeit?Philipp Struve: Deutscher Wein – speziell Weißwein – boomt. Kein anderes Anbauland kann bei diesem Aufstieg mithalten. Beim Weißwein gibt es gerade ein Riesling-Revival, bei den Roten hat der deutsche Spätburgunder inzwischen den Dornfelder abgelöst. Generell liegen trockene Weine in der Verbrauchergunst weit vorn.EDEKA ist ja der größte Weinhändler Deutschlands und besitzt eine eigene Kellerei in Bingen – wie schneiden denn die internationalen Weine hierzulande ab?Philipp Struve: Da gibt es sehr starke regionale Unterschiede. In klassischen deutschen Weinanbauregionen besitzen internationale Weine einfach weniger Chancen, weil dort sehr regional konsumiert wird. Generell aber scheint sich der deutsche Weingenießer auf europäische/heimische Weine zu konzentrieren – speziell Übersee verliert. Wie tief greifen die Deutschen in die Tasche für eine Flasche Wein?Philipp Struve: Für die meistem liegt die Preisgrenze bei 5 Euro. Und das ist auch überhaupt kein Problem, denn die meisten Winzer stellen sich inzwischen der Königsdisziplin, unterhalb dieser Preisgrenze qualitativ hochwertige Tropfen anzubieten. Es gibt mittlerweile unvorstellbar gute Weine im Bereich von 3,50 Euro bis 3,99 Euro! Bester Beweis: Der kürzlich mit dem großen internationalen Weinpreis „Mundus vini“ in Gold prämierte Riesling classic 2010 aus der EDEKA-eigenen Rheinberg-Kellerei kostet bei uns nicht einmal 4 Euro.
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Wenn das kein wunderbarer Start für einen Flirt ist: Ein tiefer Blick in die Augen, ein Stößchen mit dem Champagnerglas und dann ein Schlückchen vom prickelnden Rebensaft. Auf Partys und Events ist heute (fast) alles erlaubt - Hauptsache, es macht Spaß. Allerdings: Anlässe, bei denen auf die Etikette geachtet wird, gibt es immer noch genug. Dabei sollte man stilvoll und stilgerecht mit Wein & Co. umgehen können, um sich nicht als Banause zu blamieren.
Chianti aus einer mit Bast ummantelten 1,5-Liter-Flasche, dazu der legendäre Käse-Igel und Salzbrezeln. So schwelgte man in den 60er Jahren in Urlaubserinnerungen und bewirtete Gäste beim feucht-fröhlichen Weinabend. Inzwischen hat sich die Weinkultur erfreulicherweise deutlich weiterentwickelt - sowohl beim Rebensaft, als auch bei den kulinarischen Begleitern dazu. EAT SMARTER kennt die aktuellen Trends und Tipps.
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