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Sophia Thiel

Welches Gen macht dick?

Das weiß bis heute kein Mensch. Wahrscheinlich sind es Hunderte oder vielleicht sogar Tausende Gene, die an der Regulation unseres Körpergewichts beteiligt sind und die unterschiedlichen Bereiche des Energiestoffwechsels steuern.

Einige Gene, das weiß man bereits, fördern den Appetit, andere hemmen ihn, manche trimmen unsere Bewegungsmuster in Richtung Zappelphilipp oder Schnecke, stellen den Energieverbrauch auf Sparflamme ein oder polen ihn auf Verschwendung. Jeder von uns trägt seinen eigenen "Cocktail" an Erbanlagen mit sich herum. Und viele der bereits als Dickmacher identifizierten Gene finden sich nicht nur bei rundlichen, sondern auch bei schlanken Zeitgenossen. Das Erbe in den Tiefen unserer Zellen wirkt also keineswegs so stark und schicksalhaft, wie man früher dachte. Sein Einfluss ist meist viel zu schwach, um sich kiloweise auf der Waage zu zeigen. Zum Vorschein kommen die Dickmacher unter den Erbanlagen nur, wenn der Besitzer sich wenig bewegt und beim Essen ausdauernd zulangt. Es muss also mehr geben als die unabwendbare Vererbung. Inzwischen haben Biologen einen weiteren Teil des Erbcodes geknackt. Sie entdeckten die sogenannte Epigenetik, ein Steuersystem, mit dem der Körper die eigenen Gene managt. Je nachdem, ob gerade viel zu essen vorhanden ist oder nur wenig, ob man fröstelt oder die Wohnung überheizt ist, kann der Körper einzelne Gene an- oder abschalten. Die Erfordernisse der Umwelt und der Lebensumstände regulieren also die Aktivität unserer Gene.

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