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Der Profi-Coach

Warum uns allen ein bisschen mehr Egoismus gut tut

Von Uwe Pettenberg
Aktualisiert am 18. Dez. 2018
Egoismus_ Pause im Gras mit Blick auf die Stadt

Wenn Sie nicht so richtig glücklich sind, könnte es daran liegen, dass Sie zu wenig nach sich selbst sehen und Ihnen eine gesunde Portion Egoismus fehlt. (Genauso kann es natürlich sein, dass Sie unglücklich sind, weil Sie zu egoistisch sind. Auch der umgekehrte Fall kann sein.)

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Die meisten von uns sind so erzogen worden, dass wir nach Möglichkeit “selbstlos” (ein interessantes Wort, finden Sie nicht?) sein sollen, um ein guter Mensch zu sein. Wir sollen bescheiden sein, uns zurücknehmen und erst nach den anderen sehen.

Ganz sicher sollen wir uns um unsere Liebsten kümmern und ganz sicher ist es das Schönste, was es gibt. Wir sollen unsere Kinder mehr als uns selbst lieben und natürlich ist eine glückliche Beziehung und sind gute Freunde mit keinem materiellen Wohlstand dieser Welt aufzuwiegen.

Dabei sollten wir jedoch nicht uns selbst vergessen und stets Zeit und Energie in unser eigenes Wohlbefinden investieren.

Vielleicht haben Sie bereits einen stabilen Platz im Leben gefunden. Sie sind finanziell unabhängig, Sie lieben Ihre Arbeit, Sie sind glücklich und psychisch stabil. Und es gibt eine ausgewogene Mischung aus Abenteuer und Sicherheit in Ihrem Leben. Wenn das alles bereits der Fall ist, brauchen Sie nicht noch mehr Zeit für sich und Sie brauchen auch nicht mehr Egoismus.

Sollte es noch nicht so sein, habe ich heute ein paar gute Gründe für Sie, warum Ihnen ein wenig mehr Egoismus gut tun könnte.

Missverständnis Nr. 1: Ich muss das für meine Familie tun

Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist sicherlich bewundernswert, wenn Sie sich in einem Job abmühen, der Ihnen keinen Spaß macht, um Ihre Familie zu ernähren. Noch bewundernswerter ist es, wenn Sie das mit einem Lächeln machen. Die Vorstellung einer Mutter, eines Vaters, die beziehungsweise der sich unermüdlich in einem verhassten Job abmüht, um seinen Kindern eine besser Zukunft zu ermöglichen, ist ein zu Herzen gehender Beweis für Menschlichkeit und Liebe.

Wenn Sie auf diese Weise wirklich Erfüllung in Ihrem Leben erfahren, dann soll es so sein. Doch wenn Sie mehr wollen, dann sind Sie es sich selbst schuldig, mehr geschehen zu lassen. Sie schulden es sich und Ihrer Familie.

Die Frage aller Fragen, die mir meine Klienten in solchen Fällen dann stellen, ist: „Aber wie soll das gehen?“

Sie müssen nicht sofort Ihren Job aufgeben, um Ihre Träume zu verwirklichen – und das ist das Missverständnis. Denn ganz oft wird diese Situation dann als Ausrede gebraucht: „Ich würde ja gerne dieses oder jenes tun, aber ich habe Familie und muss Geld verdienen.“ Sie nehmen die Verpflichtungen gegenüber Ihrer Familie als Ausrede. Finden Sie stattdessen heraus, was Sie wirklich tun möchten, und beginnen Sie mit ganz kleinen Schritten. Reservieren Sie täglich 15 bis 30 Minuten, in denen Sie sich nur mit Ihrem Traumjob befassen – wenn es denn um den Job geht. In dieser Zeit machen Sie sich kundig, Sie träumen, Sie erstellen ein Vision Board – alles, was Ihnen einfällt, alles darf sein.

Missverständnis Nr. 2: Aber meine Familie braucht mich doch

Ihre Familie braucht Sie weniger als Sie denken, versprochen. Das reden wir uns gerne ein, wenn wir selbst noch nicht ganz sicher sind, wohin wir wollen oder was wir wollen. Aber Ihre Familie kommt sehr gut auch über gewisse Strecken ohne Sie klar.

Obwohl die Grundbedürfnisse versorgt sind, opfern wir uns ganz oft und schuften und mühen uns über alle Maßen ab. Brauchen die Kinder wirklich alle ein Auto, wenn Sie den Führerschein haben? Müssen sie ihre Auslandsaufenthalte wirklich komplett von den Eltern bezahlt bekommen? Und müssen die Enkel unbedingt ein großes Erbe bekommen?

Oder tut es unseren Kindern vielleicht ganz gut, wenn sie selbst für die kleinen Luxusgüter arbeiten, von denen sie glauben, dass sie sie brauchen? Vielleicht machen sie ja wertvolle Erfahrungen, wenn Sie im Ausland selbst Geld verdienen, um einen Aufenthalt zu ermöglichen. Vielleicht tun wir ihnen ja einen Gefallen, wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu machen, zum Beispiel die, dass sie auf eigenen Füßen stehen können, dass sie unabhängig sind und für sich selbst sorgen können – anstatt immer noch mehr zu wollen.

Instinktiv will jede Mutter und jeder Vater es seinen Kindern leichter machen; das steckt einfach in uns drin. Wir möchten unbedingt, dass sie das bestmögliche Leben haben. Doch abgesehen von Nahrung, ein Dach über dem Kopf und einer guten Ausbildung brauchen unsere Kinder längst nicht so viel, wie wir glauben. Was sie am allermeisten von uns brauchen, bekommen sie sowieso im Überfluss, nämlich bedingungslose Liebe, und hoffentlich leben wir ihnen Aufrichtigkeit vor, wie man anständig im Miteinander lebt. Darüber hinaus würde es nach meiner Beobachtung allen Eltern gut tun, wenn wir unseren Kinder noch mehr Vertrauen entgegen bringen und sie darin bestärken, dass sie vollkommen in Ordnung sind.

Auf einer solchen Basis können Sie sich dann auch Ihre eigenen Träume leisten. Zwar werden Ihre Sprösslinge dann kein neues Auto zum Abi bekommen, stattdessen aber werden sie erfüllte Eltern haben, die ihnen vorleben, wie man ein glückliches Leben gestaltet. Und sehr wahrscheinlich werden sie sich ein Beispiel an Ihnen nehmen.

Missverständnis Nr. 3: Erst muss ich den anderen helfen

Tatsache ist: Sie können anderen nicht helfen, wenn Sie sich nicht selbst helfen können.

Das klingt auf den ersten Blick sehr logisch, auf den zweiten sind erschreckend viele Menschen nicht in der Lage, sich selbst zu helfen.

Mit dem Fokus auf Problemlösung sind Sie zwangsläufig eher im Helfermodus. Doch wir tun alle gut daran, uns zu vergegenwärtigen, dass die Vorgehensweise wie bei einem Notfall im Flugzeug eigentlich immer gelten sollte, selbst wenn die andere Person jemand ist, den Sie mehr als Ihr Leben lieben. Versorge Dich selbst mit Sauerstoff, mit Energie, mit Geld, mit Liebe – und dann kannst Du von allem großzügig geben. Um bei dem Beispiel im Flugzeug zu bleiben: Wenn Sie versuchen, Ihrem Kind die Sauerstoffmaske zuerst überzustülpen, könnten Sie bereits davor oder währenddessen ohnmächtig werden und in der Konsequenz würden Sie möglicherweise beide sterben.

Wenn es Ihnen finanziell und psychisch gut geht, sind Sie in einer ungleich besseren Position, um für andere da zu sein, ohne dabei selbst zu leiden. In dieser Hinsicht egoistisch zu sein, erlaubt uns, auf lange Sicht umso großzügiger zu sein.

Natürlich sollen Sie nun die oben angeführten Gründe nicht dafür nehmen, um nun ständig egoistisch zu sein. Seien Sie großzügig, seien Sie für Ihre Freunde da und stellen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse durchaus auch mal hinten an. Doch vergessen Sie nicht: Wir können immer nur geben, was wir selbst auch haben. Machen Sie also das Beste aus dem was Sie haben, indem Sie dann egoistisch sind, wenn es angebracht ist, und Sie werden umso mehr zu geben haben.

 

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