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Der Profi-Coach

Warum weniger tatsächlich mehr ist

Von Uwe Pettenberg
Aktualisiert am 06. Sep. 2018
Warum weniger manchmal mehr ist

Wie viel brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein? Der jährliche Frühjahrsputz kann eine gute Gelegenheit sein, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

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Zwar naht schon bald der Sommer, aber viele von uns sind noch in Frühlingsstimmung und somit im Aufräummodus. Den meisten von uns scheint es so zu gehen, dass wir im Frühling, wenn die Tage länger werden und die Sonne öfter scheint, eher Lust haben aufzuräumen und sauber zu machen – jenseits der normalen Routine und eher im großen Stil.

Wir haben Lust auszumisten, alle Fenster zu putzen, vielleicht das Wohnzimmer endlich neu zu streichen und den Garten auf Vordermann zu bringen. Und manchmal haben wir das dringende Bedürfnis, nicht nur endlich das viele alte Gerümpel loszuwerden, das sich auf dem Dachboden und im Keller angesammelt hat, sondern eine Inventur anzugehen, die viel grundsätzlicher ist und tiefer geht: Was brauche ich denn wirklich an materiellen Gütern, um glücklich zu sein? Um dann bei genauerem Hinsehen festzustellen, dass wenig bleibt, wenn wir ganz ehrlich sind. „Du kannst nichts mitnehmen, wenn Du eines Tages gehst,“ lautet eine Redensart.

Weniger zu wollen ist viel wertvoller als weniger zu besitzen. Weniger zu besitzen hat einige sehr praktische Vorteile: weniger Kosten, weniger Zeitverschwendung, weil wir uns nicht mehr um die Dinge kümmern und sie instandhalten, putzen etc. müssen. Weniger zu wollen gibt uns jedoch noch viel mehr: Es bedeutet Freiheit, Frieden und Ruhe in einer hektischen Welt. Und es birgt die wunderbare Möglichkeit, unseren wahren Leidenschaften nachzugehen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die das Gegenteil vorgibt. Nach wie vor wird fast alles über das Außen definiert. Daher beginnt der Weg zu weniger materiellem Besitz bei der mutigen Entscheidung weniger zu wollen, weil wir erkennen, dass wir viel zu viel haben und deshalb viel weniger brauchen. Es ist eine Reise geradewegs durch Herz und Seele. Einmal ordentlich ausmisten ist relativ leicht. Endlich mal alle Kleider spenden, die seit Jahren ungetragen und fast wie neu im Schrank hängen, erfüllt uns mit Freude und Erleichterung.

Worum geht es wirklich?

Tatsächlich jedoch die Fülle, um nicht zu sagen, den Überfluss, der Dinge und Gegenstände, mit denen wir uns umgeben, auf Dauer zu reduzieren, zwingt uns zu ein paar unangenehmen Fragen. Hier geht es um unsere wahre Motivation in unserem tiefsten Inneren, die wir für unser Leben haben. Warum kaufe ich all die Kleider? Die Schuhe? Wofür brauche ich mehrere Autos? Computer? Handys? All die Kosmetika? Warum kaufe ich Lebensmittel nach Lust und Laune, wenn zuhause genügend Vorräte sind? Und wie kommt es, dass ich mich dennoch mit meinen Nachbarn, Kollegen, Freunden vergleiche? Darauf gibt es keine leichten Antworten. Und – nur unter uns – die meisten Menschen stellen sich diese Fragen nicht.

Denn die Antwort lautet in den meisten Fällen, dass wir über die Anhäufung von materiellem Besitz zu kompensieren suchen, was uns tatsächlich fehlt: Liebe, Anerkennung und Zugehörigkeit. Wir essen zuviel Schokolade, wenn wir uns nicht geliebt fühlen, suchen die Anerkennung des Vaters, indem wir immer noch mehr arbeiten und mehr Geld verdienen und glauben dazuzugehören, wenn wir das Auto der Marke X fahren und die Hose des Labels Y tragen.

Etwas, das bleibt

Wenn wir stattdessen Zufriedenheit wählen, Dankbarkeit und Großzügigkeit, wenn wir in Beziehungen investieren, in spirituelles Wachstum, wenn wir die Wahrheit erkennen und den Sinn im Leben entdecken, dann schaffen wir bleibende Werte, dann schaffen wir Unvergängliches. Unser Leben ist viel zu kostbar, um Besitztümern hinterherzujagen. Diese Wahrheit entdecken wir allerdings erst, wenn wir damit aufhören.

Was wir nicht brauchen beziehungsweise was wir wirklich brauchen, ist für jeden etwas anderes. Sie führen ein anderes Leben als ich und ich führe ein anderes Leben als mein Nachbar. Mich ruft etwas anderes als meinen Vater, meine Leidenschaft liegt in anderen Bereichen und meine Werte sind andere als die meines Bruders. In dieser Verschiedenheit können wir uns gegenseitig inspirieren, unsere Vorurteile überprüfen und unsere Absichten neu definieren. Wenn wir wissen, was wir (nicht) brauchen, können wir vor allen Dingen aufhören, uns zu vergleichen. Wäre das nicht eine unglaubliche Erleichterung?

Alles das aufzugeben, was wir nicht brauchen und uns nur noch auf das zu konzentrieren, was wir wirklich brauchen, was wirklich einen Wert für uns hat, kann unser Leben verändern. Wir können die Welt verändern. Vor vielen Jahren saß ich in einer Werbeagentur – in meiner Werbeagentur, um genau zu sein – und ahnte nicht, dass ich eines Tages nur noch tun würde, was wirklich Sinn für mich macht: nämlich andere Menschen auf ihrem Weg in die Veränderung zu begleiten. Dafür habe ich sortiert, auch ganz vieles aussortiert, ich habe mich auf den Weg gemacht herauszufinden, welche meine wahren Werte sind und versuche seitdem ausschließlich danach zu leben. Und Sie können das auch.

Herzlichst, Ihr Uwe Pettenberg

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