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Die Getränkeprüferin
03. Februar 2018

Babytee bitte ohne Honig

Wer unruhig schläft, trinkt eine warme Milch mit Honig. Und auch zum Süßen von Tees und als Brotaufstrich ist Honig beliebt: Knapp ein Kilogramm verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Für Säuglinge ist das Naturprodukt allerdings tabu. Wieso eigentlich? Die Getränkeprüfer von SGS Institut Fresenius informieren.

Babytee
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Bereits in der Steinzeit sammelte der Mensch Honig von wildlebenden Bienenvölkern. Das Naturprodukt war damals das einzige Süßungsmittel. Auf seine heilende Wirkung wird seit Jahrhunderten verwiesen. Die alten Griechen verwendeten Honig als Wundauflage, da er offenen Verletzungen Wasser entzieht und Bakterien damit die Lebensgrundlage nimmt. Warme Milch mit Honig gilt zudem als Hausmittel gegen Halsschmerzen und Probleme beim Einschlafen.

Kein Honig im ersten Lebensjahr

Für die Kleinsten ist Honig allerdings ungeeignet. Im ersten Lebensjahr ist die Darmflora noch nicht vollständig entwickelt und daher anfällig für bakterielle Infektionen. Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten, die sich im Darm vermehren und Giftstoffe bilden können. Diese Gifte unterbinden die Übertragung der Nervenerregung auf den Muskel. Es kommt zu Muskellähmungen, die sich in Verstopfung und sogar Atemstillstand äußern können.

Diese Erkrankung wird Säuglingsbotulismus genannt. Sie ist sehr selten, aber lebensbedrohlich. Eltern sollten daher ihrem Nachwuchs im ersten Lebensjahr keinen mit Honig gesüßten Tee geben und auch den Schnuller nicht mit Honig bestreichen. Wenn Honig in Fertignahrung für Babys als Zutat verwendet wird, besteht dagegen keine Gefahr. Die Produkte werden ausreichend erhitzt, um den Erreger abzutöten.

Ein Naturprodukt auf dem Prüfstand

In unabhängigen Laboren wird Honig sorgfältig kontrolliert, damit der Verbraucher das Naturprodukt beruhigt genießen kann. Honig kann in seiner Qualität sehr unterschiedlich sein. Geprüft wird zum Beispiel, ob Rückstände von Antibiotika oder Pflanzenschutzmitteln enthalten sind.

Außerdem kann Honig mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden verunreinigt sein. Das sind Stoffe, die einige Pflanzenarten wie etwa das Jakobs-Kreuzkraut zum Schutz vor Fraßfeinden bilden und über Bienen auch in Honig übergehen. In größeren Mengen werden sie als krebserregend eingestuft. Zudem kann mit verschiedenen Untersuchungen wie etwa dem Nachweis von Stärkesirup verfälschter Honig erkannt werden.


Über die Autorin dieses Beitrags

Nicole Oschwald ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin und Leiterin der Kundenbetreuung am Freiburger Standort von SGS Institut Fresenius. Das dortige Labor ist Kompetenzzentrum für die Analyse von alkoholhaltigen und alkoholfreien Getränken, Fleisch- und Wurstwaren und Tierarzneimittelrückständen. Eine weitere Spezialität des Standorts ist die Aromaanalyse, die für die Getränke- und Lebensmittelindustrie eine große Rolle spielt. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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