Die Getränkeprüferin

So schmeckt Ihre Region: Das Mineralwasser verrät's!

Von Nicole Oschwald
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Mineralwasser aus der Quelle

Deutschland ist besonders reich an Mineralwasserquellen: In keinem Land der Welt gibt es so viele verschiedene natürliche Mineralwässer wie hier – und jedes schmeckt einzigartig! Denn alle unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung an Mineralien und Spurenelementen. Grund dafür sind die unterschiedlichen Gesteinsschichten, die das Wasser durchsickert, bis es wieder zutage tritt. Und so vielfältig die geologischen Gegebenheiten in Deutschland sind, so verschieden sind auch die Mineralwässer, die ihnen entspringen.

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Ganz grob lassen sich dabei drei Grundformen unterscheiden: Die Hydrogencarbonatwässer, die Chloridwässer und die Sulfatwässer. Hydrogencarbonatwässer, häufig auch mit hohen Calcium- und Magnesiumanteilen, sind vor allem in Regionen zu finden, die von abklingendem Vulkanismus geprägt sind.

Das sind in Deutschland die Mittelgebirge wie Eifel, Schwäbische Alb oder der Schwarzwald. Calcium erhält das Mineralwasser zum Beispiel, wenn es Kalkgestein durchströmt. Es verleiht dem Wasser einen erdig-trockenen Geschmack, Magnesium dagegen eine eher leicht metallische Note.

Regionale Unterschiede

Chloridwässer entstehen häufig durch die Auslaugung von Steinsalzlagern in den Erdschichten, zum Beispiel aus Ablagerungen der Urmeere. In Verbindung mit Natriumchlorid – besser bekannt als Kochsalz – entwickeln sie einen salzigen Geschmack. Vor allem in Norddeutschland, aber auch in einigen Mittelgebirgen, in denen viel Gips und Anhydrit – auch bekannt als Calciumsulfat – abgelagert wurden, treten typischerweise Sulfatwässer auf. Sie schmecken, je nach Sulfatkonzentration, süßlich bis leicht bitter.

In Regionen, mit vielen Sand- und Kiesablagerungen finden sich eher leicht mineralisierte Mineralwässer. Dazu gehören in Deutschland das Allgäu, die Regionen um München oder die Norddeutsche Tiefebene. Enthalten Mineralwässer nicht mehr als 50 Milligramm Mineralstoffe pro Liter, können sie auf dem Etikett den Hinweis "mit sehr geringem Gehalt an Mineralstoffen" tragen. Diese Mineralwässer schmecken häufig neutral oder leicht sauer.

 

Viele Geschmäcker

Zwischen diesen Grundformen gibt es unzählige Mischformen – je nachdem welche geologischen Faktoren das Wasser jeweils vor Ort geprägt haben. So verleiht jede Region ihrem Mineralwasser ein individuelles Profil. Die Verbraucher profitieren von dieser natürlichen Vielfalt. Sie können nicht nur zwischen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wählen, sondern auch danach, welche Inhaltsstoffe sie bevorzugen.

Ein Tipp: Wer ein Mineralwasser einer ganz bestimmten Region sucht, sollte sich mal beim Brunnenfinder der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser durchklicken. Hier sind nach Bundesländern sortiert, mehr als 200 Mineralbrunnen verzeichnet:

Zum Brunnenfinder

Über den Autor dieses Beitrags

Sebastian Rau ist über das Wasser zum SGS Institut Fresenius gekommen. Als Geologe und Hydrogeologe beschäftigt er sich seit vielen Jahren eingehend mit der Entstehung und den Eigenschaften von natürlichem Mineralwasser. Sein Wasserwissen nutzte er bereits als Quellen- und Qualitätsmanager bei einem namhaften Mineralbrunnen in Deutschland und nun als Mineralwasser-Experte bei der SGS in Taunusstein. Sebastian Rau leitet ein Team von 20 Sachverständigen, das tagtäglich deutsche Brunnen und Hersteller mit Analysen und Kontrollen bei der Qualitätssicherung von Mineral- und Heilwässern unterstützt. Mehr darüber erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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