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Blatt vorm Bauch und Brett vorm Kopf

Mager-Challenges auf Instagram

Von Oona Mathys
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Dünner als ein Blatt Papier? Mit der Hand hinter dem Rücken den Bauchnabel berühren? Münzen als Schlankheitsmaß? Diese Instagram-Challenges sind nicht nur ganz schön oberflächlich, sondern auch extrem besorgniserregend.

DIN-A4 Challenge
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Auf Instagram jagt ein Magertrend den nächsten, wobei die meisten dieser wahnwitzigen Challenges weder besonders intelligent noch gesund sind. Vor nicht allzu langer Zeit stieß ich beim Stöbern auf die sogenannte #bellybuttonchallenge. Dabei tauchten unzählige Fotos auf, bei denen Frauen mit ihrem einen Arm um den Körper herum den Bauchnabel berührten. Anscheinend gilt man als besonders schlank, wenn man das kann. Diese Körperhaltung sah so verknotet aus, dass ich neugierig wurde, ob ich mich überhaupt so weit verbiegen konnte. Ich bin kläglich gescheitert. Meinen Bauchnabel habe ich nicht mal ansatzweise berührt und zudem einen Krampf im linken Arm bekommen.

Das Urteil: Laut Instagram-Challenge bin ich nicht dünn genug! Und wahrscheinlich werde ich meinen Bauchnabel erst berühren können, wenn ich mir Affenarme wachsen oder einen Teil meiner Organe entfernen lasse. Mein Körper hat einfach keine schlanke Taille. Deswegen habe ich aber lange noch nicht gefährliches Übergewicht. Jedoch plagen bestimmt viele Frauen die gleichen Gedanken, wenn sie sich bei diesen irrsinnigen Challenges verbiegen und im Anschluss das Gefühl haben, sich für ihren Körper schämen zu müssen. Niemand muss sich für seinen Körper schämen. Weder für seine Körperform noch für seine Anatomie. Und schon gar nicht wegen einer wahnwitzigen Challenge im Netz.

Auch an der #collarbonechallenge bin ich gescheitert. Dabei gilt, je mehr Geldmünzen man in der Kuhle seines Schlüsselbeins platzieren kann, desto dünner ist man. Während ich die Münzen, die partout nicht in der Einbuchtung zwischen Schultergelenk, Schlüsselbein und Hals halten wollten, vom Boden sammelte, fragte ich mich: Wer denkt sich diesen Mist aus?

Es macht mich so wütend, dass überwiegend Frauen(!) auf die Idee kommen, ihren Körper anhand krankhafter Challenges mit anderen Frauen zu vergleichen. Und das in einer Zeit, in der schon Kinder an der Richtigkeit ihrer Körperform zweifeln und Topmodelsendungen uns weismachen wollen, dass wir zu dick, zu unperfekt und zu unattraktiv sind.

Sollten wir nicht zusammenhalten und uns gemeinsam dafür einsetzen, dass jede Frau so sein kann wie sie möchte? Anscheinend nicht, denn die nächste Challenge übertrifft die Vorherigen sogar noch.

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Bisherige Kommentare

 
Wenn sich ein Fitnessfreak über solche trends empört liest sich der Artikel recht unangenehm.
 
Hallo lieber Philip. Bitte definiere doch einmal Fitnessfreak. Ich denke es gibt zwischen Sportbegeistert und den Magerchallenges (die garantiert nichts mit Sport, sondern nur etwas mit Hungern zu tun haben) einen himmelweiten Unterschied. Ich weiß nicht ob du meine anderen Artikel gelesen hast, aber wenn das der Fall sein sollte, wäre dir bekannt, dass ich lange eine Essstörung hatte und mich mit dem oben genannten Content rein garnicht identifizieren kann. Falls du sonst noch eine Frage zu mir, meiner Person oder den Texten hast, kannst du mir gerne eine E-Mail an: oona@eatsmarter.de schicken. Liebe Grüße, Oona
 
Hahaha! Ich passe auch hinter ein Blatt Papier ... DIN A3 quer. ;) Ein DIN-Format in China? Wohl eher nicht, aber das nur am Rande. Und wer findet denn Salznäpfe (so nannte meine Oma schon die Kuhlen am Schlüsselbein) schön?! Den Bauchnabel von hinter dem Rücken her berühren, können auch sicher weniger schlanke Frauen, die einfach nur lange Bänder haben oder eben sehr gelenkig sind. Ich würde das alles eher als sehr amüsant bezeichnen, wenn es nicht so traurig wäre, dass gerade junge Frauen, deren Selbstwert noch gar nicht wachsen konnte, sich von sowas angespornt fühlen. Die Devise sollte eher gesund als schlank sein. Vielleicht sind wir irgendwann soweit und posten Ergebnisse von Bluttests oder ähnlichem. :)
 
Da hast du vollkommen Recht. Es ist alles eine Frage der Anatomie, natürlich gibt es Frauen, die nicht spindeldürr sind und mit ihren Armen den Bauchnabel berühren können. Das Problem ist, dass ein Schönheitsideal angepriesen wird, das auch trotz Diät nicht erreicht werden KANN wenn man nicht die Genetik und den Körperbau dafür besitzt. Das gilt auch für die "Tigh-Gap" ( diese Lücke zwischen den Beinen, die weniger mit Schlankheit und mehr mit der Breite des Beckens zu tun hat). Und mit den Bluttests stimme ich dir zu. Wer weiß was noch kommt ;-)
 
Aber wenigstens wären Bluttests dann objektiver, was die Gesundheit angeht. :D Bei manchen Mädels mit diesem "Tigh-Gap" sieht es auch eher nach Haltungsschaden (antrainierte O-Beine oder noch schlimmer) aus. Alles Dinge, die kein Mensch braucht. Fragt sich nur, was man als einzelner oder in so einer kleinen Gruppe ändern kann, damit sich solche Wahrnehmungen relativieren. Denkt nur mal an die Spätfolgen von diesem Magerwahn im Wachstum.

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