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Raus aus der Essstörung, rein ins Leben! Mein Gewicht

Fitmelonies Fotovergleich während und nach der Essstörung

Ich habe Gewicht. Mein Leben hat Gewicht.

Ich wollte gesund werden. Ich wollte essen. Und mit jedem Bissen den ich aß, auch wenn es mir oft schwer fiel, kam das zurück, was ich verloren hatte. Der Weg aus der Magersucht ist schwer. Er ist steinig, er hat viele Sackgassen und vor allem ist er sehr lang. Aber ich bereue keinen Moment an dem ich wieder von vorne beginnen musste. Hauptsache nicht aufgeben. Rückschläge gehören dazu, Gedanken an die Zeit in der Magersucht gehören dazu. Schritt für Schritt, Mahlzeit für Mahlzeit entschied ich mich für mein neues Leben. Das verlorene Gewicht wieder zuzunehmen bereitete mir keine großen Probleme.

Auf Grund meiner Verhungerungserscheinungen aß ich ständig. Immer. Alles. Jedes Lebensmittel, das ich mir verboten hatte. Innerhalb von knapp fünf Monaten hatte ich ein gesundes Gewicht erreicht. Jedoch zweifelte ich in dieser Zeit an meinem Körper und überlegte oft meine alten, essgestörten Verhaltensmuster wieder aufzunehmen. Schlussendlich habe ich durch eine Therapie, die Leidenschaft zum Kraftsport und die Auseinandersetzung mit gesunder und intuitiver Ernährung im Rahmen meines Studiums meinen persönlichen Weg gefunden. Mittlerweile liegt die Entscheidung "gesund" zu werden knapp vier Jahre zurück. Man sagt, dass die Heilung von Essstörungen meist zwischen vier und fünf Jahren dauert. Manchmal sogar bis zu neun Jahren.

Ich denke noch oft an diese Zeit und hoffe, dass ich nur einer Person mit meinen Erfahrungen helfen kann, ihre eigene Magersucht zu besiegen.

Essstörungen sind allgegenwärtig. Essstörungen sind zerstörend. Essstörungen sind tödlich.

Buch Lebenshungrig bei Amazon kaufenViele ehemals Betroffene haben ihren Weg aus der Krankheit aufgeschrieben, um anderen Mut zu machen und eine realistische Darstellung der Esstörung zu vermitteln. In "Lebenshungrig: Mein Weg aus der Magersucht" erzählt Laura Pape von ihren Erfahrungen, dem Kampf gegen die Magersucht und dem Schritt in ein neues Leben. Diese Erfahrungen bieten anderen Betroffenen Halt und klären uns über die Magersucht auf. 

Ich sage: Wir brauchen diese Bücher, denn eine Essstörung darf nicht zum Tabuthema werden!

Wir müssen darüber sprechen und aus diesem Grund möchte ich mit meiner Geschichte erneut darauf aufmerksam machen, dass Magersucht kein Modetrend ist, sondern eine ernsthafte Krankheit. Betroffene, die Hilfe brauchen, können sich an Einrichtungen wie Waage e.V. in Hamburg wenden. Dort werden sie und ihre Angehörigen dabei unterstützt, die Essstörung gemeinsam zu besiegen.

Ein offenes Ohr und eine Umarmung ist meist alles, was es braucht, um einer Person mit einer Essstörung Halt zu geben und Mut zu machen. Verurteilungen und niederschmetternde Kommentare verletzen und verschlimmern die Situation. Ich kann euch ans Herz legen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und auf die Menschen in eurem Umfeld zu achten.

Übersicht zu diesem Artikel

 
Liebe Oona, das ist ein wirklich toller Artikel und ich konnte mich in vielem wieder finden. Seit ich 10 Jahre bin leide ich schon unter Depressionen und mit 12 kam dann die Magersucht dazu. Ich wog damals bei einer Größe von 163 zwar „noch“ 46kg aber mir ging es seelisch sehr schlecht, meine Haare fielen aus. Ich versuchte dann von allein mein Gewicht zumindest zu halten und nahm auch zu woraufhin die dann wieder Diäten folgten. So geht es jetzt seit über 10 Jahren. Ich bin heute 23 Jahre, 1,63m und wiege 57 kg was ich natürlich als viel zu viel empfinde obwohl ich vom Verstand her weiß dass es nicht so ist. Mit 16 hatte ich meinen ersten Spontan Rippenbruch, es folgten bis 2016 noch 4 weitere. Wahrscheinlich habe ich Osteoporose aber das konnte man nicht richtig feststellen weil es angeblich in meinem Alter keine Vergleichswerte gibt. Ich benutze nun schon seit fast 2 Jahren die Kalorien App von YAZIO, mal gehen die Kilos runter dann wieder rauf. Trotzdem kann ich ohne die App nicht leben und denke insgeheim immer dass sie mir ja doch noch helfen könnte etwas abzunehmen und meine erträumte Modelfigur zu erreichen. Ich weiß dass das Quatsch ist aber ich kann es einfach nicht ändern. Vielleicht hast du ja ein paar Tipps für mich? Liebe Grüße Susann
 
Hallo liebe Susann, vielen lieben Dank, dass du deine Geschichte so offen geteilt hast. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es immer wieder rauf und runter geht - in den letzten 8 Jahren habe ich oft gedacht, dass ich wirklich geheilt bin, obwohl mein Verhalten (Low-carb, Fitnesswahn) im Endeffekt nur eine Verschiebung der Essstörung war. Bei mir hat die Arbeit mit einem Therapeuten (erst nach 6 Jahren war ich das erste Mal bei der Therapie) unglaublich geholfen mein eigenes Verhalten zu verstehen und zu erkennen, wann aus mir die Essstörung spricht. Falls du es noch nicht getan hast, kann ich dir wirklich empfehlen mit einer externen, geschulten Person darüber zu sprechen. Allgemein braucht die Heilung einer Essstörung einfach sehr lang. Mittlerweile nach 8 Jahren würde ich von mir selber sagen, dass ich geheilt bin. Allerdings habe auch ich immer mal wieder „essgestörte Gedanken“ - mit Hilfe einer Therapeutin konnte ich lernen sie zu erkennen und ihnen keine allzu große Bedeutung zu geben („ Aha, da ist sie wieder! Ich habe sie erkannt und kann die Gedanken vorbeiziehen lassen) Ich hoffe meine Sicht der Dinge hilft dir ein bisschen, nicht zu streng zu dir zu sein. Sich selbst zu verzeihen und nach einem „essgestörten“ Tag wieder bei 0 anzufangen ohne sich zu bestrafen, ist der erste Schritt. Liebe Grüße, Oona
 
hallo, ich finde den artikel gut. Mir geht es ähnlich, ich lange magersüchtig und bulimisch- insgesamt 4 oder 5 Jahre. Ich habe lange gebracuht um meinen Weg zu finden. Jetzt spiele ich American Football, mache Kraftsport und habe durch den Sport meinen Körper wieder entdeckt und gelernt mich mit all meinen Macken zu lieben, und wenn ich sie nicht immer liebe dann akzeptiere ich sie =)
 
Hallo, ich finde den Bericht sehr gut. Leider machen meine Eltern und ich uns sehr große Sorgen um meine Schwester. Seit zwei Jahren geht sie ins Fitnessstudio und wird seitdem immer dünner. Sie ist 1,68 m groß und wiegt 50 kg. Noch ist das nicht allzu bedrohlich denke ich, aber seit ich gesehen habe, dass sie nur noch einen Körperfettanteil von 11.7% hat, mache ich mir noch mehr Sorgen! Außerdem hat sie mir erzählt, dass ihre Haare ausfallen und gleichzeitig sagt sie ständig, ihre Oberschenkel seien so dick geworden und sie müsse unbedingt mehr Sport machen... wie soll ich bloß an sie herankommen, wenn sie selbst das Problem nicht sieht? Hast du einen Tipp? Hoffnungsvolle Grüße, H.
 
Hallo, ich würde mir gerne mehr Zeit dafür nehmen. Magst du mir eine E-Mail and oona@eatsmarter.de schicken? Damit wir in Ruhe darüber sprechen können? Liebe Grüße, Oona
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