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Der Good-Food-Blog
18. Januar 2017

Detox – das Geschäft mit dem schlechten Gewissen

Von Dr. Alexa Iwan

Ich wundere mich. Für Fleisch von artgerecht gehaltenen und gefütterten Tieren fehlt vielen Menschen das Geld. Für eine Dreitagesration an fertigen Obst-/Gemüsesäften mal eben 80 Euro auszugeben scheint dagegen neuerdings für viele kein Problem. Detox heißt der neue Supertrend und augenscheinlich muss man, wenn man mitmachen möchte, supertief ins Portemonnaie greifen.

Detox – das Geschäft mit dem schlechten Gewissen
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Was ist Detox?

Worum geht es? Nun, den Anfang macht das schlechte Gewissen. Denn auf Fragen wie "Ernähre ich mich gut? Gut genug? Sauber, clean?" werden die meisten Menschen so etwas antworten wie: Naja, geht so, nicht immer, eher nicht, nur manchmal ... Und damit haben wir den Salat bereits, beziehungsweise das schlechte Gewissen, das jetzt so langsam in einem hoch kriecht.

Was wäre die Alternative? Sich jeden Tag (oder fast jeden) ausgewogen zu ernähren? Also nö ... das ist ja nun doch ein bisschen zu anstrengend, unspaßig, kompliziert, zeitaufwändig, im Alltag nicht machbar und so weiter und so fort. Sie kennen die ganzen Ausreden sicher so gut wie ich.

Dann doch lieber mal eben im Schnellverfahren in drei Tagen alles reparieren. Nach dem Motto: Augen zu und durch. Drei Tage keine feste Nahrung und man fühlt sich körperlich (und finanziell) leichter.

Fasten, Detoxen, Erholungskur?

Ich weiß, ich gebe jetzt hier gerade voll den Spaßverderber. Sorry dafür. Aber ganz ehrlich: Die Methode an sich gibt es schon ewig. Unsere Großmütter nannten sie „Saftfasten“. Sie haben das benötigte Obst und Gemüse für ein paar D-Mark auf dem Wochenmarkt eingekauft und sich ihre Säfte selbst gepresst. Dauert etwa zwei bis vier Minuten mit einem guten Entsafter.

Saftfasten ist so eine Art „Fasten light“, denn anders als beim Originalfasten, wo man außer Tee und klarer Brühe nichts weiter zu sich nimmt, wird der Körper beim Saftfasten mit fruchteigenem Zucker und anderen Vitalstoffen versorgt. Das macht es für viele Menschen leichter auf feste Nahrung zu verzichten.

Saftfasten kann tatsächlich so etwas wie ein „Reset“ auslösen. Allerdings weniger im Körper als im Kopf. Denn der bewusste Verzicht auf Nahrung zum Kauen und das bewusste Trinken extrem vitalstoffreicher Säfte für einige Tage macht einen Menschen in der Regel sensibler für das Thema „bewusste Ernährung“.

Wer das Gefühl hat, seinen Körper einige Tage lang von innen gereinigt zu haben, der möchte diesen (neuerdings teuer erkauften) Erfolg im Anschluss ja nicht gleich mit einem Burger oder ähnlichem wieder kaputt machen.

Insofern: Detoxen Sie ruhig, wenn Sie das Gefühl haben, Sie müssten mal die Neustart-Taste drücken. Aber kaufen Sie die Zutaten doch besser auf dem Markt als fix und fertig im Online-Shop und: Nehmen Sie den Schwung mit in die Zeit danach! Drei Tage detoxen im Jahr nützen nämlich gar nichts, wenn Sie Ihren Körper an den restlichen 362 Tagen mit Mist füttern.         

Herzlichst,

Dr. Alexa Iwan (Dipl. Ökotrophologin)


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