Grüne Beete Gartenblog

Schädlinge im Garten natürlich bekämpfen

Von Leonie Busse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Schädlinge im Garten

Blattläuse, Mehltau, Nacktschnecken, Pilze – diese Schädlinge können uns Gärtner zur Verzweiflung treiben, oder? Doch wir pflegen unsere Pflänzchen mit Liebe, setzen auf Selbstversorgung, um zu wissen, dass unser Gemüse nicht mit Chemie behandelt wurde. Ein Insektizid ist also nicht die Lösung. Ich verrate euch heute meine 6 Tipps um Schädlinge im Garten natürlich zu bekämpfen.

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Mit viel Liebe pflegen wir unsere Beete, doch plötzlich tauchen Schädlinge im Garten auf? Keine Sorge, es gibt verschiedene Möglichkeiten Nacktschnecken, Mehltau oder Blattläuse zu bekämpfen, ohne dabei auf Chemie zurückzugreifen. Ob mit einem selbstgemachten Bio-Spritzmittel, natürlichen Fressfeinden, spezielle Mischkulturen oder durch die richtige Prävention – hier findet ihr 6 Tipps, um Schädlinge im Garten natürlich zu bekämpfen.

Schädlinge im Garten abgrenzen

Einige Schädlinge lassen sich durch simple Barrieren abhalten, also etwa feinmaschige Netze über den Pflanzen, auch Vlies und Zäune wirken präventiv. Oder ihr setzt direkt auf ein Hochbeet, hier haben Schädlinge wie Nacktschnecken keine Chance. 

Wie ihr ein Hochbeet bauen könnt, findet ihr zum Beispiel hier: 

8 Tipps, wie ihr Schnecken im Garten bekämpfen könnt, lest ihr hier.

Pflanzen gegen Schädlinge

So verlockend einige Pflanzen für die Schädlinge sind, so gibt es auch Pflanzen, die sie unausstehlich finden oder die sogar giftig für sie sind. Gegen Nacktschnecken helfen so zum Beispiel Farne, Gräser und pelzige Blattpflanzen.

Diese könnt ihr einfach um den Rand eures Beetes pflanzen. Auch Gartenkräuter wie Thymian oder Rosmarin vertreiben Nacktschnecken, da sie sehr intensiv riechen. 

Gegen Blattläuse könnt ihr Pflanzen, die ätherische Öle enthalten, wie Lavendel, Salbei und Zwiebel, einsetzen. Besonders gut für Obstbäume und Gemüsestauden eignen sich auch Kapuzinerkresse und Bohnenkraut. 

Gegen Kartoffelkäfer, der Kartoffeln, Paprika und Aubergine befällt, hilft Meerettich. Die Pflanze einfach im Beet mit anpflanzen. Allerdings solltet ihr eine Wurzelsperre verwenden, da Meerrettich schnell wuchert. 

Gegen Ameisen könnt ihr Wermut pflanzen. Bei einer größeren Ameisenschar müsst ihr stärkere Geschütze auffahren wie etwa Thymian, Majoran oder Lavendel.

Wie ihr eine Kräuterspirale baut, um stets frische Kräuter im Garten zu haben, habe ich in meinem letzten Artikel: Kräuterspirale selber bauen erklärt.

Natur gegen Natur

Wenn ihr aber diese Pflanzen nicht in euren Beeten möchtet oder diese Tipps trotzdem nicht helfen, um die Schädlinge im Garten zu bekämpfen, könnt ihr auch kleine Helfer einsetzen: Nützlinge.

Doch Vorsicht: Zu viele Nützlinge können selbst zu Schädlingen werden. Haben sie keine Schädlinge mehr zum Fressen, befallen sie die Pflanzen. Startet daher mit einer kleinen Nützlingspopulation und beobachtet die Entwicklung. 

Hier könnt ihr zum Beispiel Zweipunkt-Marienkäfer, Florfliegen, Raubmilben oder auch Laufenten einsetzen. Für Insekten-Nützlinge solltet ihr also gute Bedinungungen schaffen und auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Baut vielleicht auch ein Insektenhotel – wie das geht, erklärt Annemarie euch hier: Insektenhotel selber bauen.

Ihr könnt euch natürlich auch schon ein fertiges Insektenhotel kaufen, da kann ich euch dieses empfehlen:

Jauche gegen Schädlinge 

Hilft all das nicht und ihr habt doch Schädlinge im Garten, könnt ihr diese auch gezielt bekämpfen. Je nach Schädling gibt es hier verschiedene natürliche Mittel. 

Mit Brennesseljauche könnt ihr Nacktschnecken prima bekämpfen. Wie ihr Brennesseljauche herstellen könnt, lest ihr hier: 

Rhabarbersud gegen Schildläuse und Wanzen: Durch die Sennoside und Oxalsäure in Rhabarber werden die Schildläuse und Wanzen von euren Beeten vertrieben. Hierzu legt ihr einfach getrocknete Rhabarberblätter über Nacht in heißem Wasser ein und könnt es schon am nächsten Tag verwenden.

Pilze könnt ihr zum Beispiel durch eine Jauche aus Schachtelhalmen bekämpfen. Auch hier legt ihr die getrockneten Schachtelhalme in Wasser ein und wartet, bis der Schaum verschwindet. Hier solltet ihr im Nachhinein den Sud noch einmal 1:5 verdünnen, bevor ihr die Pflanzen damit behandelt.

Eine Beinwell-Jauche hilft vor allem Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Auberginen, Gurken und Zucchini – sie werden dadurch widerstandsfähiger und werden dadurch nicht so leicht von Schädlingen befallen. 

Gegen Blattläuse hilft außerdem eine Brühe oder Jauche aus Rainfarn. Tipp: Der intensive Geruch vertreibt zudem auch Mücken.

Zwiebeln und Knoblauch gegen Schädlinge 

Ein Zwiebelsud kann einerseits viele Pilzkrankheiten an Pflanzen bekämpfen. Ein Zwiebeltee hilft darüber hinaus gegen Blattläuse und Spinnmilben bei Kartoffeln, Beeren- und Baumobst. 

Pflanzt ihr Knoblauch im Beet, so nehmen Blattläuse schnell Reißaus: Sie können den Geruch von Knoblauch nicht ausstehen! Ihr könnt aber auch eine geschälte Knoblauchzehe in die Erde stecken, so dass sie gerade noch aus der Erde herausragt. 

Bei stärkerem Befall könnt ihr einen Knoblauchsud herstellen: Dazu ein bis zwei Knoblauchzehen mit heißem Wasser übergießen, eine Stunde ziehen lassen, die Stücken herausnehmen und den Sud in eine Sprühflasche füllen – fertig. Sprüht damit die Pflanzen mehrmals ein, bis die Blattläuse verschwunden sind. 

Der Knoblauchduft ist im Zimmer vielleicht etwas intensiv, auf dem Balkon und im Gemüsebeet im Garten verfliegt er jedoch schnell und ist daher ein prima Mittel gegen Schädlinge im Garten. 

Produkttipp: Eine Sprühflasche aus Glas ist nachhaltiger als eine Plastikflasche.

Vorbeugen im Herbst, Winter oder Frühjahr

Im Frühjahr sind Blattläuse wenig mobil – sind Pflanzen bei euch leicht befallen, könnt ihr diese einfach mit Wasser abspritzen, so dass die Schädlinge abfallen.

Zudem solltet ihr auch den Boden richtig pflegen, schließlich ist er die Grundlage für eure Pflanzen. Am besten setzt ihr hierbei auf einen Kalium-betonten Dünger statt Blaudünger mit hohem Stickstoffanteil. Stickstoff kann nämlich zur Anreicherung von Eiweißen führen, welche Schädlinge und Pilze besonders gern als Nahrung mögen. Achtet also beim Kauf von Dünger auf den Gehalt von Stickstoff (mit "N" gekennzeichnet) und Kalium (mit "K" oder "K2O" gekennzeichnet).

Noch besser: Ihr macht euch den Dünger selber, so habt ihr alles selbst in der Hand. Wie das geht, erfahrt ihr hier: Dünger selber machen.


Buchempfehlung zur Schädlingsbekämpfung

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