TK Banner
Akne bei Erwachsenen

So bekommen Sie Hautprobleme in den Griff

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Jan. 2021

Akne ist kein Phänomen, das mit Ende der Pubertät vorbei ist. Im Gegenteil: Bei Frauen, die in der Jugend nie Probleme hatten, beginnt die Haut oft mit Mitte 20 zu blühen. Woher diese „Akne Tarda“ kommt und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie entsteht Akne?
  2. Warum bekommen auch Erwachsene Akne?
  3. Was hilft gegen Akne?
    1. Frei verkäufliche Reinigungsgels, Tinkturen und Cremes
    2. Salben und Cremes
    3. Medikamente
    4. Hormontherapie
    5. Ernährung
    6. Stress reduzieren

Mitesser, erweiterte Poren und entzündete, rote Pusteln sind ein Problem, mit dem nicht nur Jugendliche, sondern auch junge Frauen zu kämpfen haben. Die sogenannte „Akne Tarda“ (späte Akne) tritt gerade dann auf, wenn man im Beruf wichtige Karriereschritte macht oder es an die Familienplanung gehen soll. Unreine Haut ist da ein Faktor, der psychisch ungemein belasten kann.

Wer bei Akne vor allem an große, sprießende Pickel denkt, irrt: Akne kann ganz verschiedene Schweregrade haben, begonnen bei fettiger Haut bis hin zu Mitessern, Pickeln und Pusteln. Zugrunde liegt all diesen Erscheinungsformen eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut.

Wie entsteht Akne?

Grafik zur Entstehung von Akne

Schuld an der Entstehung von Akne sind unsere Talgdrüsen. Diese sollen eigentlich unsere Haut und Haare geschmeidig halten, indem Sie diese mit Fett versorgen. Bei Aknehaut produzieren diese Drüsen zu viel Talg: Haut und Haare werden fettiger.

Wird zu viel Talg produziert, dann können die Ausfuhrgänge der Talgdrüsen verstopfen. Es bilden sich Mitesser, medizinisch Komedonen, wie sie fast jeder von uns an Nase und Kinn hat. Das charakteristische schwarze Pünktchen auf dem Mitesser entsteht übrigens durch eine Reaktion des Talgs mit der Luft und durch Einlagerung des Hautfarbstoffes Melanin. Mitesser werden oft von Bakterien besiedelt, was zu schmerzhaften eitrigen Entzündungen führt. Dann spricht man von Papeln und Pusteln – die Haut „blüht“.

Die meisten von uns quetschen diese Papeln einfach aus. Doch entleert sich dadurch der Inhalt nicht nur nach außen, sondern auch in die benachbarte Haut – so kann sich die Entzündung ausweiten, und es kann zu Narben kommen, wenn die Entzündung abgeheilt ist. Die obere Hautschicht verhornt.

Warum bekommen auch Erwachsene Akne?

Dafür, dass die Haut auch im Erwachsenenalter keine Ruhe gibt, sind vor allem Hormone und Genetik verantwortlich, aber auch eine Reihe äußerer Einflüsse.

Oft ist für das Auftreten von Akne ein Überschuss männlicher Sexualhormone verantwortlich. Auch Frauen produzieren männliche Hormone, ebenso wie Männer weibliche. Während Testosteron, das wichtigste männliche Sexualhormon, die Akne begünstigt, mildern weibliche Östrogene – wie sie in der Pille eingesetzt werden – die Erkrankung. Dies erklärt, warum Akne vermehrt dann auftritt, wenn Frauen ihre Pille absetzen.

Auch Bakterien sowie Rauchen und Stress können Akne auslösen. Sind Kosmetika oder Medikamente der Auslöser, spricht man von einer komedogenen Wirkung dieser Mittel.

Ein wichtiger Faktor für das Sprießen der Pusteln ist das Knibbeln. Ob bewusst oder unbewusst, viele von uns fassen sich täglich viele Male ins Gesicht. Da Hände und Nägel nie klinisch rein sind, verteilt man Bakterien im Gesicht und fördert so Entzündungen.

Was hilft gegen Akne?

Akne bei erwachsener Frau

Mitesser, vergrößerte Poren und Pickel sind nicht nur nervig, sondern gerade für Frauen eine psychische Belastung. Zum Glück gibt es eine Reihe von Langzeit-Therapien, mit denen die Haut wieder ins Gleichgewicht kommt. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, welche Therapie für Sie am ehesten in Frage kommt.

1) Frei verkäufliche Reinigungsgels, Tinkturen und Cremes

Während Akne bei Jugendlichen oft mit alkoholhaltigen und somit stark entfettenden Tinkturen behandelt wird, benötigt erwachsene, trockenere Haut eine Pflege, die die Haut nicht entfettet und dadurch weiter reizt. In der Apotheke und der Drogerie gibt es mittlerweile spezielle Pflegeprodukte, die der Haut Feuchtigkeit spenden und Unreinheiten vorbeugen können. Achten Sie auf der Verpackung auf das Attribut „nicht komedogen“.

Wichtig: Waschen Sie Ihr Gesicht nicht nur abends, sondern auch morgens. Denn über Nacht scheidet die Haut Abfallprodukte aus, die entzündlich wirken können.

Bei entzündeter Haut gilt: Hände weg von Peelingprodukten aus der Drogerie! Diese reizen die Haut noch mehr.

2) Salben und Cremes

Wer unter schwereren Formen der Akne leidet, sollte zum Hautarzt gehen und sich beraten lassen. Denn Akne sieht nicht nur schlimm aus, sondern kann auch zu unschönen Narben führen, wenn man sie nicht behandelt.

Zur äußerlichen Aknebehandlung werden Stoffe eingesetzt, die die überschießende Talgbildung unterdrücken und die Haut punktuell austrocknen, zum Beispiel Benzoylperoxid (BPO), Cremes mit Wirkstoffen aus der Vitamin A-Säure (Retinoide), antibiotikahaltige Cremes, Salben mit Ammonium-Bitumino-Sulfonat und Salben mit Salicylsäure. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, müssen die Salben über mehrere Wochen angewendet werden.

Eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit ist das Fruchtsäurepeeling, das die Haut in regelmäßigen Behandlungen von störenden Verhornungen befreit.

Empfehlung der Redaktion: Testen Sie jetzt Ihren Hauttyp

Unterschiedliche Hauttypen brauchen unterschiedliche Pflege. Wir haben daher einen Test entwickelt, mit dem Sie anhand von nur sechs Fragen herausfinden, welcher Hauttyp Sie sind und wie Sie Ihre Haut am besten pflegen.

Jetzt Hauttyp testen

3) Medikamente

Wer unter schwerer Akne leidet, wird um die Einnahme von Medikamenten nicht herum kommen: Antibiotika (zum Beispiel Tetrazykline) bessern das Hautbild und die Symptome in der Regel nach einigen Wochen, haben allerdings einige Nebenwirkungen.

Auch verschiedene Varianten des Vitamin A (sogenannte Retinoide) können gegen Akne helfen. Sie werden über einen längeren Zeitraum eingenommen. Achtung: Frauen dürfen während der Therapie aufgrund einer fruchtschädigenden Wirkung dieser Medikamente nicht schwanger werden. Aus diesem Grund erhalten Frauen im gebärfähigen Alter Retinoide mit einem hormonellen Verhütungsmittel kombiniert.

4) Hormontherapie

Eine weitere Möglichkeit bei Frauen mit schwerer Akne ist eine Hormontherapie mit weiblichen Geschlechtshormonen und sogenannten Antiandrogenen, also Mitteln, welche die Wirkung männlicher Sexualhormone hemmen.

5) Ernährung

Wer unter Akne leidet, kann auch mit einer gesunden Ernährung einiges für seine Haut tun. Denn Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren – zum Beispiel Milchprodukte und Fleisch – können die Talgproduktion verstärken. Auch kohlenhydratreiche Kost steht im Verdacht, Akne zu verstärken, da einfache Kohlenhydrate – wie etwa Zucker – entzündungsfördernd wirken.

Mit einer ausgewogenen Ernährung, die wenig gesättigte Fettsäuren, dafür viele ungesättigte Fettsäuren, komplexe Kohlenhydrate und Vitamine beinhaltet, tun Sie auch Ihrer Haut etwas Gutes. Setzen Sie auf Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Fisch.

6) Stress reduzieren

Ein stressiger Lebenswandel mit wenig Schlaf zeigt sich oft als erstes an unserer Haut: durch dunkle Augenringe oder eben Pickel und vergrößerte Poren. Versuchen Sie, jede Nacht ausreichend zu schlafen und die Stressfaktoren in Ihrem Leben zu eliminieren. Ganz gelingt dies im Berufs- und Familienleben natürlich nie; hier sind Sportarten wie Yoga oder Joggen ein guter Ausgleich, der auch die Haut wieder mehr in Balance bringen kann.

Schreiben Sie einen Kommentar