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Binge-Watching: So ungesund sind Serienabende

Von Maja Seimer
Aktualisiert am 14. Jan. 2020
© Pexels/ JESHOOTS.com
© Pexels/ JESHOOTS.com

Seitdem wir die Möglichkeit haben, Serien am Stück zu schauen, hängen viele oft stundenlang vor dem Fernseher. Das sogenannte Binge-Watching hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Welche das sind und wie Sie Ihren Serienkonsum im Zaum halten, lesen Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Binge-Watching?
    1. Serienmarathon als Gewohnheit
    2. Suchtähnliches Verhalten
  2. Welchen Effekt hat das auf unser Leben?
  3. Welche Folgen hat das auf die Gesundheit?
    1. Studien zeigen: gestörter Schlaf
    2. Binge-Watching schadet Gedächtnis
    3. Anfälliger für Depressionen und Angstzustände
  4. Tipps, um Binge-Watching zu vermeiden  
  5. Wissen zum Mitnehmen

Was ist Binge-Watching?

Video-on-Demand-Angebote werden immer beliebter und bieten uns die Möglichkeit, unsere Lieblingsserien jederzeit und überall ohne Pause zu streamen. Das ist großartig – aber auch gefährlich. 

Serienmarathon als Gewohnheit

Während wir noch vor ein paar Jahren sehnsüchtig auf die nächste Folge warten mussten, ist sie jetzt sofort verfügbar. Seitdem wir Videos streamen können und Serien am Stück gucken, haben Serien einen immer höher werdenden Stellenwert bekommen. Es gibt immer mehr davon und fast jeder, mit dem man spricht, schaut immer irgendeine Serie. Binge-Watching, auch Komaglotzen genannt, beschreibt das Schauen mehrerer Folgen einer Serie hintereinander. Im Jahr 2015 erklärte das Collins English Dictionary Binge-Watching zum Wort des Jahres.

Suchtähnliches Verhalten

Es liegt in der Natur der Serien, dass wir immer weiter schauen wollen. Das Ende ist meistens spannend und wir können es kaum noch abwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Ein anderer Grund dafür: Viele Binge-Watcher fühlen sich mit den Stars ihrer Lieblingsserie, die meistens besonders charismatische Personen sind, so verbunden, dass sie gar nicht genug von ihnen bekommen können. Serien können uns regelrecht süchtig machen – und das hat negative Auswirkungen auf unser Sozialleben und die Gesundheit.

Merke!
Binge-Watching ist das Schauen mehrerer Folgen einer Serie am Stück – und derzeit sehr verbreitet.

Welchen Effekt hat das auf unser Leben?

„Nur noch eine Folge“ – was so anfängt, endet oft in einem stundenlangen Serienmarathon. Binge-Watching nimmt viel Zeit in Anspruch – wer es regelmäßig betreibt, kann unter anderem mit folgenden negativen Konsequenzen rechnen:

  • Pflichten vernachlässigen: Viele Binge-Watcher vernachlässigen wichtige Dinge, um die sie sich kümmern müssten, weil die Lieblingsserie einfach mal wieder zu spannend ist.
  • Freunde versetzen: Bei der Frage, ob sie sich mit Freunden treffen oder erfahren, was in der nächsten Folge passiert, entscheiden sich viele Binge-Watcher für ihre Serie.
  • Binge-Watching als Betäubung: Während manche Menschen sich mit Partys, Alkohol oder Essen von ihren Problemen ablenken, sitzen andere stundenlang vor ihrer Lieblingsserie.
  • Realitätsverlust: Wer regelmäßig mehrere Stunden am Stück in der digitalen Welt verbringt, fühlt sich eher fremd in der echten Welt und hat Schwierigkeiten mit anderen zu kommunizieren. 
  • Schlafrhythmus gerät außer Kontrolle: Serienmarathon-Abende gehen oft bis spät in die Nacht und bringen den Schlafrhythmus aus dem Gleichgewicht.
  • Wenig Bewegung, viel Fast Food: Wer viel zu dem Fernseher sitzt, bewegt sich auch wenig. Die meisten sind zudem so von ihrer Serie gefangen, dass sie anstatt sich etwas Frisches zu kochen, zu Fast Food greifen. Auch Chips, Süßigkeiten und zuckrige Getränke gehören oft zu Serienabenden dazu.

Merke!
Wenn das Binge-Watching zur Gewohnheit wird, nimmt das viel Zeit in Anspruch. Treffen mit Freunden oder Verpflichtungen bleiben dann oft auf der Strecke.

Welche Folgen hat das auf die Gesundheit?

Das Dauergucken von Serien verursacht bei vielen Schlafmangel, da es oft bis spät in die Nacht geht. Wenn morgens dann der Wecker klingelt, sind sie alles andere als fit.

Studien zeigen: gestörter Schlaf

Binge-Watching verursacht Schlafmangel – darauf weisen die Ergebnisse der Schlafstudie der Techniker Krankenkasse hin. Jeder zweite Erwachsene verbringt abends länger Zeit vor dem Fernseher, obwohl er eigentlich schon ins Bett gehen will. Serien, bei denen man sich immer für „noch eine Folge“ entscheidet, fördern dieses Verhalten. Und: Nur die Hälfte der Befragten der TK-Studie gab an, mehr als sechs Stunden pro Nacht zu schlafen. Wer länger fernsieht, schläft demnach weniger und schlechter (1).

Auch Forscher der American Public Health Association fanden in einer Studie heraus, dass mehr als ein Drittel der untersuchten Binge-Watcher Schlafstörungen oder Schlafmangel hatten. Es stellte sich heraus, dass die Befragten insgesamt umso schlechter schliefen, je häufiger sie ihre Abende im Binge-View-Modus verbrachten (2).

Auch interessant: Wie viel Schlaf ist wirklich gesund?

Binge-Watching schadet Gedächtnis

Eine Studie der Universität Melbourne hat zudem gezeigt, dass Binge-Watcher sich langfristig schlechter an ihre Serien erinnern. Teilnehmer, die die Serie „The Game“ am Stück geschaut hatten, konnten sich zwar am nächsten Tag noch gut an den Inhalt erinnern, nach 140 Tagen war die Erinnerung jedoch nur noch schwach. Serienfans, die die gleiche Serie mit einer Folge wöchentlich gesehen hatten, konnte die Ereignisse auch nach 140 Tagen noch gut wiedergeben. Zusätzlich gaben die Binge-Watcher an, dass sie die Serie weniger genießen konnten (3).

Anfälliger für Depressionen und Angstzustände

Alleine stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen, tut der Psyche nicht gut. Durch die stundenlange Einsamkeit beim Bingen wird die Myelin-Produktion im Gehirn gedrosselt, wie US-amerikanische Forscher der University of Buffalo und der Mount Sinai School of Medicine herausfanden. Dadurch fehlt unseren Nerven eine Art Schutzschicht. Die Folge: Wir werden anfälliger für Depressionen und Angstzustände (4).

Tipps, um Binge-Watching zu vermeiden  

Serienfans müssen ihrer Gesundheit zuliebe nicht komplett verzichten. Denn die Dauer ist entscheidend und eine Folge hier und da verursacht noch lange keine gesundheitlichen Schäden. Wer ein paar Tipps beachtet, kann Konsum im Zaum halten und hat so viel mehr von seiner Serie.

  1. Fernseher zu festgelegter Uhrzeit ausschalten: Vor dem Fernseher einzuschlafen, macht oft einen unruhigen Schlaf.
  2. Vereinbarungen treffen: Zu zweit fällt es leichter, stark zu sein. Wenn Sie mit dem Partner oder Freunden schauen, können Sie sich vorher gemeinsam auf ein oder zwei Folgen festlegen.
  3. Angenehmes Abendritual: Wer direkt nach der Serie ins Bett geht, ist oft noch aufgewühlt und hellwach. Sich vor dem Schlafengehen einzucremen, eine Entspannungsübung oder einen kleinen Spaziergang zu machen, sorgt für einen erholsameren Schlaf.
  4. Nicht im Bett schauen: Im bequemen Bett passiert es leicht, länger zu gucken als geplant und anschließend schlechter zu schlafen. Halten Sie Fernseher, Laptop und andere Unterhaltungsmedien aus Ihrem Schlafbereich fern. 

Merke!
Mit vorher festgelegten Zeiten, zu denen Sie den Fernseher ausschalten und angenehmen Offline-Abendritualen, beugen Sie Binge-Watching vor.

Wissen zum Mitnehmen

Serien nehmen bei vielen einen immer höheren Stellenwert ein. Ob bei der Arbeit, unter Bekannten oder in der Familie – die meisten schauen gerade irgendeine Serie. 

Seitdem wir streamen und viele Video-on-Demand-Angebote nutzen, müssen wir nicht mehr auf die nächste Ausstrahlung unserer Lieblingsserie warten. Wir können nach Lust und Laune eine Folge nach der anderen schauen. Das ist praktisch – aber auch gefährlich.

Studien haben mittlerweile gezeigt, dass das sogenannte Binge-Watching nicht nur unseren Sozialleben schadet, sondern auch unserer Gesundheit. Das bezieht sich vor allem auf den Schlaf und das Gedächtnis. Serienfans sollten daher ein paar Maßnahmen ergreifen, um Marathon-Abende und -Nächte zu vermeiden und ihre Serie Folge für Folge genießen zu können.


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Bild des Benutzers Kirsten Stein
..zu viel tv glotzen war schon ein Thema/Stigma als es nur 3 Programme gab. sucht bleibt sucht und es gibt die, die ihr erliegen und die, die es kontrollieren können. same same..
Bild des Benutzers Norbert Hoffmann
Wenn ich denn mal Binge-Watching betreibe dann gönne ich mir einen Samstag oder Sonntag oder gesetzlichen Feiertag von 06:00 bis 18 Uhr. Da ist bis zum schlafen gehen 22:30 noch ein Wink Zeit. Wenn man dabei nichts isst, kann man dabei auch abnehmen. Und wer sagt das der Couch-Potato immer still sitzen muss, ein bisschen Turnen oder Pilates geht immer. Da man auf diese Art lästige Werbung umgehen kann hat man an so einem Tag noch 3 Stunden Lebenszeit gewonnen.
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