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Burnout – Warum es jeden von uns treffen kann

Von Christin Ilgner
Aktualisiert am 23. Mär. 2021

Vor ein paar Jahren war Burnout noch ein Modewort, das kaum einer kannte. Mittlerweile gibt es in fast jedem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden, der an Burnout erkrankt ist. Doch wie erkennt man die Krankheit und ihre Anzeichen rechtzeitig? Wir sagen es Ihnen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Burnout?
  2. Emotionale Erschöpfung
  3. Körperliche Symptome
  4. Wie wirkt sich Burnout aus?
  5. Burnout vs. Depression
  6. Burnout haben Sie selbst in der Hand
  7. Wie lässt sich Burnout behandeln?
  8. Gezielt vorbeugen

1. Was ist Burnout?

Beim Burnout handelt es sich um einen Erschöpfungszustand, bei dem sich der Betroffene nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausgebrannt und abgekämpft fühlt. Meist steht Burnout in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Häufig sind besonders engagierte und zum Perfektionismus neigende Personen betroffen, die im Job immer alles geben möchten.

Idealvorstellung und Realität klaffen auseinander, was dazu führen kann, dass die Motivation geringer wird und man irgendwann vor Erschöpfung vielleicht gar nicht mehr zur Arbeit gehen kann und möchte. Betroffene fühlen sich dann abgeschlagen und k.o.. Gefährdet sind vor allem Beschäftigte in sozialen Berufen wie Ärzte, Lehrer, Pflegekräfte, Psychologen und Sozialarbeiter. Aber auch andere Berufsgruppen können betroffen sein. 

2. Emotionale Erschöpfung

Besonders durch emotionale Erschöpfung macht sich ein mögliches Burnout zunächst bemerkbar. Diese kann sich wie folgt äußern:

  • Chronische Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • verminderte Belastbarkeit
  • steigende Stimmungslabilität
  • Erholungsunfähigkeit
  • sozialer und emotionaler Rückzug
  • Reizbarkeit
  • Zynismus
  • Unruhe und Nervosität
  • Gereiztheit bis hin zu Aggressivität

Diese Symptome können sich bis hin zum Endzustand eines Burnout entwickeln, der dann durch folgende Symptome gekennzeichnet ist:

  • Resignation
  • Entmutigung
  • Entscheidungsschwäche
  • Konzentrationsstörungen
  • Niedergeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Minderwertigkeitsgefühle

3. Körperliche Symptome

Nicht nur die geistige Abgeschlagenheit kann ein erstes Anzeichen für Burnout sein. Meist kommen im Laufe der Zeit auch körperliche Beschwerden hinzu. Hierbei kann es sich z. B. um häufige Erkältungen, Schlafstörungen, Albträume, sexuelle Probleme oder Verdauungsstörungen handeln. Auch Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Ohrengeräusche, Schwindel und Atemprobleme können auftreten. Zudem kann ein erhöhtes Suchtrisiko für z. B. Drogen, Alkohol, Medikamente und Tabletten bestehen.

4. Wie wirkt sich Burnout aus?

Die psychischen und körperlichen Veränderungen haben auch Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und somit auf Arbeits- und Privatleben. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, was auch Chefs und Kollegen bemerken. Auch im Privaten kann ein Rückzug der Betroffenen einsetzen, was wiederum zu Konflikten in der Partnerschaft oder Familie führen kann. 

5. Burnout vs. Depression

Immer wieder wird Burnout auch als Depression beschrieben, denn bestimmte Symptome eines Burnouts sind denen einer Depression sehr ähnlich. Allerdings ist es bei einem Burnout so, dass eine Besserung beim Betroffenen eintritt, wenn die Verursachung, z. B. Leistungsdruck auf Arbeit, wegfällt.  Bei einer Depression, die sich nicht nur auf einen Lebensbereich wie z. B. die Arbeit beschränkt, bestehen keine Entlastungsmöglichkeiten. 
Eine genaue Diagnose und Abklärung beim Arzt ist daher sehr wichtig – auch für den Heilungsverlauf. Als typische Symptome für eine Depression können auch Hoffnungslosigkeit und Selbstmordgedanken genannt werden. Diese gelten jedoch nicht als typische Burnout-Beschwerden. 

6. Burnout haben Sie selbst in der Hand

Hinterfragen Sie regelmäßig Ihre Belastbarkeit und fragen Sie auch Verwandte, Freunde oder Arbeitskollegen, ob ihnen Verhaltensänderungen o. ä. aufgefallen sind.  Versuchen Sie Konflikte, die Sie belasten, offen anzusprechen und so aus der Welt zu schaffen. Manchmal ist es auch nötig überhöhte Ansprüche an sich selbst zurückzuschrauben. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise, ernähren Sie sich ausgewogen und treiben Sie regelmäßig Sport. Zudem ist ausreichender Schlaf wichtig für den Organismus und das Nervenkostüm. 

7. Wie lässt sich Burnout behandeln?

Die Behandlung eines Burnouts richtet sich stark nach den jeweiligen Symptomen und deren Ausprägung. Oft kann eine Psychotherapie sinnvoll sein, aber auch Seminare zum Zeitmanagement oder Entspannungsmethoden wie autogenes Training. Auch Sport und Bewegung haben einen positiven Einfluss auf die Seele. Und versuchen Sie Hobbies, Familie und Freunden genug Zeit einzuräumen. Dieses Abschalten vom Job ist wichtig um wieder Energie zu tanken.

8. Gezielt vorbeugen

Die Techniker Krankenkasse bietet zum Beispiel in Kooperation mit dem Institut für Burnout-Prävention Hamburg fünftägige Seminare an, die sich an Burnout-Gefährdete richten. Die Kosten (bis auf die Eigenbeteiligung für Versicherte von 200 Euro) übernimmt die TK. Auch das persönliche Hinterfragen und Reflektieren von Gemütszuständen und Verhaltensweisen kann helfen. Dafür sollte man sich auf jeden Fall die Zeit nehmen.

 
Sie haben Burnout sehr gut beschrieben, ich hatte selber Burnout, und leider merkt man es selbst zuletzt, der Übergang ist fließend. Der Job alleine ist es meistens nicht, sondern oft kommen noch schlimme Lebensereignisse dazu. Ich war alleinerziehend und hatte ganztags einen Bürojob, meine Scheidung und Tod beider Elternteile waren zeitlich ein paar Jahre vor dem Burnout. Das Burnout selber ist schon schrecklich, für mich war es u. a. so, als wäre ich in einem dunklen Tunnel und es gab am Ende kein Licht. Doch dann kommt meistens noch schlimmer, es folgt in der Regel die Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit, die jedoch nur einen Bruchteil des Geldes beträgt, was man ansonsten monatlich zur Verfügung hatte. In diesem kranken Zustand ist man gezwungen unzuziehen. Man hat sich sein Leben auch nach seinem Einkommen eingerichtet. Nun ist die Miete zu hoch, das Geld reicht vorne und hinten nicht. Die Therapeuten raten einem, sich zu entspannen, ich sollte meinen Hobby nachgehen (von welchen Geld noch?). Meine Frage: Wie schafft man es gesund werden, wenn zusätzlich zu der Erkrankung noch gravierende Geldsorgen kommen, wie soll das funktionieren??? Erst nachdem ich einen neuen Lebenspartner fand und ich dadurch keine Geldsorgen mehr hatte, konnte ich ganz langsam wieder gesund werden.
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