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"Hangry": Wenn der Hunger auf die Stimmung schlägt

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Hangry: Kleinkind hat Hunger

Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit leichtem Magenknurren auf ein Grillfest, voller Vorfreude auf ein leckeres Stück Grillfleisch ­– und der Mensch am Grill braucht Ewigkeiten... ein typischer Anlass, um „hangry“ zu werden: Man ist "hungry", hungrig, und "angry", wütend, zugleich.

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Wohl jeder kennt einen Menschen im Umfeld, der richtig grantig werden kann, wenn er Hunger hat. Für dieses Phänomen gibt es sogar eine eigene Wortschöpfung: "Hangry". Doch wie kommt es, dass sich Magenknurren und Gemüt sich derart vermischen?

Ein Schlüssel liegt in unserem Blutzuckerspiegel: Wenn wir essen, werden Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in unserem Körper in Aminosäuren, in Fettsäuren und in Zucker zerlegt. Diese gelangen in unsere Blutlaufbahn, strömen zu den Organen und versorgen sie mit Energie. Führen wir dem Körper lange keine Nahrung zu, sinkt der Glukosewert im Blut, Rezeptoren in Leber und Magen melden dem Gehirn: Nachschub erforderlich!

Allein das Gehirn benötigt pro Tag etwa 120 Gramm Glucose, um leistungsfähig zu bleiben. Erhält es zu wenig Glukose, fährt es zunächst in eine Art Energiesparmodus und wartet auf die nötige Ladung Glukose. In der Folge können wir uns schlechter konzentrieren und machen häufiger Fehler.

Doch Hunger führt nicht zur zu Fahrigkeit und Fehler, sondern kann richtig wütend machen. Der Grund: Im Schonbetrieb fällt es dem Gehirn schwer, Emotionen zu kontrollieren. Denn wenn die Unterversorgung mit Glukose länger anhält, alarmiert das Gehirn andere Organe, Glukose zu liefern. Durch diese plötzlich geforderte Glukose-Produktion werden Stresshormone ausgeschüttet – der Körper gerät in einen Alarmzustand, die Stimmung geht in den Keller.

Gegen „hangry“ hilft nur essen

Wer dazu neigt, bei niedrigem Blutzuckerspiegel ärgerlich und ungeduldig zu werden, muss frühzeitig für Nachschub sorgen. So bleibt der Blutzuckerspiegel konstant, wir können uns leichter konzentrieren und nerven unsere Mitmenschen nicht durch Stimmungsschwankungen.

Die erste Reaktion bei einem „hangry“-Zustand ist häufig: möglichst ungesunde und süße Lebensmittel futtern. Doch mit Fast Food oder Schokoriegeln tun Sie Ihrem Körper keinen Gefallen. Denn diese einfachen, schnell resorbierbaren Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel zwar schnell in die Höhe schnellen – genauso schnell saust dieser jedoch wieder in den Keller. Und dann dauert es nicht lange bis zum nächsten hangry-Tief.

Setzen Sie daher lieber auf Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil und einem niedrigen glykämischen Index (GI). Der GI ist ein Maß für die Blutzuckerwirksamkeit von kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln. Er wird in Prozent dargestellt und gibt an, wie stark der Blutzucker nach dem Essen ansteigt.

Günstige Lebensmittel mit relativ niedrigen glykämischen Index sind beispielsweise:

  • Frischkorn-Müsli
  • Vollkornprodukte (auch Pasta und Reis)
  • Hülsenfrüchte
  • Milchprodukte
  • viele einheimische Gemüse- und Obstsorten (unter anderem Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Pellkartoffeln, Möhren, Linsen, Erbsen)

Öfter Heißhunger?

 

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