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Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse

Vogelgrippe: Gefahr für den Menschen?

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Die Weihnachtszeit rückt näher, und mit ihr die Zeit der traditionellen Gänse- und Entenbraten. Dieses Jahr herrscht Verunsicherung: Darf man trotz grassierender Vogelgrippe Geflügelfleisch essen? Der Live Smarter-Blog gibt Entwarnung – dennoch gilt es einige Vorsichtsmaßregeln zu beachten.

Hühner hinter einem Gitter
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Es sind traurige Bilder, die wir zurzeit in den Nachrichten sehen: Tausende Enten, Gänse und Hühner in Deutschland müssen getötet werden. Ursache ist das Vogelvirus H5N8, besser bekannt als Vogelgrippe. Von Wildvögeln hatte sich das Virus Anfang November schnell auf Zuchtbetriebe in Schleswig-Holstein und später auf ganz Deutschland verbreitet. Auch im Hamburger Zoo Hagenbeck waren 20 Tiere betroffen (Quelle: MOPO) .

Zur Kurzfassung ►

Was ist Vogelgrippe?

Auch Vögel erkranken an verschiedenen Formen der Grippe. Normalerweise verläuft diese Erkrankung bei ihnen sehr leicht oder gänzlich ohne Symptome. Bestimmte Grippeviren, die zur Gruppe der Influenza-A-Viren gehören, können jedoch besonders aggressiv sein und ganze Tierbestände dahinraffen – man spricht dann von Geflügelpest.

Grippeviren des Typs A werden – egal ob bei Mensch oder Tier – in verschiedene Subtypen aufgeteilt. Das aktuell kursierende Virus heißt zum Beispiel H5N8. H und N stehen dabei für die beiden wichtigsten Eiweiße auf der Hülle des Influenzavirus, Hämagglutinin und Neuraminidase. Im Tierreich, insbesondere bei Wasservögeln, existieren unterschiedliche Ausprägungen davon, die durchnummeriert sind.

Können Menschen Vogelgrippe bekommen?

Ja. Zwar ist die Übertragung von Vogelinfluenzaviren vom Tier auf den Menschen nicht sehr effektiv, das heißt, sie sind für den Menschen nicht sehr infektiös. Doch wenn eine solche Infektion stattfindet, kann sie zu schweren Erkrankungen führen.

In den vergangenen Jahren wurde wiederholt beobachtet, dass die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren auch bei Menschen Erkrankungen hervorrufen.

Wie kann man sich mit Vogelgrippe anstecken?

Da menschliche Zellen nur wenig Angriffsfläche für Vogelgrippeviren bieten, müssen Menschen, um sich zu infizieren, der vollen „Breitseite“ ausgeliefert sein, also im direkten Kontakt mit lebenden, infizierten Wild- oder domestizierten Vögeln stehen – wie beispielsweise Angestellte in Geflügelmastbetrieben.

Auf keinen Fall sollten Sie kranke oder tote Wildvögel anfassen. Leinen Sie Ihre Hunde an, damit diese das Virus ebenfalls nicht verbreiten können, und sagen Sie beim Fund eines kranken oder verendeten Tieres der zuständigen Veterinärbehörde Bescheid. Ansprechpartner finden Sie hier.

Wer Geflügelfleisch oder Eier isst, infiziert sich – so zumindest der bisherige Stand der Forschung – nicht mit der Vogelgrippe.

Wie macht sich die Vogelgrippe beim Menschen bemerkbar?

Nach der Infektion dauert es zwei bis fünf, Tage, bis die ersten Symptome der Vogelgrippe auftreten. Diese ähneln teilweise einer normalen Grippe: Hohes Fieber, Husten und Atemnot, aber auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Kopf-, Hals- und Muskelbeschwerden, wie sie für die normale Grippe typisch sind, treten nicht immer auf.

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe?

Weltweit kam es bisher zu etwas mehr als 800 Erkrankungen durch H5N1-Viren, so das Robert Koch-Institut mit Verweis auf aktuelle Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO. Mehr als die Hälfte der erkrankten Menschen starb. Infektionen mit H5N1 sind in verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und im Nahen Osten aufgetreten. In den vergangenen Jahren wurden die meisten Fälle in Ägypten, Vietnam, Indonesien, Kambodscha und der Volksrepublik China verzeichnet. Anfang 2014 gab es in Kanada einen aus China eingeschleppten Fall.

Seit April 2013 haben sich darüber hinaus rund 600 Menschen mit H7N9 infiziert, die meisten von ihnen in China. Auch in Hong Kong sind einzelne Fälle aufgetreten. Außerdem gab es in Taiwan, Malaysia und in Kanada einzelne, aus China eingeschleppte Fälle. Bei etwa jedem fünften Erkrankten verlief die Erkrankung tödlich.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt bezüglich des Influenza A(H7N9)-Virus „das Risiko einer Verbreitung nach Europa derzeit als gering“ ein, schließt aber einzelne, aus China eingeschleppte Fälle nicht aus. „Ob sich ein bestimmtes Vogelinfluenzavirus genetisch so verändern und an den Menschen anpassen kann, dass es von Mensch zu Mensch übertragbar wird, lässt sich nicht vorhersagen“, heißt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts. Beim ältesten bekannten Vogelgrippevirus H5N1 sei dies bisher jedoch nicht geschehen.

An wen wende ich mich beim Verdacht auf Vogelgrippe?

Wenn Sie den Verdacht haben, an Vogelgrippe erkrankt zu sein, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Dieser führt, wie bei einer „normalen“ Grippe, einen Rachen- oder Nasenabstrich durch. Mittels eines Schnelltests kann ermittelt werden, ob es sich um Erreger des Typs Influenza A handelt. Wenn dieser positiv ausfällt, kann der Arzt sofort die Behandlung mit Antivirusmedikamenten einleiten.

Da das Vogelgrippevirus in Deutschland meldepflichtig ist, müssen Ärzte, die einen Verdacht auf eine Vogelgrippe bei einem Menschen haben, diesen dem örtlichen Gesundheitsamt melden. In weiteren Labortests wird dann untersucht, um welchen Erreger es sich konkret handelt.

Wie schützt man sich generell vor Infektionen durch Geflügelfleisch?

Auch wenn Vogelgrippe wahrscheinlich nicht durch den Verzehr von tierischen Produkten übertragen wird, sollten Sie auf gewisse Hygieneregeln im Umgang mit rohem Geflügelfleisch achten:

  • rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, besonders wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen
  • Verpackungsmaterialien, Auftauwasser und Ähnliches sofort entsorgen
  • Hände mit warmem Wasser und Seife waschen
  • Geflügelspeisen gründlich durchgaren. Das bedeutet, dass für mindestens zwei Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss.
  • Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind. Je nach Größe des Eis sind das mindestens sechs Minuten.

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