TK Banner

Was tun gegen Schuppenflechte?

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Mädchen kratzt sich den juckenden Arm

Lange Kleidung auch im Sommer, abschätzige Blicke von Mitmenschen, juckende, schmerzende Haut – Schuppenflechte kann die Lebensqualität stark einschränken. Doch zum Glück gibt es heutzutage vielfältige Therapiemöglichkeiten. Und Betroffene können auch selbst eine Menge dafür tun, dass ihre Haut sich entspannt. Wichtig ist auch ein intensiver Austausch mit dem Arzt, um einen akzeptablen Weg in der Behandlung zu finden.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Zwei bis drei Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt. Damit ist sie neben Akne und Neurodermitis eine der häufigsten Hauterkrankungen. Anders als vielfach angenommen ist die Schuppenflechte nicht ansteckend. Es handelt sich um eine chronische Krankheit, die schubweise auftritt. Die Schuppenflechte kann in jedem Lebensalter auftreten. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. Was viele nicht wissen: Schuppenflechte kann auch die Gelenke befallen und dort zu schweren Entzündungen führen.

Wie sieht Schuppenflechte aus?

Typisch für Psoriasis sind scharf begrenzten erhabene, rötliche, runde Herde mit typischer silbrig-weißer Schuppung. Diese Herde sind unterschiedlich groß und können am ganzen Körper auftreten. Am häufigsten betroffen sind die Streckseiten der großen Gelenke, der behaarte Kopf und die Analregion. Handteller und Fußsohlen können ebenfalls betroffen sein

Auch die Fingernägel können verändert sein: Ölfleckartige Verfärbungen, wie gestanzt wirkende Einsenkungen der Nagelplatte oder ein bröckeliger Nagelzerfall sind ebenfalls Symptome der Schuppenflechte.

Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten beschränkt sich die Krankheit nicht auf die Haut. Sie leiden zusätzlich unter der sogenannten Psoriasis-Arthritis, bei der sich die Gelenke entzünden. Häufig sind Zehen- oder Fingergelenke betroffen. Die Psoriasis-Arthritis kann vor, gleichzeitig mit oder auch nach Auftreten der Hauterscheinungen vorkommen. Die betroffenen Gelenke können schweren Schaden nehmen, sodass Betroffene bestimmte Tätigkeiten, im schlimmsten Fall auch den Beruf, nicht mehr ausüben können.

Die Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Oft kommt es zu einem schubweisen Verlauf der Krankheitszeichen, wobei die Schübe in Dauer, Stärke und Häufigkeit sehr variabel sein können.

Was sind die Ursachen von Schuppenflechte?

Ob ein Mensch an Schuppenflechte erkrankt, hängt auch von einer genetischen Veranlagung ab. Jedoch erkrankt nicht jeder, der das entsprechende Erbgut aufweist, auch wirklich an der Psoriasis; erst wenn noch bestimmte persönliche oder umweltbedingte Faktoren hinzukommen, bricht die Krankheit aus.

Zu diesen Faktoren gehören besondere Belastungen wie Stress oder Infektionen, vor allem mit bestimmten Bakterien (Streptokokken), aber auch einige Medikamente, das Rauchen und lokale Hautreizungen durch Kratzen oder Reiben. Vermutet wird, dass die Hautzeichen von einem fehlgesteuerten Angriff des Immunsystems (Autoimmunreaktion) gegen Oberhautzellen (Keratinozyten) ausgelöst werden, welche sich als Reaktion darauf sehr stark vermehren. Als Folge kommt es zu einer Verdickung der Haut an den betroffenen Stellen und die Haut schuppt. Auch saisonale Faktoren spielen eine Rolle: Im Sommer wird die Schuppenflechte durch die stärkere UV-Bestrahlung oft besser.

So wird Schuppenflechte behandelt

Dermatologen und Rheumatologen verfügen heute über viele verschiedene Therapieverfahren zur Behandlung von Psoriasis. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen topischer (äußerlicher oder lokaler), UV-(Foto-) und systemischer Therapie, die auf den ganzen Körper wirkt. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt davon ab, welche Körperregion befallen ist und wie schwer die Erkrankung verläuft. Die verschiedenen Therapieformen können auch kombiniert werden.

Topische (lokale) Therapie

Bei der topischen Therapie kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz. Sie weichen entweder die Schuppen auf oder hemmen die überschießende Schuppenbildung und/oder die Entzündung.

Um Schuppen aufzulösen, kommen salicylsäure- oder harnstoffhaltigen Salben zum Einsatz. Diese Keratolyse genannte Form der Behandlung wird oft mit Öl- oder Solebädern kombiniert.

Auch Vitamin-D-ähnliche Substanzen und sogenannte Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge) können äußerlich angewendet werden. Sie hemmen die schnelle Zellvermehrung und wirken damit der Schuppenbildung entgegen. Einen ähnlichen Effekt haben kortisonhaltige Salben, die zudem stark entzündungshemmend wirken.

UV-Therapie

UV-Licht hat einen günstigen Effekt auf die Schuppenflechte. Gezielte Bestrahlungen können die Krankheit lindern. Oft wird die UV-Therapie mit verschiedenen Medikamenten (dann spricht man von Fotochemotherapie oder PUVA) oder mit einem Solebad (Balneofototherapie) kombiniert.

Systemische Therapie

Bei einem schweren Verlauf der Psoriasis kommt auch die Einnahme von Medikamenten oder die Behandlung mit Spritzen beziehungsweise Infusionen in Frage.

Sogenannte Immunsuppressiva unterdrücken den Angriff des körpereigenen Immunsystems auf die Zellen der Oberhaut. Auch Retinoide können in Tablettenform eingenommen werden. Da diese Medikamente schwere Nebenwirkungen haben können, ist die enge Begleitung der Therapie durch den Arzt unabdingbar.

Relativ neu auf dem Markt sind die sogenannten Biologika. Das sind Medikamente, die nicht synthetisch, sondern natürlich hergestellt werden. Als Basis dienen lebende, oft gentechnisch veränderte Zellen, Bakterien oder Hefen. Biologika unterdrücken spezielle Bestandteile des Immunsystems. In der Schuppenflechte-Therapie werden sie bei Bedarf mit anderen Medikamenten kombiniert.

Klimatherapie

Nordseeluft tut allen gut – auch Menschen, die an Schuppenflechte leiden. Bäder in Salzwasser und natürliche UV-Strahlung bewirken häufig eine Besserung des Hautzustandes.

Das können Betroffene selber tun

Die Behandlung von Schuppenflechte geht mittlerweile mit einer eingehenden Schulung jedes Patienten einher. Hier lernen Sie, welche Faktoren zum Ausbruch der Schuppenflechte führen können, und welche dies bei Ihnen persönlich sind. Auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Phototherapie, Arzneimitteln und anderen Krankheiten werden besprochen. Mit diesem Wissen im Rücken sind Sie in der Lage, die Krankheit besser einzuschätzen, den Alltag zu planen und bei Schüben richtig zu reagieren.

Ein wichtiger Faktor ist auch der Austausch mit Betroffenen. Zu wissen, dass andere mit den gleichen Problemen und Ängsten kämpfen, kann sehr erleichternd sein. In speziellen Selbsthilfegruppen können sich Betroffene auch über wirksame Alltags-Strategien austauschen. Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel beim Deutschen Psoriasis-Bund.

Alkohol und Nikotin wirken sich ungünstig auf den Verlauf einer Psoriasis aus. Ähnlich ist es mit Stress: Gezielte Entspannungsstrategien können Ihnen helfen, einem Schub vorzubeugen.

Sorgsame Hautpflege ist für Schuppenflechte-Patienten auch in beschwerdefreien Zeiten sehr wichtig. Damit die Haut nicht austrocknet, sollten feuchtigkeitsbindende Cremes und Salben zum Einsatz kommen. Da die empfindliche Psoriasis-Haut jedoch nicht jedes Produkt verträgt, sollten Sie zusammen mit Ihrem Dermatologen beraten, welches Pflegeprodukt bei Ihnen optimal wirkt.

 
Vielen Dank für den informativen Artikel. Ich bin selber Psoriatiker und habe mit natürlichen Hausmitteln und mit den alternativmedizinischen Behandlungsverfahren sehr guten Erfahrungen gemacht. Sehr gut gewirkt hat bei mir die Klimatherapie am Toten Meer. Nach nur vier Wochen in einer Rehabilitationsklinik in Israel am Toten Meer war ich komplett erscheinungsfrei. Da Schuppenflechte nicht heilbar ist, geht es danach darum zu schauen, dass man möglichst lange erscheinungs- und beschwerdefrei bleibt. Da habe ich mit den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sehr gute Erfahrungen gemacht. Zusätzlich habe ich meine Ernährung umgestellt. Hilfreich ist es auch, wenn man in einer Selbsthilfegruppe mitmacht. Selbsthilfegruppen findet man über die Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft. Ergänzend nehme ich täglich die Nahrungsergänzungsmittel Omega 3 (entzündungshemmend) und Chlorella (entgiftend). Beide bekommt man in der Apotheke. Es lohnt sich in Absprache mit einem Dermatologen die Schuppenflechte mit den bewährten natürlichen und ganzheitlichen Therapien zu behandeln. Ergänzend zu diesen Tipps empfehle ich die Webseite www.psoriasis-natuerlich-behandeln.net Ich wünsche allen Menschen mit Schuppenflechte ganz viel Erfolg! Herzliche Grüße aus der Schweiz, Philipp
Schreiben Sie einen Kommentar