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Wie Veggie-Produkte die Fleischproduzenten stärken

Von Lina Nagel
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Um rasante 17 Prozent ist der Anteil an Fleischersatzprodukten seit 5 Jahren gestiegen. Größter Profiteur sind allerdings nicht die Tiere oder eine nachhaltige Landwirtschaft, sondern Industriefleisch-Riesen wie Wiesenhof.

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Die Zahl klingt erst einmal erfreulich: "Insbesondere (...) vegetarische und vegane Fleisch- und Milchalternativen sowie der Bereich Frühstück mit pflanzlichen Brotaufstrichen, Müsli und Cornflakes konnten in den vergangenen fünf Jahren ein deutliches Umsatzplus generieren: Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag bei fast 17 Prozent", teilte das Kölner Institurt für Handelsforschung Ende Februar diesen Jahres mit. 

Menschen, die einem wahrscheinlich vor fünf Jahren für eine ähnlich lautende Aufforderung den Vogel gezeigt hätten, legen sich Fleischwurst oder Lyoner ganz ohne Fleisch aufs Brötchen – wer hätte das gedacht. 

Die Zahl der Flexitarier, also der Menschen, die nicht immer, aber immer öfter auf Fleisch verzichten, wächst. Dementsprechend ändern die Supermärkte ihr Sortiment: Mehr Platz für Veggie-Wurst und Veggie-Aufstriche in den Kühlregalen. 

Harte Zeiten für kleinere Produzenten

Dass es für immer mehr Menschen nicht mehr zwingend Fleisch sein muss, ist natürlich erst einmal toll. Doch betrachtet man den boomenden Markt der Fleischersatzprodukte genauer, ist eine Kehrseite der Medaille: Der Trend hin zu weniger Fleisch kommt denen zugute, die den Löwenanteil ihres Gewinns mit Tierprodukten erwirtschaften. Ob Wiesenhof, Rügenwalder Mühle, Gutfried, Herta – sie alle drängen ins Geschäft mit dem Fleischersatz und machen den Pionieren der Branche das Leben schwer. Die Süddeutsche Zeitung zitiert Dörte Ulrich, Inhaberin der Firmas "Lord of Tofu": "Unsere Produkte waren bei Edeka und Tegut zu kaufen, im April sind wir rausgeflogen". Ein Grund: Die Konzerne haben mehr Etat für Werbung und können ihre Produkte zu einem besseren Einkaufspreis anbieten. Pioniere, die schon an Fleisch-Alternativen arbeiteten, als dafür noch kein Massenmarkt da war, müssen auf ihre treue Stammkundschaft hoffen – und neue Nischen erschließen. 

Besonders nachhaltig ist der Kauf eines vegetarischen oder veganen Fleischersatzproduktes im konventionellen Supermarkt nicht – zumal das vielfach verarbeitete Ei in den vegetarischen Produkten in den meisten Fällen nicht aus Freiland- oder Bio-Haltung stammt. 

Natürlich ist es erst einmal eine gute Entscheidung, weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen. Doch auch wer vegetarische Produkte kauft, ist in Sachen Tierwohl und Ökobilanz nicht automatisch fein raus. Zumal die Eigenschaften des Fleisches in den Ersatzprodukten mit einer Vielzahl an Zusatzstoffen erkauft werden (siehe mein Blogeintrag "Wieso soll Gemüse aussehen wie Fleisch?" vom 14. Januar). Kritische Nachfragen und kritischer Konsum sind weiterhin angesagt, auch wenn in der Wurst kein Schwein mehr steckt. 

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Bisherige Kommentare

 
Leider hat die Überschrift anderes versprochen, als der Artikel dann erläutert hat. Durchaus besteht die Gefahr, dass Vegetarier, Prescetarier oder Veganer mit ihrem steigenden Konsum an "fleischlosem- Fleischersatz" die Fleischproduzenten stärken. Sehr schön veranschaulicht auch an der Werbung, die groß auf dieser Seite aufleuchtet. Bis noch vor wenigen Monaten, konnte man eine relative Vielfalt an verscheiden Fleischersatzprodukten feststellen, als dann plötzlich die Mühlenhofproduktion auch auf die vegetarische Schiene aufgesprungen ist. Nun weichen nach und nach Kleinproduzenten aus den Regalen und Vegetarier und Co. sind gezwungen, den eigentlichen Fleischproduzenten zu unterstützen. Und somit wahrscheinlich auch die Massenproduktion, die viele Wahrscheinlich versuchten zu boykottieren mit ihrem Entscheid, Vegetarier, Prescetarier,Veganer oder FLexitarier zu werden.
 
Die Entscheidung (why ever) fleischarm, vegetraisch oder vegan zu leben sei jedem natürlich selbst überlassen. Dann aber doch nach Ersatzprodukten zu verlangen, zu greifen die Fleisch, -produkte künstlich nachahmen und die reinsten Chemie-Bomben sind ist schizophren! Da wäre ab und an ein Steak o.Ä. vom zertifizierten Bio-Bauernhof/ Metzger des Vertrauens gesünder, tier-, umweltfreundlicher und nachhaltiger!
 
Die Wurst, die Sie sich auf den Teller legen, ist abgesehen vom minimalen Abfall-Fleischanteil mit den selben Chemieanteilen und zusätzlichen medikamententeilen voll. Verarbeitete Wurst, mit oder ohne Fleisch, ist absurd und ungesund. Das weiß sogar mittlerweile die WHO. Und, inwieweit ist ein Steak vom Metzger oder der Kuh meines Vertrauens Umwelt-oder gar TIERfreundlich?! Weil die Kuh einen Quadratmeter mehr Platz, etwas anderes zu fressen und nur ab und an Antibiotika bekommen hat. In ihrem von 20Jahre auf vier Jahre reduziertem Leben, was ihr im selben Schlachthof brutal genommen wird?! Das Futter, was die Kuh bekam, war dann auch die Sojaernte vom Bauern nebenan und nicht aus den Ländern, die dafür Wälder roden, die Böden auslaugen, Monokulturen anlegen, verdichten, düngen und wieder von vorne auslaugen?! Nachhaltiger?! Was ist an einem Totem stk Fleisch nachhaltiger zu machen?! Absurd zu erklären, man solle auf einen chemieblock in Form von Wurst verzichten, statt dessen ein Stk 'richtiges' Fleisch essen, weil es irgendwelche Vorteile, für wen auch immer, bringen würde. Beide Varianten kann man getrost weg lassen, ohne damit IRGENDWEM zu schaden, außer der Industrie und gewissen Bereichen der Wirtschaft! Und das sind Fakten, keine Meinung! Und warum greifen angehende Veganer/Vegetarier auf solche Produkte zurück?! Weil es den Einstieg erleichtert, seine Gewohnheiten um zu stellen.. Das macht man allenfalls aber mal am Anfang und es nimmt stetig ab, weil unsere Ernährung einfach nur auf Gewohnheiten beruht. Wer wirklich interessiert ist möglichst und maximal nachhaltig, gesund, umweltverträglich, ökologisch und ethisch korrekt leben zu wollen, verzichtet freiwillig auch auf Chemie-Wurst.. Alleine seiner eigenen Gesundheit wegen

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