Der große Vergleich

Fertiggerichte vs. Selberkochen – Kosten, Aufwand, Geschmack

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Aug. 2020
Selberkochen vs. Fertiggericht: Was schmeckt besser? © Marina Leunig
Selberkochen vs. Fertiggericht: Was schmeckt besser? © Marina Leunig

Selberkochen ist zeitaufwendig und teuer? Das Schnitzel aus dem Convenience-Regal oder die Tiefkühlpizza sind billiger, schneller fertig und geschmacklich auch nicht verkehrt? Wir wollten wissen, ob das stimmt und haben unsere Kollegin zum Kochtest gebeten. Guten Appetit!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 1
  2. Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 2
  3. Selberkochen vs. Fertiggericht: von Salat bis Pizza
  4. Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 3
  5. Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 4
  6. Selberkochen vs. Fertiggericht: Tag 5 und die Bilanz
    1. Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 5
  7. Die Bilanz: Zusatzstoffe, Geschmacksverirrungen & eine Überraschung

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Die Auswahl der Gerichte

Laut Umfragen stehen bei uns Hausmannskost und italienische Gerichte hoch im Kurs. Auch der Salat ist – zumindest bei der Damenwelt – durchaus beliebt. Da viele Lieblingsgerichte nicht besonders gesund sind, stellt EAT SMARTER in diesem Test auch smarte Alternativen zu den deftigen Klassikern vor. Und das sind die Kandidaten des Vergleichs „Selberkochen versus Fertiggericht“:

1. Tag: Schnitzel mit Pommes
2. Tag: Spaghetti Bolognese
3. Tag: Bunter Salat-Mix mit Hühnchen, Schafskäse oder Thunfisch
4. Tag: Salami-Pizza
5. Tag: Rouladen mit Gemüse

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 1

Schnitzel mit PommesSchnitzel mit Pommes

Kosten für 1 Portion: Die Kosten für ein XXL-Schweineschnitzel aus dem Kühlregal und ca. 200 Gramm TK-Pommes betragen 2,64 Euro. Ein Schweinekluftschnitzel dieser Größe kostet an der Theke 2,12 Euro. Hinzu kommt der Preis für 200 Gramm frische Kartoffeln von 0,40 Euro, einem Ei sowie Mehl und Paniermehl (anteilig berechnet). So liegen die Gesamtkosten bei ca. 2,90 Euro. Als Extrakosten gelten je Gewürze, Zitrone, Ketchup oder Mayonnaise.

Zeitaufwand: Die Zubereitung der Kartoffelsticks dauert 10-15 Minuten. Während diese im Ofen sind (20 Minuten) können Sie das Schnitzel klopfen, panieren und braten. Zeitaufwand: ca. 30 Minuten. Die TK-Pommes dauern nur 20 Minuten. In dieser Zeit können Sie das Schnitzel aus dem Kühlregal bequem braten.

Geschmack: Hier überrascht das Fertigprodukt. Natürlich ist es nicht mit einem frischen Schnitzel zu vergleichen, aber als schnelle Alternative kann es überzeugen. Die Kartoffelsticks können je nach Geschmack mit Kräutern, Salz oder Knoblauch verfeinert werden. Doch die Backofenpommes (wichtig: nicht aus der Friteusse – das spart Fett!) sind nicht zu beanstanden. Fazit: Ein Fertiggericht, das ab und zu mal sein darf.

Smarte Alternative: Probieren Sie unser echtes Wiener Schnitzel in der smarten Variante, ein kalorienarmes Puten-Pfeffersteak oder unser leckeres Zitronenschnitzel mit nur 426 Kalorien pro Portion.

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 2

links frisch; rechts fertigSpaghetti Bolognese

Kosten für 1 Portion: Das Fertiggericht (400 Gramm) kostet 2,69 Euro. Eine frische Portion kommt mit Rinderhackfleisch von der Fleischtheke und frischen Pilzen, die im Fertiggericht nicht enthalten sind, auf 3,05 Euro. Hinzu rechnen müssen Sie noch die Kosten für Salz, Pfeffer, Kräuter und Paprikapulver, wenn Sie diese Gewürze nicht zu Hause haben. Wer mag, kann sein Gericht mit frischen Basilikumblättern dekorieren (Achtung! Zusatzkosten). Der Kostenunterschied ist überraschend gering. Zudem sind bei diesem Gericht fast alle Zutaten für eine Person einzukaufen und Nudeln sowie das Tomatenmark sind noch einige Zeit haltbar.

Zeitaufwand: Hier punktet das Fertiggericht! Dieses steht in 5 Minuten auf dem Tisch. Die selbstgekochten Spaghetti Bolognese hingegen benötigen 25 Minuten.

Geschmack: Die Spaghetti Bolognese aus dem Kühlregal haben geschmacklich nur entfernt etwas mit dem Original zu tun: die Nudeln sind verkocht, die Sauce sämig, das (wenige) enthaltene Hack, Tomate und Möhre sind geschmacklich kaum voneinander zu unterscheiden. Die Spaghetti sind trocken. Ein Blick auf die Zutatenliste erschreckt zudem mit Zusatzstoffen: Verdickung- und Säuerungsmittel, Zuckerarten, modifizierte Stärke u.v.m..

Smarte Alternative: Spaghetti Bolognese sind leider nie besonders smart. Wenn Sie sie etwas kalorienärmer gestalten wollen, nehmen Sie statt gemischtem Hackfleisch reines Rinderhack. Vegetarische Alternativen mit weniger Kalorien sind unsere Gemüse-Spaghetti und unsere Spaghetti mit Pilz-Bolognese.

Selberkochen vs. Fertiggericht: von Salat bis Pizza

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 3

links: frisch; rechts: abgepacktBunter Salat-Mix

Kosten für 1 Portion: Beim Salat ist der Preisvergleich schwer, da man viele Zutaten für die frische Variante in größeren Mengen einkaufen muss (Salatkopf, Schafskäse etc.). Somit müsste man die Produkte weiter- bzw. noch einmal verwenden oder mit mehreren Personen essen. Runtergerechnet auf die Portion ist die Differenz – vor allem in Anbetracht des Qualitätsunterschiedes und der Portionsgröße – gering: Der Fertigsalat kostet 1,99 Euro (195 Gramm), frischer Salat mit Hühnchen und Schafskäse (ca. 400 Gramm) kostet 2,15 Euro.

Allerdings: Beim frischen Salat kommen für das Dressing Kosten für Pfeffer, Salz, Balsamico und Olivenöl hinzu, wenn man diese Zutaten nicht im Haus hat.

Zeitaufwand: Hier gewinnt der Fertigsalat: Box auf, Sauce drüber. Die Zubereitung des Salats mit frisch gebratenem Hühnchen und Schafskäse dauert knapp 30 Minuten.

Geschmack: Unvergleichlich. Der Fertigsalat schmeckt fad, die Paprika, Thunfisch und Fetakäse (kein echter Schafskäse!) sind trocken und wirken alt. Tomate, Möhre oder Gurke fehlen in dieser Combo ganz. Die fettige Joghurtsauce beschwert den Einheitsbrei, schmeckt künstlich und unangenehm sauer. Beim frischen Salat hingegen sind Salat, Tomate und Gurke knackig. Das Hühnchenfleisch kommt lauwarm auf den Teller, der Schafskäse ist echter Schafskäse. Ein paar frische Zwiebelringe, Salz, Pfeffer und ein leichtes Balsamico-/Ölgemisch geben dem Salat eine angenehme Würze.

Smarte Alternative: Schafskäse hat viele Kalorien, deshalb probieren Sie doch mal unsere leckeren Mix-Salate ohne Käse aus! Wie wäre es mit mariniertem Romanesco auf Feldsalat oder unserem Feinschmeckersalat? Übrigens: Meistens macht die Sauce den Salat zu einer Kalorienbombe! Mit dieser sparsam umgehen und statt French Dressing lieber auf Essig/Öl-Varianten setzen.

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 4

links: selbst gebacken; rechts: TK-PizzaSalami-Pizza

Kosten für 1 Portion: Die Marken-Tiefkühlpizza kostet normalerweise 2,79 Euro (330 Gramm). Wir bekamen sie im Angebot für 1,99 Euro. Die Zutaten für eine selbstgebackene Pizza kosten insgesamt 1,70 Euro. Allerdings gilt wieder: fast alle Zutaten (Mehl, Olivenöl, Tomatenmark etc.) müssen in größeren Packungen gekauft werden, also entweder mehr Pizza backen oder weiterverwenden. Zudem sollten Salz, Pfeffer und Oregano im Haus sein. Tipp: Die selbstgemachte Pizza schmeckt am nächsten Tag auch kalt!

Zeitaufwand: 15 Minuten braucht die Fertigpizza im Ofen. Für die frische Variante dauert allein die Zubereitung des Teigs mit Geh- und Belegzeit 50 Minuten. Hinzu kommen 25 Minuten Backzeit. Gesamtzeit = 75 Minuten.

Geschmack: Geschmacklich ist die Fertigpizza ok, ein großes Problem sind die Zusätze. In der TK-Pizza stecken Antioxidationsmittel, Emulgatoren, Verdickungsmittel, verschiedene Zuckerarten und – vor allem für Laktoseintolerante unschön – Laktose und Magermilchpulver. Die selbstgebackene Salami-Variante hingegen, lässt uns vom nächsten Italienurlaub träumen.

Smarte Alternative: Der italienische Klassiker lässt sich gesünder zubereiten, selbst wenn er nie zu einem kalorienarmen Gericht wird. Probieren Sie unsere Dinkel-Pizza! Dinkel enthält wichtige Mineralien und Spurenelemente und das dunkle Mehl sättigt besser als Weißmehl. Unsere Pizza mit Roastbeef ist eine gute Alternative zur Salami. Wer auf Gemüse pur setzt, spart ebenfalls Kalorien!

Selberkochen vs. Fertiggericht: Tag 5 und die Bilanz

Fertiggerichte vs. Selberkochen: Tag 5

links: frisch; rechts: fertigRouladen mit Gemüse

Kosten für 1 Portion: Die fertige Kohlroulade mit Zwiebelsauce und Kartoffeln (350 Gramm) kostet 2,69 Euro. Gesamtkosten für eine frische Rinderroulade mit Kartoffeln, Rotkohl und Sauce: 3,94 Euro. Speisestärke, evtl. ein Lorbeerblatt und Piment für die Sauce müsste man im Haus haben oder zu den Einkaufskosten hinzurechnen. Zum Würzen braucht man: Salz, Pfeffer; zum Anbraten etwas Butter. Senf und Gewürzgurken können für das nächste Abendessen weiterverwendet werden. Problem: der restliche Rotkohl.

Zeitaufwand: Definitiv das zeitaufwendigste, frische Gericht! Mit dem Vorbereiten der Zutaten, dem Wickeln der Rouladen, Anbraten und Schmoren kommt man auf etwa 75 Minuten Kochzeit. Die fertige Kohlroulade hingegen braucht 5 Minuten in der Mikrowelle.

Geschmack: Die fertige Kohlroulade sieht nicht nur absolut unansprechend aus, sie riecht und schmeckt auch so. Sie erinnert an Krankenhausessen: Das Fleisch ist verkocht und geschmacklos, der Kohl sehr dominant. Die Zwiebelsauce schmeckt nach nichts ebenso wie die mehligen Kartoffeln, da helfen auch viel Salz, Zucker und weitere Zusätze, die auf der Verpackung vermerkt sind, nicht. Die frische Rinderroulade hingegen schmeckt mit Apfelrotkohl (sogar aus dem Glas!) und frischen Kartoffeln wie früher bei der Oma. Der Zeitaufwand lohnt sich also!

Smarte Alternative: Mit 452 Kalorien pro Portion wird der deutsche Klassiker in unserem Rinderrouladen-Rezept richtig schlank! Pluspunkt: Schon eine Portion deckt die Hälfte des Tagesbedarfs an Eisen. 

Die Bilanz: Zusatzstoffe, Geschmacksverirrungen & eine Überraschung

Schon der Einkauf von Fertigschnitzel und abgepacktem Salat war unserer Kollegin unangenehm. „Zum Glück hatte ich die Zutaten jeweils noch für die frische Variante im Einkaufskorb“, sagt sie. „Aber ich hatte schon das Gefühl, die Kassiererin dachte, ich kann halt einfach nicht kochen.“ Viel entscheidener als das subjektive Unwohlsein an der Supermarktkasse waren aber die schlagkräftigen Argumente bei Geschmack und Zusatzstoffen.

Gerade bei den ungenießbaren Spaghetti Bolognese, der Kohlroulade und der TK-Pizza fielen die für Laien undefinierbaren Zusatzstoffe unangenehm auf. Geschmacklich waren die meisten Fertigprodukte trotzdem eher fad, sie enthielten zu viel Fett und waren teilweise für ihren schlechten Geschmack und die kleine Portionsgröße unverhältnismäßig teuer. Immerhin überraschte das Fertigschnitzel. Die Vorteile von Fertiggerichten sind schnell aufgezählt: Sie sind fix auf dem Tisch, lange haltbar und für Einzelpersonen geeignet. 

Auch wenn die frischen Gerichte meist geringfügig teurer waren, konnten sie dennoch alle mit ihrem deutlich besseren Geschmack überzeugen. Hinzu kommen ein stärkeres Bewusstsein für Nahrungsmittel, das Fehlen von Zusätzen und das positive Kocherlebnis, das mit Frischgekochtem verbunden wird. Wenige, allerdings gravierende Nachteile: Die Produktmengen sind oft zu viel für eine Portion, die Produkte sind nicht alle lange haltbar und man braucht einige Grundzutaten im Haus oder muss sie teuer hinzukaufen.

Wichtiger Hinweis: Damit die Preise vergleichbar sind, wurden alle Waren und Produkte im selben Supermarkt eingekauft.

 
Was haben denn Pilze in einer Bolognese-Soße zu suchen? Und bei mir dauert die auch nicht 25 Minuten sondern mindestens 2 Stunden...
 
Sie berücksichtigen nicht die Stromkosten!
 
Oft ist eine Kombination aus Selbstgekochtem mit einem fertig gekauften Teil eine echte Alternative, wenn es schnell gehen muss. So würde ich die Salatsauce immer selbst machen, dazu eine Tüte Blattsalat aus dem Kühlregal, oder eine gute Pizza Margarita - selbst zusätzlich belegt usw.
 
Naja, Kohlroulade mit Rinderroulade vergleichen -schon komisch! Ansonsten habe ich bisher kaum ein Fertiggericht gefunden, das mich wirklich überzeugen konnte
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