EAT SMARTER kostenloses Probeheft 5/2020
SMART KIDS

So easy gelingt das Kochen mit dem Nachwuchs

Von Lisa Meister
Aktualisiert am 13. Jul. 2020

Ran an den Herd lautet die Devise, denn selbst zubereitet schmeckt es doch am besten. Doch die ersten Versuche mit den Kids können mühsam sein. Welche Aufgaben sich eignen und welche Hygieneregeln zu beachten sind, klären wir mithilfe der Ernährungsexpertin und Mama Dr. Alexa Iwan.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Geduld und Motivation sind alles 
  2. Safety first!
  3. Ohne Kristallzucker und trotzdem süß – so geht es natürlich
  4. Hygiene ist das A und O
  5. Spice it up
  6. Aufgaben, die von den Minis in der Küche übernommen werden können
  7. Wir suchen Ihre Tipps

Dr. Alexa Iwan
Sie ist Ernährungswissenschaftlerin, Köchin und Autorin. Als Mutter von zwei Kindern weiß sie genau, worauf es beim Kochen mit dem Nachwuchs ankommt. Auf ihrem Blog teilt sie ihr Wissen zu smarter Ernährung und gesundem Kochen.

Geduld und Motivation sind alles 

Haben Sie schon einmal gemeinsam mit Ihren Sprösslingen den Kochlöffel geschwungen? Wenn nicht, sollten Sie es unbedingt ausprobieren. Zugegeben, Sie müssen zwar etwas mehr Geduld mitbringen, aber es lohnt sich. Unsere Expertin Dr. Alexa Iwan weiß auch, warum: „Nehmen Sie sich am Wochenende Zeit und binden Sie Ihre Zwerge beim Kochen mit ein. Das ist nicht nur eine tolle Aufgabe für die ganze Familie, Kinder essen ein neues Gericht auch eher, wenn sie bei der Zubereitung geholfen haben. Sie werden sehen, am Ende schätzen sie den selbst geschnippelten Salat viel mehr. Außerdem lernen sie, Verantwortung zu übernehmen.“ 

Die zweifache Mutter verrät, dass außerdem die Feinmotorik der Kids gefördert wird. Zudem schult das Schneiden, Rühren oder Käsereiben die Geschicklichkeit und das Wissen über gesunde Ernährung sowie frische Lebensmittel. „Wichtig ist, dass Sie alle gemeinsam Spaß an der Aktion haben – auch wenn das Ergebnis mal nicht ganz Ihren Vorstellungen entspricht. Vergeben Sie einfache, lösbare Aufgaben und loben Sie die Kinder hinterher“, rät die Ernährungswissenschaftlerin.

Zum Beispiel so: „Damit sich die Kleinen wertgeschätzt, gebraucht und motiviert fühlen, richten Sie ihnen einen Arbeitsplatz mit eigenem Brett ein“. Doch was tun, wenn der Nachwuchs keine Lust zum Kochen hat und lieber weiter im Garten spielen möchte? Da hat Dr. Iwan einen Tipp parat: „Veranstalten Sie doch mal eine Challenge: Jeden Tag kocht ein Familienmitglied und die anderen dürfen Punkte vergeben. Auch den Tisch zu decken oder eine kleine Speisekarte zu gestalten, kann dazu gehören. Dadurch wird zusätzlich die Kreativität gefördert.“

Merke!
Eine klare Aufgabenverteilung, Lob und ein eigener Arbeitsplatz animiert Ihre Kids, wenn die Motivation mal etwas abflachen sollte.

Safety first!

Bei all der Freude sollte aber auch die Sicherheit nicht zu kurz kommen. „Damit keine Unfälle passieren, lassen Sie Ihre Liebsten nicht komplett alleine in der Küche werkeln“, warnt die Expertin. „Es sollte immer eine erwachsene Aufsichtsperson dabei sein. Bevor es losgeht, zeigen Sie Ihrem Nachwuchs, wie scharf ein Messer ist, wie schnell sich der Mixer dreht oder wie heiß eine Herdplatte wird.“

Mit unseren Tipps im zweiten Teil der Serie „Smart Kids“ bleiben Sie jederzeit ruhig und geduldig. Wir verraten Ihnen außerdem, welche Gewürze Kinder mögen und welche Aufgaben die kleinen Nachwuchsköche schon alleine erledigen können. Und obwohl es einiges zu beachten gibt, stehen der gemeinsame Spaß und Genuss dabei stets an erster Stelle.

Merke!
In der Küche lauern viele Unfallgefahren. Was es zu beachten gibt, welche Gewürze Kinder mögen und was die kleinen Nachwuchsköche in der Küche alles schon erledigen können, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie.

Ohne Kristallzucker und trotzdem süß – so geht es natürlich

Kinder lieben ihn, dabei ist er alles andere als gesund. Wir zeigen smarte Alternativen:

Freche Früchtchen: Datteln, Pflaumen oder Aprikosen, sie alle sind eine gute Wahl, um Müsli und Co. etwas Süße zu geben.

Karamellnote inklusive: Kokosblütenzucker lässt den Blutzucker langsamer ansteigen und kann Heißhungerattacken vorbeugen.

Kanadische Süße: Keine Pancakes ohne Ahornsirup. Das Naturprodukt punktet mit mehr Mineralstoffen als Haushaltszucker.

Das Gold der Bienen: Honig ist prima, um zum Beispiel Tee zu verfeinern. Toller Benefit: Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.

An Apple a Day: Apfelmark eignet sich etwa zum Backen, wenn Sie einen Ersatz für das weiße Kristall suchen.

Expertentipp: Versuchen Sie, beim Kochen und Backen insgesamt weniger Zucker zu verwenden. So gelingt die schrittweise Entwöhnung.

Merke!
Für den weißen Bösewicht gibt es viele unterschiedliche Alternativen mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Wofür Sie sich auch entscheiden, besser ist es, insgesamt weniger zu süßen.

Hygiene ist das A und O

Gemeinsam Gesundes zubereiten macht Spaß. Doch damit alles am Schnürchen läuft und das Vorhaben nicht im Chaos endet, sollte jeder kleine Küchenchef bestimmte Regeln befolgen:

  • Kinder stecken ihre Finger gern mal in die Nase oder den Mund. Händewaschen ist darum unerlässlich – auch während des Kochens.
  • Bretter sollten nach dem Schneiden von Fleisch gut gesäubert werden, um einen Befall mit krankmachenden Keimen zu vermeiden.

  • Keiner freut sich über Haare im Essen. Binden Sie die lange Mähne deshalb zum Zopf, so stört sie auch nicht am Herd.

  • Bunte Schürzen animieren zum Mithelfen und die Kleidung bleibt sauber.

Merke!
Händewaschen oder die Schneidebretter abzuspülen ist genauso wichtig wie eine Schürze zu tragen oder lange Haare zu einem Zopf zu binden.

Spice it up

Gewürze und Kräuter sorgen für den letzten Schliff, doch was mögen und vertragen Kinder?

Salz: Je kleiner die Kids, desto sparsamer sollten Sie sein, um die Nieren von Junior zu schonen. Vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr gilt: nicht mehr als ein Drittel Teelöffel Salz täglich.

Kräuter: Machen Sie Ihre Zwerge zunächst mit milden Kräutern wie Basilikum oder Petersilie vertraut. Wenn diese akzeptiert werden, versuchen Sie es mit Mischungen wie Kräuter der Provence.

Gewürze: Mit Zimt und Vanille pimpen Sie Naturjoghurt oder -quark auf, wenn diese zu langweilig sind. Bei Scharfem wie Chili oder Pfeffer ist Vorsicht geboten – tasten Sie sich langsam heran.

Garen: Wählen Sie Methoden wie Dünsten oder Dämpfen. Diese sind verträglicher für die Mägen der Kleinen. Zudem bleiben mehr Nährstoffe enthalten.

Merke!
Auf Juniors Teller gilt in Bezug auf Salz, Kräuter und Gewürze: weniger ist mehr. Seien Sie vor allem beim Salz vorsichtig, um die kleine Niere nicht zu überlasten.

Aufgaben, die von den Minis in der Küche übernommen werden können

Um ein Gefühl für Lebensmittel und deren Zubereitung zu bekommen, können Ihre Kids fleißig mithelfen. Mit welchem Alter geht was?

2 – 4 Jahre: Früchte waschen, Salatsuace verrühren, Bananen zerdrücken, Kartoffeln stampfen, Salat mischen

5 – 7 Jahre: Obst schneiden, Gemüse und Käse hobeln, Smoothies mixen, Kuchenteig rühren, Brote schmieren

8 – 11 Jahre: Schwierigere Schneideaufgaben (z.B. Kartoffeln), Unter Aufsicht am Herd arbeiten (z.B. Eier braten), Simple Rezepte alleine umsetzen (z.B. Obstsalat) 

Merke!
Kinder können bereits im Alter von zwei Jahren kleine Aufgaben in der Küche übernehmen. Je älter sie werden, desto schwieriger können sie sein.

Wir suchen Ihre Tipps

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