Alte Gemüsesorten feiern ihr Comeback

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Alte Gemüsesorten: der Blaue Schwede.
Alte Gemüsesorten: der Blaue Schwede.

Fast vergessen und das völlig zu Unrecht – alte Gemüsesorten erleben gerade ihr Comeback! Sorten, die einst zum Standard in der Küche zählten, treffen heute auf Ratlosigkeit. Das liegt vielleicht auch an den ausgefallenen Namen: Blauer Schwede, Portulak und Ochsenherztomate. EAT SMARTER zeigt Ihnen die besten alten Sorten für die Winterküche.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Blauer Schwede
  2. Ochsenherztomate
  3. Urmöhre
  4. Pastinake
  5. Winterportulak
  6. Petersilienwurzel
  7. Topinambur
  8. Steckrüben
  9. Stielmus
  10. Schwarzwurzeln

Was macht die Urgesteine unter den Gemüsen so besonders? Alte Gemüsesorten sind länger haltbar als ihre modernen Verwandten. Sie werden sogar mit der Zeit aromatischer. Wer glaubt das alte Gemüsesorten langweilig schmecken, der liegt falsch. Stattdessen sorgen sie für neue (alte) Geschmackserlebnisse. Wagen Sie sich selbst an die vergessenen Sorten heran und lassen Sie sich von EAT SMARTER inspirieren.

Blauer Schwede

Blauer Schwede

Die alte Kartoffelsorte verdankt ihren Namen der auffällig blau-violetten Farbe. Ihr violettes Fruchtfleisch ist von einer weißen Randschicht und der dunkelblauen Schale umgeben. Seit dem 19. Jahrhundert schätzen die Schweden die Urkartoffel vor allem wegen ihres kräftigen, nussig-süßlichen Geschmacks.

Weiterer Pluspunkt: Der Blaue Schwede schmeckt nicht nur gut, er ist auch sehr gesund! Neben dem hohen Vitamin C-Anteil liefert er antioxidative Anthocyane, die Schadstoffe und Radikale binden und aus unserem Körper schleusen. Die vorwiegend festkochende Urkartoffel eignet sich z.B. als Salat-, Back- oder Salzkartoffel.

Alte Gemüsesorten Ochsenherztomate

Ochsenherztomate

Sie ist das Schwergewicht unter den Tomaten. Nicht selten bringt eine Frucht 0,5 bis 1 Kilogramm auf die Waage. Den Namen trägt die Tomate zu Recht: Sie gleicht einem Ochsenherz nicht nur optisch, sondern auch im Gewicht und ihrem Volumen.

Ihre Konsistenz ist sehr fleischig und saftarm. Die gerippten Früchte besitzen mehrere Kammern, in denen der Samen aufbewahrt wird. Die aromatische Tomate eignet sich hervorragend zum Füllen und harmoniert mit Büffelmozzarella in einem mediterranen Caprese-Salat. Hier gibt's noch mehr Wissen über alte Tomatensorten.

Zu unseren Rezepten ►

Alte Gemuesesorten: Urmöhre

Urmöhre

Die orangenfarbene Möhre von heute ist das Ergebnis einer Kreuzung zwischen der dunklen Urmöhre und einer gelben Futtermöhrensorte. Schuld an der violetten Färbung der Urmöhre: der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, dem ein natürlicher Oxidationsschutz zugeschrieben wird. Aber nicht nur deshalb wird die violette Möhre auch „Gesundheitsmöhre“ genannt.

Besonders reich an Vitamin B und C ist sie eine richtige Vitaminbombe und enthält im Vergleich zur heutigen Möhre bis zu 40 Prozent mehr Beta Carotin. Vorsicht jedoch bei der Zubereitung: das Anthocyan färbt Hände, Zunge und Lippen blau.

Doch als Rohkost, Saft oder im Salat macht sie mit ihrer intensiven Farbe und dem besonders süßen Aroma eine gute Figur. Und man muss sie praktischerweise nicht schälen. Wer die Urmöhre kochen möchte, sollte wissen, dass sie ihre Farbe an mitgegartes Gemüse abgibt. Im Handel finden Sie die Urmöhre als Rückkreuzung unter „BetaSweet“ oder „Purple Haze“.

Alte Gemuesesorten: Pastinake

Pastinake

Bis die Pastinake von der Kartoffel abgelöst wurde, galt das Wurzelgemüse in Deutschland als Grundnahrungsmittel. Das typische Herbst-/Wintergemüse hat einen sehr aromatischen, leicht süßlichen Geschmack und wird in England und den USA als Delikatesse verzehrt.

Aber die Pastinake ist nicht nur köstlich, sondern auch außerordentlich gesund: Jede Menge Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Zink sowie Folsäure stecken in dem kegelförmigen Gemüse. Pastinaken können vielseitig zubereitet werden.

Sie können sie roh im Salat, gekocht als Beilage, püriert in der Suppe oder gebacken genießen. Pastinakenbrei ist aufgrund seiner guten Verträglichkeit besonders beliebt für Babybrei. VIDEO: Wie man eine Pastinake vorbereitet

Alte Gemuesesorten: Winterportulak

Winterportulak

Nachdem der Winterportulak von Nordamerika nach Deutschland gekommen war, verbreitete er sich aufgrund seiner geringen Ansprüche an Klima und Boden rasch. Alle oberirdisch wachsenden Teile des Portulaks sind genießbar.

Geschmacklich erinnern die dickfleischigen saftigen Blätter an Spinat. Was ihn so gesund macht, sind die bemerkenswerten Gehalte an Kalzium und Vitamin C. Auch Magnesium und Eisen enthält das auch Tellerkraut genannte Gemüse reichlich. Um im Winter die Nitrataufnahme zu verringern, schneiden Sie einfach die Stiele, in denen das Nitrat gespeichert wird, ab.

Am besten genießt man Winterportulak roh in einem gemischten Salat oder im Kräuterquark auf dem Brot. 

Alte Gemuesesorten: Petersillienwurzel

Petersilienwurzel

Das Wurzelgemüse stammt aus dem mediterranen Raum und zählt zu den typischen Wintergemüsesorten. Die alten Griechen verehrten die Wurzel als heilige Pflanze, während die Römer sie längst als Küchengemüse nutzten.

Die kegelförmige, weiß-gelbliche Petersilienwurzel ist aromatischer als die bekannte Blattpetersilie. Die Wurzel liefert besonders viel Provitamin A und Vitamin C! Als Basis für Suppen kann sie besonders mit ihrem kräftig-würzigen Geschmack überzeugen. VIDEO: Petersilienwurzel vorbereiten.

Topinamburknollen

Topinambur

Topinambur ist botanisch mit der Sonnenblume eng verwandt, optisch ein Klon von Ingwer und geschmacklich ähnlich wie Kartoffeln. Die Knolle galt in Deutschland als wichtiges Grundnahrungsmittel.

Topinambur enthält etwa 16 Prozent Inulin. Dieser Ballaststoff beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum, weswegen Diabetiker das leckere Gemüse ohne Bedenken genießen können. Das Inulin trägt aber auch zum Aufbau der Darmflora bei, stärkt damit die Abwehrkräfte, fördert eine gesunde Verdauung und sättigt nachhaltig.

Topinambur hat außerdem viel an Kalium, Phosphor, Eisen und Natrium und Provitamin A und enthält mehrere B-Vitamine plus die Vitamine D und C. 

Alte Gemüsesorten: Steckrübe

Steckrüben

Fast 90 Jahre lang wollten sich die meisten Deutschen nicht daran erinnern, dass das kohlenhydratreiche Gemüse auch für den Menschen sehr bekömmlich ist. Doch jetzt gewinnt sie immer mehr an Beliebtheit. 

Der Nährstoffgehalt von Steckrüben kann sich sehen lassen: Traubenzucker, Eiweiß, ätherische Öle, wichtige Mineralstoffe, Beta-Karotin sowie die Vitamine B1, B2 und C machen die Rübe zu einem echten Powergemüse. Da Steckrüben fast gar kein Fett enthalten, eignen sie sich auch perfekt für alle, die auf ihre Figur achten.

Das Gemüse kann dann gekocht oder gedämpft und als Gratin, Suppe oder Eintopf verarbeitet werden.

Alte Gemüsesorten: Stilmus

Stielmus

Ein Exot aus dem eigenen Land – so könnte man Stielmus durchaus nennen. Es erinnert mit seinen langen, dunkelgrünen Blättern und den hellen, zarten Stielen an Mangold. Die grünen Blätter kann man essen, allerdings sind sie zumindest bei alten Sorten den meisten zu hart und zu bitter. Mittlerweile gibt es aber auch neue Sorten, deren Blätter diese Eigenschaften nicht mehr haben und die sogar roh schmecken.   

Für Figurbewusste ist Stielmus mit seinem geringen Fett- und Kaloriengehalt auf jeden Fall ein gesunder Genuss. Stielmus hat außerdem beachtliche Vitamin-Portionen zu bieten: Vitamin A, C, E und K sowie Beta-Carotin. Beste Voraussetzungen also, etwas für gesunde Zellen und ihren Schutz gegen freie Radikale zu tun!

Schwarzwurzeln

Schwarzwurzeln

Wir sind ehrlich: Die Schwarzwurzel sieht zunächst wenig appetitlich aus. Als hätte man sie gerade aus der Erde gegraben, liegt sie im Supermarkt im Gemüsefach. Schwarz, verrunzelt, mit einer Haut, die eher an ein Stück Kork erinnert. 

Trotz ihres Zweitnamens „Winterspargel“ erinnert die Schwarzwurzel geschmacklich nur entfernt an Spargel: Ihr Aroma ist intensiver, ziemlich würzig und leicht nussartig; die Konsistenz ähnelt am ehesten der von Möhren oder Pastinaken.

Das Wintergemüse liefert viel Vitamin B, E und C, Phosphor, Eiweiß und Calcium. Und außerdem haben Schwarzwurzeln einen hohen Gehalt an Inulin, einem Ballaststoff mit einem äußerst günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel.


 
Wer den Portulak wieder loswerden möchte findet im Weltnetz reichlich Tipps gegen das Unkraut.
 
Toller Artikel!! Sogar mir als Gemüsefanatiker waren nicht alle Sorten bekannt. Ich hab mir schon die Uhrmöhren besorgt und werde einige Experimente starten. Danke für den Tipp
 
Ein schöner schöner Fundus für mich um endlich mal wieder auf neue, ausgefallene Ideen zu kommen! Ich werde mich direkt morgen mal auf den Weg zum Gemüsehändler machen, kann es kaum erwarten, mehr davon!
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