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Vegane Ernährung: DGE bezieht erstmalig Stellung

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Vegane Ernährung wird immer beliebter, und so kommt auch die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht mehr an dieser Ernährungsform vorbei: Sie veröffentlichte erstmals ein Positionspapier. Darin rät die DGE zur regelmäßigen Kontrolle der Nährstoffversorgung sowie zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln – insbesondere Vitamin-B12-Präparaten. Schwangeren und Kindern wird gänzlich von einer veganen Ernährung abgeraten.

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Kritische Nährstoffe für Veganer

Bei der veganen Ernährung wird auf den Verzehr von tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig und daraus hergestellten Produkten verzichtet. Das führt allerdings auch dazu, dass die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen nicht immer ausreichend ist und zu Gesundheitsproblemen führen kann.

Zu den möglichen kritischen Nährstoffen zählen Eiweiß bzw. unentbehrliche Aminosäuren, langkettige Omega-3-Fettsäuren, die Mineralstoffe Calcium, Zink, Selen, Eisen und Jod sowie Riboflavin und Vitamin D. Als kritischster Nährstoff gilt jedoch Vitamin B12, das Veganer durch die herkömmliche Ernährungsweise samt fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut nicht genügend aufnehmen können.

Für Veganer: Vitamin-B12-Präparate ein Muss

In ihrem aktuellen Positionspapier empfiehlt die DGE nun allen Veganern dauerhaft die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats. Außerdem sollten überwiegend Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte sowie angereicherte Produkte in den Speiseplan eingebaut werden.

Die persönliche Versorgung mit kritischen Nährstoffen sollte zudem regelmäßig von einem Arzt kontrolliert werden, sodass im Zweifel eines Mangels schnell eingegriffen werden kann. Auch die Beratung von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft zum Thema Veganismus sei ratsam, so die DGE.

Gesundheitlicher Mehrwert

Gemüse auf Tellern

Das Positionspapier der DGE hebt zudem den gesundheitlichen Mehrwert einer veganen Ernährungsweise hervor. So werden häufig Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen, wertvolle Pflanzenöle und Vollkornprodukte verarbeitet. Der Körper erhält damit weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterol, dafür aber mehr Ballaststoffe, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, was positiv für die Gesundheit ist.

Dieser gesundheitliche Mehrwert ist jedoch hinfällig, wenn stark industriell verarbeitete vegane Produkte wie beispielsweise Wurst- oder Käseimitate sowie Fertig-und Ersatzprodukte konsumiert werden. Diese enthalten oft zu viel Zucker, Salz und Fett, heißt es in dem Positionspapier der DGE.

Keine vegane Ernährung für Schwangere & Kinder

Je stärker die Auswahl an bestimmten Lebensmitteln eingeschränkt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Nährstoffmangels und daraus resultierende gesundheitliche Probleme. Insbesondere Säuglinge benötigen eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr während der laufenden Schwangerschaft und in der Stillzeit, wodurch sie bei der Versorgung von ihrer Mutter abhängig sind.

Da bei der veganen Ernährung und dem Verzicht von tierischen Produkten viele wichtige Nährstoffquellen wegfallen, wird diese Ernährungsform in der Schwangerschaft, der Stillzeit sowie im Kindes- und Jugendalter von der DGE nicht empfohlen.

Leckere vegane Rezeptideen gibt es hier:

(jbo)

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Bisherige Kommentare

 
Es gibt aber auch Erkentnisse darüber, dass selbst Omnivore zum Teil einen Mangel an B12 haben, wie ist da euer Wissen darüber?
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Guten Tag! Tatsächlich können auch Omnivore einen Vitamin B12-Mangel aufweisen,. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen ist die Bioverfügbarkeit von Vitamin B12 um so geringer, je größer die zugeführte EInzeldosis ist. Das heißt, wenn zu den Hauptmahlzeiten Vitamin B12-haltige Lebensmittel wie Leber, Muskelfleisch, Fisch oder Käse verzehrt werden, kann es sein, dass nur 50 Prozent des Vitamins vom Körper aufgenommen werden. Auf der sicheren Seite ist, wer täglich 3 Mikrogramm Vitamin B12 zu sich nimmt (Quelle: D-A–CH Referenzwerte). Bei älteren Menschen sind Vitamin B12-Mangelzustände häufiger als bei jungen Menschen, weil durch Schwund der Magenschleimhaut die Vitamin B12-Absorption gestört sein kann. Herzliche Grüße, Ihr EAT SMARTER-Team
 
Mein Mann ist vor gut 2 Jahren Vaganer mit 79 Jahren (sehr streng) geworden. Ich mache mir große Sorgen.Bitte um einen guten Rat.
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Liebe Frau Pflügner, dass Ihr Mann vegan lebt, ist an sich kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, dass er darauf achtet, Vitamin B 12 zu supplementieren. Informationen zur Nahrungsergänzung erteilt Ihnen Ihr Hausarzt. Am besten überzeugen Sie Ihren Mann, sich vom Hausarzt in Sachen Nahrungsergänzung beraten zu lassen. Herzliche Grüße, Ihr EAT SMARTER-Team

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